2296073

Personalisierte Realität dank AR-Apps erleben

04.09.2017 | 14:01 Uhr |

„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ Mit AR-Apps können Menschen schon heute eine speziell für sie personalisierte, individuelle Realität erleben.

Augmented und Virtual Reality waren bis vor einigen Jahren eine Spielerei für technisch versierte Entwickler und häufig in Verbindung mit Science-Fiction anzutreffen.

Im Jahr 2017 entspricht das nicht mehr ganz der Realität. Erste Anwendungen sind bereits auf dem Markt, die dafür sorgen, dass Nutzer eine für sie personalisierte und individuelle „Realität“ erleben können.

Pokemon Go oder Snapchat zählen sich selbst zwar nicht in diesen Bereich, faktisch sind sie aber mit ihren Funktionen den AR-Apps zuzuordnen. Denn Personal Realities entstehen überall dort, wo Apps Aufnahmen der Umgebung mit Bildern auf dem Display überlagern und damit die Wirklichkeit „erweitern“, so die Definition der Studie "Future of Apps", die F5 Networks durchgeführt hat.

Nicht nur die Nutzung über Smartphones, auch die Verbreitung von VR- und AR-Brillen wird in naher Zukunft massiv steigen. Die Ergebnisse der Studie „Future of Apps“ belegen, dass etwa jeder zweite Befragte in Europa bereits erste Erfahrungen mit der neuen Technik gemacht hat oder zumindest an deren Nutzung interessiert ist.

Apps sind dabei der Zugang zur Technik und fungieren als Schnittstelle, um zahlreiche Funktionen miteinander zu verknüpfen. Sozusagen als zentrale Intelligenz spielen sie eine essenzielle Rolle beim Aufbau der nutzerzentrierten Anwendungsarchitektur.

So verlockend die Möglichkeiten für den Einsatz im privaten Bereich auch klingen, bei der Prognose sollte man noch etwas vorsichtig sein. Die Technologie wird sich zu allererst in speziellen Bereichen ausbreiten, beispielsweise bei komplizierten medizinischen Eingriffen oder komplexen Arbeitsabläufen in der Produktion. Wenn einzelne Arbeitsschritte nicht mehr ausschließlich manuell erfolgen müssen, sondern durch zusätzliche, vielleicht im Sichtfeld einer Brille eingeblendete Informationen unterstützt werden, ist das nicht mehr nur praktisch und bequem. Vielmehr sehe ich deutliche Potenziale für die Steigerung von Effizienz und Präzision.

In unserem Alltag wird die Technik erst richtig ankommen, wenn sie diese Hürde genommen hat. Kritisch bei all diesen Szenarien ist der Punkt Datensicherheit. Um die beschriebenen Anwendungen möglich zu machen, werden gewaltige Datenmengen erhoben und verarbeitet.

Was passiert, wenn Datenzentren beispielsweise von Cyberkriminellen angegriffen werden, zeigen die jüngsten Vorfälle. Die Attacke Wannacry zum Beispiel verschlüsselte zahlreiche Benutzerdateien. Andere Hackerangriffe sorgten dafür, dass Episoden bekannter Serien wie „Game of Thrones“ vorzeitig verfügbar waren. Die Folgen waren dabei zumeist auf einen finanziellen Schaden beschränkt.

In Zukunft wird es aber nicht dabei bleiben. Es ist anzunehmen, dass bis spätestens 2030 die Apps, die wir täglich nutzen, hochgradig miteinander vernetzt sein werden und ein scheinbar unendliches Datenvolumen generieren. Insbesondere Daten aus unterschiedlichen Quellen stellen dann ein attraktives Angriffsziel dar, denn gerade die Tatsache, dass sie ursprünglich ohne Zusammenhang voneinander generiert werden, schafft eine ganz neue Bedrohungslage.

Wenn Apps beeinflussen, wie wir unsere Umwelt sehen und wie wir mit ihr interagieren, kann das Verhalten der Nutzer leicht manipuliert werden. Neil Harbisson, Mitgründer der Cyborg Foundation, lebt beispielsweise schon seit einigen Jahren in einer persönlichen Wirklichkeit. Obwohl er von Geburt an farbenblind ist, kann er mit Hilfe eines Sensors in seinem Gehirn Farben hören. Bei einem Hacker-Angriff auf seine Antenne wurde ohne sein Einverständnis ein Bild in seinem Kopf platziert.

Natürlich liegt es ganz bei jedem einzelnen Nutzer, verantwortungsvoll mit den eigenen Daten umzugehen. Verschlüsselungen und Firewalls sollten deshalb schon heute eine Selbstverständlichkeit sein. Auf Seiten der Unternehmen können Sicherheitslösungen die Datenzentren vor Angriffen schützen.

Nur wenn die Daten sicher davor sind, von Kriminellen eingesehen und kombiniert zu werden, können Nutzer unbekümmert in die Zukunft sehen und die reale mit der virtuellen Welt verschmelzen lassen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2296073