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Per Bios-Flash AMD-Grafikkarte RX-400 in RX-500 upgraden

19.07.2017 | 13:52 Uhr |

Durch ein recht simples Bios-Update wandeln Sie eine AMD-RX-400-Grafikkarte in das Nachfolgemodell RX 500 um. Wir zeigen, wie es geht und was es zu beachten gibt.

Ende April 2017 hat AMD seine neue Grafikkarten-Generation RX 500 auf den Markt gebracht. Es handelt sich aber nicht um Modelle mit neuen Grafikchips, sondern im Prinzip um GPUs aus der vorangegangenen RX-400-Serie. Zwar soll es sich um eine optimierte 14-Nanometer-FinFET-Fertigung handeln, doch streng genommen spendiert der Hersteller der aktuellen Generation ein paar neue Techniken und höhere Taktfrequenzen. AMD ist sich dessen natürlich bewusst und kommuniziert klar und deutlich: Nicht Besitzer einer RX-400-Grafikkarte sollen zum Hardware-Upgrade bewegt werden, sondern Eigentümer von mindestens zwei Jahre alten Grafikkartenmodellen, beispielsweise einer R9 380X. Mit einer recht erschwinglichen Preisstruktur ( das Flaggschiff RX 580 kostet ab 300 Euro ) möchte AMD die Grafikkarten einer möglichst breiten Masse zur Verfügung stellen.

Ein pfiffiger Nutzer aus dem Techpower-Up-Forum konnte nun allerdings erfolgreich eine Radeon RX 480 in eine RX 580 umwandeln, indem er der alten Karte ein entsprechendes Bios-Update verpasste. Dank der gestiegenen Taktfrequenzen ist nun etwas mehr 3D-Leistung drin, parallel dazu steigt jedoch auch die Leistungsaufnahme. Laut dem Forennutzer sollen sich auch eine RX 470 und 460 in ihre Nachfolger umwandeln lassen.

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Das müssen Sie vor dem Bios-Flash wissen: Bevor Sie sich aber ans Update machen, sollten Sie sich der Folgen und Risiken bewusst sein. Denn durch einen sogenannten Bios-Flash erlischt auch die Garantie des Herstellers. Des Weiteren kann eine falsche Version oder ein fehlerhafter Aktualisierungsvorgang im schlimmsten Falle zum Defekt der Grafikkarte führen. Obacht geben müssen vor allem Besitzer von frühen RX-480-Modellen: Da durch das Bios-Update unter anderem auch die Spannungsversorgung steigt, kann es zu Schäden am Mainboard kommen. Denn diese Modelle leisten sich bereits ab Werk zu viel Strom über den PCI-Express-Steckplatz.

So gehen Sie vor: Zuerst laden Sie sich ein passendes RX-500-Bios für Ihre RX-400-Grafikkarte herunter. Idealerweise handelt es sich um eine Version des gleichen Herstellers, wie beispielsweise die Bios-Datei einer Asus ROG Strix RX 580, wenn Sie eine ROG Strix 480 besitzen. Laut des Foren-Users muss das aber nicht unbedingt der Fall sein, da er selbst schon mit herstellerfremden Versionen erfolgreich geflasht hat.

Dazu benötigen Sie noch ein Programm zum Flashen der Firmware. Solche Tools finden Sie in den Download-Sektionen bekannter Technik-Foren, wie beispielsweise Techpower-Up. Halten Sie Ausschau nach den Stichworten „VGA Bios“ oder ähnlichen Begriffen. Sobald das Update erfolgreich war, sollten Sie sich allerdings auch um eine optimierte Kühlung kümmern. Denn durch die angestiegenen Taktraten und Spannungen wird der Grafikchip auch heißer als vorher laufen. Legen Sie also ein eigenes Lüfter-Profil an, beispielsweise mit der hauseigenen Software AMD Radeon Software Crimson. Alternativ können Sie das auch über Monitoring-Programme wie MSI Afterburner erledigen.

Nach diesem Schritt wird es Zeit, die aktualisierte Grafikkarte auf Stabilität zu testen. Erzeugen Sie deshalb größtmögliche GPU-Last, indem Sie beispielsweise eine lange Gaming-Session einlegen. Schneller geht es mit Stresstest-Tools wie dem kostenlosen Furmark, der mit den richtigen Einstellungen selbst High-End-GPUs in die Knie zwingen kann. Während des Tests sollten Sie auf Bildfehler achten. Treten sie auf, läuft die Karte instabil. Sie sollten den Grafikchip-Takt herunterschrauben. Noch deutlicher ist ein Systemabsturz oder das Einfrieren des Desktops. Wenn aber selbst das Reduzieren des Takts nichts bringt, dann müssen Sie zur vorherigen Bios-Version zurückkehren.

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