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Paint 3D: Die neue Version im Creators Update

17.05.2017 | 09:10 Uhr |

Auch Paint – einer der größten Windows-Klassiker – hat im Rahmen des Windows 10 Creators Update eine Generalüberholung erfahren. Die wichtigste Neuerung ist, dass Paint die dritte Dimension unterstützt.

Nach über 30 Jahren war Microsoft scheinbar der Meinung, dass es an der Zeit sei, das simple Malprogramm MS Paint zu modernisieren. Aber anstatt einfach die bewährte Anwendung um zusätzliche Funktionen zu erweitern, wurde in Redmond kurzerhand eine komplett neue Version entwickelt. Der größte Unterschied: Die mit dem Windows 10 Creators Update eingeführte Variante versteht sich nicht nur auf zwei, sondern auf drei Dimensionen, sodass das Programm sinnigerweise auch Paint 3D heißt.

Paint 3D hat den Klassiker MS Paint aber nicht komplett aus dem Betriebssystem verdrängt. Zwar ist im Startmenü unter dem Buchstaben „P“ kein Hinweis mehr auf das alte Malprogramm zu finden, doch ein Blick in die Rubrik „Windows-Zubehör“ zeigt, dass „Paint“ auch in Windows 10 Creators Update enthalten ist. Beim hauseigenen Browser Microsoft Edge verfährt Microsoft übrigens auch so: Der neue Browser ist in der obersten Ebene des Startmenüs untergebracht, sein Vorgänger Internet Explorer wurde in den Bereich „Windows-Zubehör“ verbannt.

Wir stellen Ihnen die neue Paint-App vor und verraten Ihnen auch, was es mit der Online-Community Remix 3D auf sich hat.

Windows 10 Creators Update: Alle Neuerungen im Überblick

Paint erobert die dritte Dimension

MS Paint ist ein sehr einfach gehaltenes Malprogramm, das in Zeiten von Touch-Displays und Stiftunterstützung schlichtweg veraltet wirkt. Zwar unterstützt die Software die Stifteingabe, allerdings stehen nur vier Strichstärken zur Auswahl, was das vernünftige Zeichnen und Skizzieren nahezu unmöglich macht. Aus diesem Grund hat Microsoft bereits mit dem Windows 10 Anniversary Update den speziell für die Stifteingabe konzipierten Windows Ink-Arbeitsbereich nachgereicht.

Dass sich MS Paint hingegen nur auf zwei Dimensionen beschränkt, ist weniger problematisch. Schließlich dürften sich nur die wenigsten Anwender bisher mit der Gestaltung aufwändiger 3D-Objekte beschäftigt haben. Dies könnte sich zukünftig aber ändern, da sich mit Paint 3D auf relativ einfache Art und Weise dreidimensionale Motive kreieren lassen. Das Attribut „relativ einfach“ bezieht sich dabei aber auf die grundlegende Bedienung der Software – das Umsetzen seiner Ideen in die Praxis erfordert nach wie vor einen nicht unerheblichen Aufwand. Dass das Programm für Microsoft mehr als nur eine nette Spielerei ist, zeigt sich nicht zuletzt auch an der Auswahl der unterstützten Dateiformate. Neben normalen JPG-,PNG- und TIF-Grafiken unterstützt Paint 3D auch die Formate 3MF für die Ausgabe auf 3D-Druckern und FBX. Letzteres findet unter anderem auch in professioneller 3D-Software wie Cinema 4D, Lightwave 3D und 3D Studio Max Verwendung.

Alle Werkzeuge, die kreative Köpfe für ihre Arbeit benötigen

Das Gestalten dreidimensionaler Objekte ist mit Paint 3D relativ einfach, da Ihnen das Programm nur die wichtigsten Funktionen in die Hand gibt. Somit gestalten auch unerfahrene Anwender schnell eigene Objekte.
Vergrößern Das Gestalten dreidimensionaler Objekte ist mit Paint 3D relativ einfach, da Ihnen das Programm nur die wichtigsten Funktionen in die Hand gibt. Somit gestalten auch unerfahrene Anwender schnell eigene Objekte.

Die Bedienoberfläche von Paint 3D ist ein Musterbeispiel für das Aussehen sogenannter Universal Windows Plattform Apps, also Anwendungen, die für die Nutzung auf verschiedenen Windows-Plattformen und Formfaktoren entwickelt wurden. Sechs Arbeitsbereiche stehen zur Auswahl, was den Einstieg erleichtert: „Tools“, „3D-Objekte“, „Aufkleber“, „Text“, „Effekte“ und „Zeichenbereich“. Nachdem Sie ein Benutzerkonto bei Remix 3D (siehe Abschnitt „Remix 3D ist die Online-Community von Microsoft“) angelegt haben, kommt ein siebter Bereich hinzu. Das Aussehen der Bedienoberfläche passen Sie an, indem Sie links oben auf das Symbol mit den drei Linien klicken und „Einstellungen“ wählen. Entscheiden Sie sich für den „Kompaktmodus“, wird die rechte Befehlsleiste in verkleinerter Form angezeigt. Über „Anzeigequalität“ legen Sie die Grafikqualität der verwendeten Objekte fest. Standard ist „Normal“, das Maximum nennt sich „Ultra“. Haben Sie sich für einen Bereich entschieden, zum Beispiel „Tools“, präsentiert Ihnen Paint 3D in der rechten Randspalte alle Funktionen, Werkzeuge und Optionen. In diesem Fall sind das etwa Mal- und Zeichenwerkzeuge wie „Kalligrafiestift“, „Wasserfarbe“ und „Spraydose“. Die Strichstärke lässt sich übrigens stufenlos einstellen – von einem Pixel bis hin zu 100 Pixeln; die als „Deckkraft“ bezeichnete Transparenz kann ebenfalls verändert werden.

Im Bereich „3D-Objekte“ stehen Ihnen hingegen diejenigen Elemente zur Auswahl, mit deren Hilfe Sie dreidimensionale Kunstwerke erschaffen. Entweder Sie wählen eines der fünf angebotenen 3D-Modelle aus und passen es an ihre Wünsche an, oder Sie gestalten eigene Formen, indem Sie die sechs „3D-Objekte“, darunter „Würfel“, „Zylinder“ und „Ring“ miteinander kombinieren. Die dritte Möglichkeit nennt sich „3D-Skizze“. Entscheiden Sie sich dafür, verleiht Paint 3D der von Ihnen gezeichneten Form einen Pseudo-3D-Effekt. Ein weiterer Weg in die dritte Dimension führt über die ebenfalls in Windows 10 Creators Update integrierte Microsoft-App 3D Builder . Die App wandelt mit der Kamera fotografierte Motive in 3D-Objekte um. Diese können Sie dann auf einem 3D-Drucker ausgeben oder im Format 3MF speichern und in Paint 3D importieren.

Haben Sie Ihre Kreation fertiggestellt, können Sie das Projekt als offene Datei speichern, um es zu einem späteren Zeitpunkt weiterzubearbeiten. Oder Sie entscheiden sich für das Exportieren – hierbei können Sie zwischen den gängigsten 2D-Grafikformaten und den bereits angesprochenen 3D-Dateitypen auswählen. Nettes Gimmick: Arbeitsschritte lassen sich nicht nur rückgängig machen und wiederherstellen. Es ist auch möglich, den kompletten Verlauf als Video zu speichern.

Tipp: Virtual Reality mit Windows 10 selbstgemacht

Remix 3D ist die Online-Community von Microsoft

Auf Remix3D.com können Nutzer von Paint 3D ihre eigenen Kreationen der Öffentlichkeit vorstellen und von anderen Anwendern designte Objekte zur eigenen Verwendung herunterladen.
Vergrößern Auf Remix3D.com können Nutzer von Paint 3D ihre eigenen Kreationen der Öffentlichkeit vorstellen und von anderen Anwendern designte Objekte zur eigenen Verwendung herunterladen.

Damit möglichst viele Nutzer einen Blick auf Paint 3D werfen und sich mit der Gestaltung dreidimensionaler Motive beschäftigen, hat Microsoft auch eine Online-Community ins Leben gerufen: Remix 3D . Hier können Anwender Ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit vorstellen und von anderen Nutzern gestaltete Objekte herunterladen, um sie in ihre eigenen Projekte zu integrieren. Um Teil dieser Community zu werden, die derzeit nur in einer englischsprachigen Version zur Verfügung steht, müssen Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto anmelden. Am einfachsten geht diese Anmeldung vonstatten, indem Sie in Paint 3D das ganz rechts platzierte Symbol wählen und sich durch die Begrüßungsbildschirme klicken. Klicken Sie dann auf das Symbol „Anmelden“, wählen Sie Ihr Microsoft-Konto aus und folgen Sie den Bildschirmanweisungen. Starten Sie Paint 3D anschließend neu, steht der Befehl „Remix 3D“ in der Menüleiste zur Verfügung. Klicken Sie den Befehl an, werden Ihnen in der rechten Seitenspalte von Microsoft vorgeschlagene 3D-Objekte präsentiert. Haben Sie ein interessantes Motiv entdeckt, klicken Sie auf das Downloadsymbol, um es in Ihr eigenes Paint-3D-Projekt einzufügen und nach Belieben zu bearbeiten.

Mit dem Creators Update fügt Microsoft Windows 10 jede Menge neue Funktionen hinzu. Unter anderem den Game Mode, der die Spiele-Performance verbessern soll, die rudimentäre 3D-Software Paint 3D, Verbesserungen im Edge-Browser und vieles mehr. Wir haben die wichtigsten Neuerungen der Build 15019 in diesem Video zusammengefasst.

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