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Polizei von London nutzt 18.000 Windows-XP-Rechner

30.06.2017 | 13:11 Uhr |

Die nächste WannaCry- oder Petya-Attacke kann die Sicherheit von London massiv gefährden. Denn die Polizei von London verwendet überwiegend Windows XP!

Die Polizei von London (London Metropolitan Police) hat noch immer über 18.000 Windows-XP-Rechner im Einsatz; somit läuft ein Großteil der Polizei-Rechner mit dem seit 2014 nicht mehr von Microsoft unterstützten Windows-Veteranen. Das berichtet mspoweruser.com. Damit sind die PCs der Londoner Polizei hochgradig anfällig für Sicherheitslücken wie WannaCry oder Petya, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Londons Polizei ist sich des Sicherheitsrisikos durchaus bewusst und hat bereits mit dem Upgrade der Rechner begonnen. Doch kurioserweise will die Polizei nicht etwa von XP auf das aktuelle Windows 10 aktualisieren. Sondern nur auf Windows 8.1. Also auf ein ebenfalls schon veraltetes Betriebssystem. Damit würde die Londoner Polizei nur eine kurze Atempause gewinnen. Denn bereits am 9. Januar 2018 endet der grundlegende Support für Windows 8.1. Der erweiterte Support für diese Windows-Version endet schließlich am 10. Januar 2023.

Nach der ursprünglichen Planung sollte das Upgrade von XP auf Windows 8.1 bereits bis März 2016 vollzogen sein. Doch wie so oft erwies sich der Zeitplan als nicht einhaltbar. Bis zum heutigen Tag ist erst auf 14.450  Rechnern der Londoner Gesetzeshüter Windows 8.1 installiert und auf über 18.000  läuft noch XP. Windows-10-Rechner besitzt die Londoner Polizei ebenfalls: Acht an der Zahl. Ein britischer Politiker vergleicht die Londoner Polizei deswegen mit einem Fisch, der in einem Pool mit Haien schwimmt. Mit anderen Worten: Schon die nächste Angriffswelle im Stil von WannaCry kann die Polizei von London lahm legen.

Insgesamt nutzt die Londoner Polizei über 35.200 Rechner. Für über 2,400 Rechner davon liegen keine Angaben zum Betriebssystem vor.

Die Behörden in Großbritannien lieben ganz offensichtlich Windows XP. Zwar stellt Microsoft schon lange keine Sicherheits-Updates mehr dafür zur Verfügung – nur in absoluten Ausnahmefällen wie WannaCry schließen die Redmonder doch noch eine Lücke in XP – doch neben der Polizei von London setzte auch die britische Marine bei brisanten Waffensystemen auf das uralte Windows-System, beispielsweise auf Atom-U-Booten. Sogar auf einem neu in Dienst gestellten Flugzeugträger läuft noch Windows XP. Wie gefährlich die Verwendung von XP mittlerweile ist, erlebten drei Krankenhäuser in den USA, die Hacker mit Malware infizierten, indem sie eine Lücke in XP ausnutzten.

Doch auch in Deutschland verwenden Behörden noch nach dem Supportende 2014 Windows XP. Zum Beispiel die Deutsche Rentenversicherung. Zumindest war das bis 2015 der Fall. Und die Berliner Stadtverwaltung hatte 2015 ebenfalls noch etliche Tausend XP-Maschinen im Einsatz. Das ist aber alles nichts gegen einen Pariser Flughafen, der 2015 sogar noch Windows 3.1 einsetzte.






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