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VW ID.R. schlägt Formel-1-Renner: Rekordfahrt in Goodwood

09.07.2019 | 09:26 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der Elektro-Supersportwagen ID.R von VW ist beim berühmten „Goodwood Festival of Speed“ einen neuen Streckenrekord gefahren. VW schickte dafür eine spezielle Sprintversion des ID.R ins Rennen.

Update 9.7.2019: VW ID.R. stellt Alltime-Rekord in Goodwood auf

Der Elektrosportwagen ID.R. (500 kW/680 PS) hat die bisherige Bestzeit von Nick Heidfeld unterboten und ist die 1,86 Kilometer kurze Rennstrecke in Goodwood schneller als jedes andere Auto bisher gefahren. 39,90 Sekunden benötigte der VW-Fahrer Romain Dumas im ID.R. für den neuen Streckenrekord. 1999 hatte Nick Heidfeld im rund 574 kW (780 PS) starken McLaren-Mercedes MP4/13 mit Verbrennungsmotor den bisherigen Rekord beim renommierten Bergrennen aufgestellt.

Update 17.6.2019: ID.R kehrt zur Titelverteidigung nach Goodwood zurück

Volkswagens Elektro-Supersportwagen ID.R tritt erneut beim „Goodwood Festival of Speed“ an. Von 4. bis 7. Juli 2019 soll der ID.R. seinen Titel als schnellster Elektro-Sportwagen in Goodwood verteidigen. Anders als 2018, als VW den ID.R nur drei Wochen nach dessen Rekordfahrt am Pikes Peak (siehe unten) nach Goodwood brachte, will 2019 VW seinen Rekordwagen speziell für die Strecke in Goodwood optimieren. Das Hauptaugenmerk der Ingenieure soll auf einer speziell für die kurze Strecke  ausgelegten Antriebskonfiguration liegen - in Goodwood fahren die Renner nur 1,86 Kilometer weit.

„Wir haben eine weitere Evolutionsstufe des ID.R entwickelt, eine Sprintversion mit kleinerer Batterie, um das Gewicht weiter zu senken“, sagt François-Xavier Demaison, Technischer Direktor Volkswagen Motorsport. „Außerdem haben wir für die sehr kurze Distanz eine viel aggressivere Strategie für das Energiemanagement gewählt. Für den Sprint in Goodwood ist sehr hohe Leistung über einen sehr kurzen Zeitraum gefordert.“ Update Ende

VW ID.R stellt 2018 neuen E-Rekord in Goodwood auf, aber...

Der Volkswagen ID.R war am 14. und 15. Juli 2018 auf dem Festival of Speed im südenglischen Goodwood. Und stellte dort einen neuen Streckenrekord für Elektro-Autos auf. Der Rennwagen schaffte mit seinem Fahrer Romain Dumas die 1,86 Kilometer lange und im hinteren Abschnitt bergige Strecke in 43,86 Sekunden. Der bisherige Rekord für Elektro-Autos aus dem Jahr 2013 lag 3,48 Sekunden höher.

Allerdings stellte der VW-E-Sportler keinen neuen Gesamtrekord auf der vergleichsweise kurzen Rennstrecke auf. Denn immer noch ist die Fahrt von Nick Heidfeld im Jahr 1999 die Bestmarke: Der Deutsche legte den Goodwood Hill Climb damals in 41,6 Sekunden zurück. Mit einem McLaren-Mercedes MP4/13 aus der Formel 1.

Pikes Peak: VW-Elektro-Sportwagen ID.R gewinnt Bergrennen mit Streckenrekord

I.D. R Pikes Peak: Elektrisch betriebener VW-Sportwagen gewinnt Bergrennen mit Streckenrekord.
Vergrößern I.D. R Pikes Peak: Elektrisch betriebener VW-Sportwagen gewinnt Bergrennen mit Streckenrekord.
© VW

Der ID.R Pikes Peak (500 kW/680 PS; inklusive Batteriezellen unter 1,1 Tonnen Gewicht), wie der VW-Rennwagen heißt, hat am 24. Juni 2018 die bergige Rennstrecke beim Pikes Peak International Hill Climb in 7.57,148 Minuten zurücklegt und damit das Rennen gewonnen. Der französische Fahrer Romain Dumas unterbietet mit seinem Sieg im ID.R Pikes Peak die bisherige Bestmarke von Sébastien Loeb (im Peugeot 208 T16) aus dem Jahr 2013 um 16 Sekunden.

Das Video zeigt die Rekordfahrt von Dumas aus verschiedenen Perspektiven, darunter Onboard-Aufnahmen aus dem Cockpit des ID.R Pikes Peak:

Das Rennen Pikes Peak International Hill Climb findet seit 1916 statt. Die serpentinenartige Rennstrecke ist 19,99 Kilometer lang und hat 156 Kurven. Gestartet wird auf 2.862 Metern Höhe und das Ziel liegt auf 4.301 Meter. Klassischen Sportwagen mit Verbrennungsmotoren macht bei der Leistungsentfaltung die zunehmend dünnere Luft zu schaffen - ein Elektro-Auto ohne Gemischaufbereitung kennt dieses Problem nicht.

Video zeigt Rekord-Fahrt in voller Länge

VW hat ein knapp achtminütiges Video veröffentlicht, das die Rekordfahrt von Dumas im ID.R Pikes Peak erstmals ungeschnitten aus der Helikopterperspektive zeigt. Für ein Elektro-Auto ist der Sportwagen erstaunlich laut.

 „Der Sound, das sind hauptsächlich die beiden E-Motoren, vor allem beim Beschleunigen“, erklärt uns Ingo Roersch von der Volkswagen Motorsport GmbH auf unsere Nachfrage. “Zusätzlich sind noch die beiden Wasserpumpen zu hören, vor allem im Stand, bei der Fahrt werden diese aber so gut wie vollständig vom „Motorensound“ übertönt“, fügt Roersch hinzu. Und weiter: „Im Cockpit selbst – wie auch bei Serien-E-Autos der Fall – hört man als Fahrer ab einem bestimmten Tempo vor allem Windgeräusche und die Abrollgeräusche der Reifen. Die Zuschauer hören aus etwas Entfernung tatsächlich vor allem Windgeräusche.“

Der ID.R Pikes Peak übernimmt für VW vermutlich zwei Marketing-Aufgaben: Erstens soll er die kommenden ID.-Fahrzeuge von Volkswagen bewerben beziehungsweise das Kürzel ID. bekannter machen. Das ID. steht für die neue Elektro-Auto-Familie des Volkswagenkonzerns und zugleich für die Versuche in Sachen autonomes Fahren, die VW unternimmt. Derzeit handelt es sich bei den vorgestellten ID.-Modellen noch um Studien, VW plant aber den Verkauf von ID.-Autos in den nächsten Jahren. Der I.D. Buzz, ein rein elektrischer angeriebener Klein-Bus von VW, der optisch Anleihen am legendären VW Bus T1 mit Käfermotor im Heck nimmt, dürfte der berühmteste Vertreter der ID.-Familie sein. Der ID. Buzz ersetzt aber nicht den bestehenden VW Bus T6, sondern ergänzt in nach unten hin.

Und zweitens nebenbei dürfte der rein elektrisch betriebene ID. R Pikes Peak auch die Aufgabe haben, das durch Defeat Device und Diesel-Skandal ziemlich angeschlagene Image von Volkswagen in den USA wieder aufzupolieren. Ein elektrischer Sportwagen dürfte sich im Heimatland von Tesla dafür bestens eignen.

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