2361350

Polar-Fitness-Trackerdaten verraten Soldaten und Spione

09.07.2018 | 10:17 Uhr |

Schon wieder gibt es ein massives Datenschutz-Problem in Zusammenhang mit einer Fitness-App. Über die Daten der Polar-App lassen sich laut Medienberichten die Adressen von Polar-Nutzern herausfinden. Auch die von Soldaten und Geheimdienst-Angehörigen.

Schon wieder gibt es ein massives Datenschutz-Problem in Zusammenhang mit einer Fitness-App. Die finnische Fitness-Firma Polar hat deswegen ihre Online-Aktivitäts-Karte Explore vorerst abgeschaltet. Vorausgegangen waren Medienberichte, wonach in den Datenschutzeinstellungen der Fitness-App Lücken stecken, die Angreifer dafür ausnutzen können um die Position und das Nutzungsverhalten eines Anwenders herauszufinden. Das Ganze ähnelt dem Datenschutz-Desaster um den Fitness-Tracker Strava.

Polar verkauft Smartwatches und Fitness-Tracker, die mit einer Fitness-App namens Flow gekoppelt sind, die alle Fitnessdaten aufzeichnet. Diese Daten können die Nutzer über die Explore-Plattform mit anderen Nutzern teilen. Der Nutzer kann diese Option aber auch abschalten.

Bei der Untersuchung von Explore wurde aber herausgefunden, dass sich anhand der ungenügend geschützten Daten der Standort des Nutzers mitsamt dessen konkreter Adresse herausfinden lässt. Außerdem könnte man mit den Polar-Daten – ähnlich wie bei Strava – die Laufstrecken und Aufenthaltsorte von Soldaten und Geheimdienstangehörigen lokalisieren. Da offensichtlich viele Militärangehörige diese App verwenden. Unter den derart zugänglichen Daten befinden sich offensichtlich auch die Standorte von Soldaten, die im Irak im Einsatz sind. Oder aber die Joggingstrecke eines Offiziers auf einem Stützpunkt, auf dem Atomwaffen stationiert sind.

Die derart ausnutzbaren Daten reichen wohl bis 2014 zurück. Journalisten von "De Correspondent" konnten laut eigenen Angaben 6460 Nutzer lokalisieren, die Polar und Explore in der Nähe von sensiblen Einrichtungen verwendet haben. Das sei sogar der Fall bei Benutzern, die ihr Profil ausdrücklich als „privat“ markiert hätten.

Darunter befinden sich Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, des Weißen Hauses, des britischen Geheimdienstes MI6 und zahlreiche Militärangehörige. Aber offensichtlich auch französische und russische Geheimdienstler.

Polar hat das Problem eingeräumt und Explore erst einmal deaktiviert.

Fitness-Tracker mit schwachem Datenschutz

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2361350