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Goodwood: VW I.D. R stellt E-Rekord auf - aber keinen All-Time-Rekord

19.07.2018 | 10:11 Uhr |

Volkswagen hat beim Bergrennen am Pikes Peak in den Rocky Mountains nicht nur gewonnen, sondern sogar einen All-Time-Streckenrekord aufgestellt. Mit einem rein elektrisch betriebenen Supersportwagen. Update: Auch beim Festival of Speed in Goodwood legte der E-Sportler eine Rekordfahrt hin. Doch die absolute Bestmarke hält nach wie vor ein Verbrenner.

Update 19.7.2018: VW stellt neuen E-Rekord in Goodwood auf, aber...

Der Volkswagen I.D. R war am 14. und 15. Juli 2018 auf dem Festival of Speed im südenglischen Goodwood. Und stellte dort einen neuen Streckenrekord für Elektro-Autos auf. Der Rennwagen schaffte mit seinem Fahrer Romain Dumas die 1,86 Kilometer lange und im hinteren Abschnitt bergige Strecke in 43,86 Sekunden. Der bisherige Rekord für Elektro-Autos aus dem Jahr 2013 lag 3,48 Sekunden höher. Allerdings stellte der VW-E-Sportler keinen neuen Gesamtrekord auf der vergleichsweise kurzen Rennstrecke auf. Denn immer noch ist die Fahrt von Nick Heidfeld im Jahr 1999 die Bestmarke: Der Deutsche legte den Goodwood Hill Climb damals in 41,6 Sekunden zurück. Mit einem McLaren-Mercedes MP4/13 aus der Formel 1. Update Ende

Pikes Peak: VW-Elektro-Sportwagen gewinnt Bergrennen mit Streckenrekord

Der I.D. R Pikes Peak (500 kW/680 PS; inklusive Batteriezellen unter 1,1 Tonnen Gewicht), wie der VW-Rennwagen heißt, hat am 24. Juni 2018 die bergige Rennstrecke beim Pikes Peak International Hill Climb in 7.57,148 Minuten zurücklegt und damit das Rennen gewonnen. Der französische Fahrer Romain Dumas unterbietet mit seinem Sieg im I.D. R Pikes Peak die bisherige Bestmarke von Sébastien Loeb (im Peugeot 208 T16) aus dem Jahr 2013 um 16 Sekunden.

Das Video zeigt die Rekordfahrt von Dumas aus verschiedenen Perspektiven, darunter Onboard-Aufnahmen aus dem Cockpit des I.D. R Pikes Peak:

Das Rennen Pikes Peak International Hill Climb findet seit 1916 statt. Die serpentinenartige Rennstrecke ist 19,99 Kilometer lang und hat 156 Kurven. Gestartet wird auf 2.862 Metern Höhe und das Ziel liegt auf 4.301 Meter. Klassischen Sportwagen mit Verbrennungsmotoren macht bei der Leistungsentfaltung die zunehmend dünnere Luft zu schaffen - ein Elektro-Auto ohne Gemischaufbereitung kennt dieses Problem nicht.

Video zeigt Rekord-Fahrt in voller Länge

VW hat ein knapp achtminütiges Video veröffentlicht, das die Rekordfahrt von Dumas im I.D. R Pikes Peak erstmals ungeschnitten aus der Helikopterperspektive zeigt. Für ein Elektro-Auto ist der Sportwagen erstaunlich laut.

 „Der Sound, das sind hauptsächlich die beiden E-Motoren, vor allem beim Beschleunigen“, erklärt uns Ingo Roersch von der Volkswagen Motorsport GmbH auf unsere Nachfrage. “Zusätzlich sind noch die beiden Wasserpumpen zu hören, vor allem im Stand, bei der Fahrt werden diese aber so gut wie vollständig vom „Motorensound“ übertönt“, fügt Roersch hinzu. Und weiter: „Im Cockpit selbst – wie auch bei Serien-E-Autos der Fall – hört man als Fahrer ab einem bestimmten Tempo vor allem Windgeräusche und die Abrollgeräusche der Reifen. Die Zuschauer hören aus etwas Entfernung tatsächlich vor allem Windgeräusche.“

Der I.D. R Pikes Peak übernimmt für VW vermutlich zwei Marketing-Aufgaben: Erstens soll er die kommenden I.D.-Fahrzeuge von Volkswagen bewerben beziehungsweise das Kürzel I.D. bekannter machen. Das I.D. steht für die neue Elektro-Auto-Familie des Volkswagenkonzerns und zugleich für die Versuche in Sachen autonomes Fahren, die VW unternimmt. Derzeit handelt es sich bei den vorgestellten I.D.-Modellen noch um Studien, VW plant aber den Verkauf von I.D.-Autos in den nächsten Jahren. Der I.D. Buzz, ein rein elektrischer angeriebener Klein-Bus von VW, der optisch Anleihen am legendären VW Bus T1 mit Käfermotor im Heck nimmt, dürfte der berühmteste Vertreter der I.D.-Familie sein. Der I.D. Buzz ersetzt aber nicht den bestehenden VW Bus T6, sondern ergänzt in nach unten hin.

Und zweitens nebenbei dürfte der rein elektrisch betriebene I.D. R Pikes Peak auch die Aufgabe haben, das durch Defeat Device und Diesel-Skandal ziemlich angeschlagene Image von Volkswagen in den USA wieder aufzupolieren. Ein elektrischer Sportwagen dürfte sich im Heimatland von Tesla dafür bestens eignen.

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