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Paint 3D: So malen Sie in drei Dimensionen

29.08.2017 | 10:10 Uhr |

Willkommen in der dritten Dimension. Mit dem kostenlosen Tool „Paint 3D“ aus dem Windows 10 Creators Update lassen Sie Ihrer Kreativität in räumlichen 3D-Projekten freien Lauf.

Nach über 30 Jahren war Microsoft scheinbar der Meinung, dass es an der Zeit sei, das simple Malprogramm MS Paint zu modernisieren. Aber anstatt einfach die bewährte Anwendung um zusätzliche Funktionen zu erweitern, wurde in Redmond kurzerhand eine komplett neue Version entwickelt. Der größte Unterschied: Die mit dem Windows 10 Creators Update eingeführte Variante versteht sich nicht nur auf zwei, sondern auf drei Dimensionen, sodass das Programm sinnigerweise auch Paint 3D heißt.

Paint 3D hat den Klassiker MS Paint aber nicht komplett aus dem Betriebssystem verdrängt. Zwar ist im Startmenü unter dem Buchstaben „P“ kein Hinweis mehr auf das alte Malprogramm zu finden, doch ein Blick in die Rubrik „Windows-Zubehör“ zeigt, dass „Paint“ auch in Windows 10 Creators Update enthalten ist. Beim hauseigenen Browser Microsoft Edge verfährt Microsoft übrigens auch so: Der neue Browser ist in der obersten Ebene des Startmenüs untergebracht, sein Vorgänger Internet Explorer wurde in den Bereich „Windows-Zubehör“ verbannt.

Wir stellen Ihnen die neue Paint-App vor und verraten Ihnen auch, was es mit der Online-Community Remix 3D auf sich hat.

Windows 10 Creators Update: Alle Neuerungen im Überblick

Paint erobert die dritte Dimension

MS Paint ist ein sehr einfach gehaltenes Malprogramm, das in Zeiten von Touch-Displays und Stiftunterstützung schlichtweg veraltet wirkt. Zwar unterstützt die Software die Stifteingabe, allerdings stehen nur vier Strichstärken zur Auswahl, was das vernünftige Zeichnen und Skizzieren nahezu unmöglich macht. Aus diesem Grund hat Microsoft bereits mit dem Windows 10 Anniversary Update den speziell für die Stifteingabe konzipierten Windows Ink-Arbeitsbereich nachgereicht.

Dass sich MS Paint hingegen nur auf zwei Dimensionen beschränkt, ist weniger problematisch. Schließlich dürften sich nur die wenigsten Anwender bisher mit der Gestaltung aufwändiger 3D-Objekte beschäftigt haben. Dies könnte sich zukünftig aber ändern, da sich mit Paint 3D auf relativ einfache Art und Weise dreidimensionale Motive kreieren lassen. Das Attribut „relativ einfach“ bezieht sich dabei aber auf die grundlegende Bedienung der Software – das Umsetzen seiner Ideen in die Praxis erfordert nach wie vor einen nicht unerheblichen Aufwand. Dass das Programm für Microsoft mehr als nur eine nette Spielerei ist, zeigt sich nicht zuletzt auch an der Auswahl der unterstützten Dateiformate. Neben normalen JPG-,PNG- und TIF-Grafiken unterstützt Paint 3D auch die Formate 3MF für die Ausgabe auf 3D-Druckern und FBX. Letzteres findet unter anderem auch in professioneller 3D-Software wie Cinema 4D, Lightwave 3D und 3D Studio Max Verwendung.

Die ersten Schritte mit Paint 3D: So einfach legen Sie los

Sobald Sie das Windows 10 Creators Update installiert haben, befindet sich Paint 3D auf der Festplatte Ihres Computers. Geben Sie einfach in die Suchleiste auf dem Desktop links unten „Paint 3D“ ein. In der Trefferliste klicken Sie auf „Paint 3D -Vertrauenswürdige Windows Store-App“. Nach dem Start werden Sie von einem Willkommens-Bildschirm begrüßt, in dem Sie auf die Schaltfläche „Neu“ klicken.

Nun sehen Sie die Zeichenfläche, die wie eine große weiße Wand inmitten der dreidimensionalen Umgebung steht. Einen guten Eindruck vom virtuellen Raum bekommen Sie, wenn Sie durch Drehen des Mausrads nach unten herauszoomen und danach das Mausrad nach oben drehen, um wieder zur normalen Ansicht zurückzukehren. Der Boden des Raums wird durch eine Gitternetzfläche illustriert, in der sich die Zeichenobjekte dezent spiegeln.

Nun ist es an der Zeit für Ihr erstes eigenes 3D-Objekt – wählen Sie das Würfelsymbol und klicken Sie in der Werkzeugleiste rechts auf das Icon „Würfel“. Per Mausklick in die weiße Zeichenfläche platzieren Sie den Würfel im 3D-Raum. Um das Objekt herum erkennen Sie einen Rahmen, mit dem Sie die Größe, Ausrichtung und Position ändern können:

• Der obere Pfeil erlaubt Ihnen das Drehen des Objekts nach links oder rechts

• Der rechte Pfeil dient zum Kippen des Objekts nach vorne oder hinten

• Der untere Pfeil dreht das Objekt um seine horizontale Achse

• Der linke Pfeil verschiebt das Objekt im dreidimensionalen Raum nach vorne oder hinten

• Die acht weißen Quadrate entlang der Rahmenkontur dienen zum Skalieren, Strecken oder Stauchen des Objekts

Indem Sie innerhalb des Rahmens klicken und die Maustaste gedrückt halten, verschieben Sie das Objekt entsprechend.

Experimentieren Sie mit anderen verfügbaren 3D-Formen, um ein Gefühl für das Zeichnen im dreidimensionalen Raum zu bekommen.

Im Grunde reine Formsache: eigene 3D-Skizzen entwerfen

Mit dem Werkzeug 3D-Skizzen fertigen Sie eigene Formen an (links). In der Seitenansicht verändern Sie die Tiefe des Objekts (Mitte). Mit den Pfeil-Icons am Bearbeitungsrahmen positionieren und arrangieren Sie Ihr 3D-Objekt frei im Raum (rechts).
Vergrößern Mit dem Werkzeug 3D-Skizzen fertigen Sie eigene Formen an (links). In der Seitenansicht verändern Sie die Tiefe des Objekts (Mitte). Mit den Pfeil-Icons am Bearbeitungsrahmen positionieren und arrangieren Sie Ihr 3D-Objekt frei im Raum (rechts).

In Paint 3D sind Sie nicht auf vordefinierte, geometrische Körper beschränkt, sondern können auch ganz eigene Formen auf die Leinwand bringen. Dazu klicken Sie unter „3D-Objekte“ (Würfel-Symbol) in der Rubrik „3D-Skizze“ auf das Icon „Scharfe Kante“. Klicken Sie einmal in die Zeichenfläche, um den Startpunkt Ihrer Skizze festzulegen. Dann bewegen Sie den Mauspfeil zum nächsten gewünschten Punkt, klicken erneut, und so weiter. Auf diese Weise erzeugen Sie zum Beispiel mit wenigen Mausklicks einen Stern. Nachdem Sie am Ausgangspunkt angelangt sind, wird das resultierende dreidimensionale Objekt von Paint 3D erzeugt und kann wie die Standard-Formen frei skaliert, positioniert und variiert werden. Wenn Sie über einen Computer mit Stifteingabe verfügen oder geschickt im Umgang mit der Maus sind, können Sie auch Freihandformen zeichnen, indem Sie die Maustaste gedrückt halten und den Mauspfeil an den gewünschten Konturen entlang führen.

Tipp: Standardmäßig sind die 3D-Objekte sehr „dick“, verfügen also über eine große Tiefe. Um die Objekttiefe zu verringern, drehen Sie es mit dem unteren Pfeil-Icon am Bearbeitungsrahmen bis zur Seitenansicht und schieben Sie das rechte oder linke mittlere Anfasser-Quadrat nach innen, um die Form zu verschlanken.

Für mehr Pep bringen Sie einfach zusätzliche Farben ins Spiel

Die Grafiktools bieten Ihnen jede Menge Flexibilität bei der farblichen Gestaltung Ihrer 3D-Objekte. Der Würfel wurde mit dem Werkzeug ?Ausfüllen? komplett eingefärbt.
Vergrößern Die Grafiktools bieten Ihnen jede Menge Flexibilität bei der farblichen Gestaltung Ihrer 3D-Objekte. Der Würfel wurde mit dem Werkzeug ?Ausfüllen? komplett eingefärbt.

Bislang erscheint Ihr Werk ziemlich farblos – deshalb ist es nun an der Zeit, den virtuellen Pinsel zu schwingen und die Szene etwas bunter zu gestalten. Platzieren Sie ein beliebiges 3D-Objekt – im Beispiel einen großen Würfel – auf der Zeichenfläche und klicken Sie in der oberen Werkzeugleiste auf das Pinsel-Symbol, um die „Grafiktools“ zu öffnen. Die rechte Randleiste füllt sich daraufhin mit verschiedenen Stiften und Pinseln zum Bemalen des Objekts mit einer Farbe. Färben Sie zunächst den gesamten Würfel ein, indem Sie das letzte Werkzeug in der Reihe namens „Ausfüllen“ aktivieren. Im Farbbereich unten belassen Sie die Fülleinstellung auf „Matt“ und wählen aus der Palette ein kräftiges Blau. Nun klicken Sie mit dem Fadenkreuz-Cursor auf eine beliebige Stelle des Würfels, und schon wird er mit der zuvor gewählten Farbe koloriert.

Tipp: Um die Auswirkung der Einfärbung am ganzen Objekt zu begutachten, klicken Sie auf das Kugelsymbol unterhalb des Objekts und drehen Sie es langsam bei gedrückt gehaltener Maustaste in die entsprechende Richtung.

Wie wäre es nun mit weißen Punkten für die Augenzahlen? Kein Problem: aktivieren Sie den „Textmarker“ (erstes Werkzeug in der Reihe), setzen Sie die „Stärke“ auf rund 80 Pixel und die „Deckkraft“ auf 100 Prozent. Klicken Sie in der Palette auf das weiße Farbfeld und „malen“ Sie die Punkte per Mausklick auf die Oberfläche des Würfels.

Um jetzt die Augen auf die dem Betrachter abgewandten Seiten des Würfels anzubringen, nutzen Sie jeweils das Drehwerkzeug unterhalb des Objekts.

Tipp: Sind Ihnen einfarbige Objekte zu langweilig, greifen Sie doch einfach zu einem der Kunstpinsel, tunken Sie ihn in die virtuelle Farbpalette und tragen Sie freihändig die Farbe auf die 3D-Objekte auf. Dabei folgt der Pinselstrich exakt den Oberflächenkonturen der „bemalten“ Objekte. Mit ein wenig Übung erzielen Sie so aufregende Ergebnisse. Gut: Die Bearbeitungen können Sie rückgängig machen und sich so langsam an das für Sie optimale Design herantasten.

Tipp: Virtual Reality mit Windows 10 selbstgemacht

Hintergründig: Die Leinwand mit einer „Fototapete“ bekleben

Ziehen Sie ganz einfach Ihre Lieblingsfotos aus dem Explorer in Ihre Paint 3D-Grafik, um den Hintergrund attraktiv auszuschmücken.
Vergrößern Ziehen Sie ganz einfach Ihre Lieblingsfotos aus dem Explorer in Ihre Paint 3D-Grafik, um den Hintergrund attraktiv auszuschmücken.

Der weiße Hintergrund in unserem Beispiel wirkt noch ein wenig fahl und nicht sehr ansprechend. Sorgen Sie für Abhilfe, indem Sie mit wenigen Mausklicks nun etwas Leben in die Szene bringen.

Klicken Sie zunächst in der rechten Spalte auf „Auswählen“ und nachfolgend in eine beliebige Stelle der „Wand“ im Hintergrund. Dann öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows + E den Explorer, navigieren zu Ihrem Bilderverzeichnis auf Festplatte oder einer Netzwerkfreigabe und ziehen ein passendes Foto – beispielsweise die Aufnahme eines blauen, mit weißen Wölkchen gesprenkelten Himmels – ganz einfach aus dem Explorer heraus über den Hintergrund in Paint 3D. Das war es schon – das Foto wird in die „Leinwand“ eingepasst und lässt sich durch Verschieben der jeweiligen Bearbeitungspunkte exakt an Ihre Wünsche anpassen.

Remix 3D: Vorlagen aus der Community herunterladen

Mit fremden Federn schmücken: Integrieren Sie detaillierte Modelle professioneller Grafikdesigner in Ihre eigenen Projekte.
Vergrößern Mit fremden Federn schmücken: Integrieren Sie detaillierte Modelle professioneller Grafikdesigner in Ihre eigenen Projekte.

Ein schnöder Würfel vor einem weiten Himmel macht sich nicht besonders gut – ein sich in die Lüfte schwingender Vogel wäre da schon stilvoller. Nun können Sie – die entsprechende künstlerische Begabung vorausgesetzt – einen Vogel aus den geometrischen Grundkörpern zusammensetzen oder per Freihandskizze auf die digitale Leinwand bannen. Viel einfacher und schneller geht es jedoch, wenn Sie sich aus dem reichhaltigen Fundus der Community bedienen, der Microsoft mit dem Service „Remix 3D“ ein Zuhause bietet. Wie Sie auf diesen Service zugreifen können, erfahren Sie im Kasten „Remix 3D: so nutzen Sie die Community-Plattform“.

Sobald Sie sich angemeldet haben, geben Sie in das Feld „Remix 3D durchsuchen“ Ihre Suchanfrage ein – im Beispiel das Wort „Vogel“. Nun wird Ihnen eine ganze Reihe von Modellen präsentiert. Scrollen Sie ein wenig nach unten, wo Sie auf einige sehr professionell realisierte 3D-Kunstwerke stoßen – im Beispiel haben wir uns für das Modell „Kolibri“ entschieden.

Nachdem Sie die gewünschte Miniatur angeklickt haben, erscheint eine größere, animierte Vorschau, in der Sie das Modell ausführlich begutachten können. Mit einem Klick auf die Schaltfläche „In Projekt platzieren“ starten Sie den Download-Vorgang. Nach kurzer Zeit wird das Modell in Ihr Projekt integriert und Sie können es wie jedes Objekt beliebig verschieben, skalieren und anpassen.

Remix 3D: So nutzen Sie die Community-Plattform

Mit Remix 3D hat Microsoft eine weltweite Plattform für alle Nutzer von Paint 3D geschaffen. Der Service ist ein gelungener Mix aus Ausstellungsraum und Requisite – hier laden grafisch versierte Talente ihre neuesten Kreationen hoch, während sich künstlerisch weniger bedarfte Zeitgenossen fertige 3D-Modelle jeder Couleur herunterladen. Um Remix 3D nutzen zu können, müssen Sie folgende Schritte ausführen:

Mit Remix 3D bietet Microsoft allen Paint 3D-Anwendern eine kreative Plattform zum Austausch von Werken und Modellen.
Vergrößern Mit Remix 3D bietet Microsoft allen Paint 3D-Anwendern eine kreative Plattform zum Austausch von Werken und Modellen.

Klicken Sie in Paint 3D auf das äußerste rechte Icon in der oberen Leiste. Der Fensterbereich füllt sich nun mit interessanten Kreationen und bietet ganz oben ein Suchfeld. Wenn Sie irgendein Element herunterladen möchten, werden Sie darauf hingewiesen, dass Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto anmelden müssen. Geben Sie die Login-Daten Ihres Microsoft-Kontos ein oder erstellen Sie ein neues Konto. Nach der Anmeldung werden Sie auf die Remix 3D Website weitergeleitet. Für den Zugriff auf alle Inhalte benötigen Sie ein „Xbox Live“-Profil, das auf Wunsch automatisch für Sie angelegt wird. Entscheiden Sie sich für einen „Nickname“ (Spitznamen) und ein grafisches Icon für Ihr neues Profil und bestätigen Sie die Anfrage. Zuletzt geben Sie noch Ihr OK, dass Paint 3D mit diesem Konto verknüpft wird. Nun können Sie auf alle Inhalte von Remix 3D zugreifen.

Achtung: Die interne Verarbeitung und die Verknüpfung von App, Konto und Xbox Live-Profil kann einige Zeit in Anspruch nehmen – unter Umständen mehrere Minuten. Solange das von Ihnen gewählte Xbox Live-Icon nicht in der oberen Leiste des Remix 3D-Bereichs erscheint, quittiert die App jegliche Anfragen mit einer Fehlermeldung.

Werden Sie zum Lichtmeister und stellen Sie die Beleuchtung ein

Flug in den Sonnenuntergang: Der Lichteffekt "Flieder" sorgt für eine frühabendliche Lichtstimmung - die weißen Wolken und das Gefieder des Kolibri sind rötlich getönt.
Vergrößern Flug in den Sonnenuntergang: Der Lichteffekt "Flieder" sorgt für eine frühabendliche Lichtstimmung - die weißen Wolken und das Gefieder des Kolibri sind rötlich getönt.

Schon mit der Standardbeleuchtung sieht das 3D-Projekt schon ungemein realistisch aus – doch durch das Ändern der Beleuchtung setzen Sie weitere visuelle Akzente. Wie wäre es mit einem Kolibri, der die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießt?

Die Beleuchtungseinstellungen verbergen sich im Menü „Effekte“, das von einem Sonnen-Icon in der oberen Auswahlleiste repräsentiert wird. Unter „Filter“ legen Sie Sie Grundfarbe des Lichts fest – beispielsweise „Lavendel“ für ein strahlend helles, leicht lila gefärbtes Licht oder „Flieder“ für eine faszinierende Sonnenuntergangs-Stimmung. Mit dem „Beleuchtungsrad“ regulieren Sie den Einfallswinkel des Lichts. Drehen Sie so lange an der Skala, bis der Vogel ideal ausgeleuchtet ist.

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Zwei-oder dreidimensionale Texte hinzufügen und gestalten

Auch Texte werden in Paint 3D zu fast greifbaren, perfekt ausgeleuchteten Objekten.
Vergrößern Auch Texte werden in Paint 3D zu fast greifbaren, perfekt ausgeleuchteten Objekten.

Ein Bild sagt zwar mehr als tausend Worte, doch oftmals kommen Ihre Werke nicht ohne Text aus. Deshalb bietet Paint 3D eine Funktion zum Integrieren von zwei-oder dreidimensionalen Buchstaben. Klicken Sie in der oberen Werkzeugleiste auf das Icon „T“ und entscheiden Sie sich im Arbeitsbereich „Text“ für „2D-“ oder „3D-Text“. Da wir zweidimensionale Buchstaben aus Word & Co schon zur Genüge kennen, wählen Sie die Option „3D“. Suchen Sie zunächst eine Schriftart aus, legen Sie dann die Größe fest und wählen Sie als Komplementärfarbe zum blauen Himmel etwa ein sattes Orange-Gelb. 3D-Buchstaben benötigen viel „Fleisch“, deshalb aktivieren Sie die Option „F“ für „Fett“, bevor Sie mit dem Textcursor in das Bild klicken.

Nun tragen Sie Ihren Text ein, im Beispiel „FLY AWAY“. Großbuchstaben funktionieren in 3D übrigens besser als die herkömmliche Groß-und Kleinschreibung. Nachdem Sie den Text eingegeben haben, klicken Sie außerhalb des Textrahmens, und schon werden die Lettern dreidimensional gerendert. Am Bearbeitungsrahmen erscheinen die bekannten Icons zur Ausrichtung des Textblocks im virtuellen Raum. Im Beispiel haben wir den Text leicht um die horizontale und vertikale Achse gedreht, um den räumlichen Eindruck zu verstärken.

Virtuelle Kamera: So machen Sie Ihr Modell zur Bilddatei

Aus 3D mach 2D: Zum Verschicken per E-Mail oder für den großformatigen Ausdruck bereiten Sie die Datei im Menü "Zeichenbereich" vor und exportieren sie abschließend im verbreiteten JPEG-Format.
Vergrößern Aus 3D mach 2D: Zum Verschicken per E-Mail oder für den großformatigen Ausdruck bereiten Sie die Datei im Menü "Zeichenbereich" vor und exportieren sie abschließend im verbreiteten JPEG-Format.

Wenn Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden sind, wollen Sie diese selbstverständlich auch anderen präsentieren. Das geht natürlich nicht mit einem 3D-Modell, weshalb Sie im letzten Arbeitsgang ein zweidimensionales Abbild Ihres Werks erzeugen und als Bilddatei im JPG-Format speichern.

Öffnen Sie mit einem Klick auf das Quadrat in der Symbolleiste den „Zeichenbereich“. Hier können Sie die Bildgröße in „Pixel“ exakt festlegen, wenn Sie die Grafik ganz klein für Ihre Homepage oder den E-Mail-Versand gestalten möchten. Oder Sie erhöhen die Werte auf mehrere Tausend Pixel für dem Druck als Poster. Achten Sie darauf, dass der Schalter „Beim Anpassen der Größe ...“ auf „Ein“ steht, damit markierte Grafikelemente passend zur neuen Bildgröße mit skaliert werden. Sobald Sie die Bildgröße festgelegt haben, klicken Sie oben links auf das Ordnersymbol und wählen unter „Exportieren“ das gewünschte Dateiformat. Hier bietet sich das platzsparende JPEG-Format an. Geben Sie dem Bild einen Dateinamen und klicken Sie auf „Speichern“. Nun findet sich der „Abzug“ Ihres 3D-Modells im Ordner „Bilder“ oder im Verzeichnis Ihrer Wahl.

3D-Builder: 2D-Fotos zu 3D-Modellen machen

In der Bildbearbeitungssoftware freigestellte Objekte (links eine Rose in Photoshop) können Sie im 3D Builder (rechts) in dreidimensionale Objekte verwandeln und in Paint 3D importieren.
Vergrößern In der Bildbearbeitungssoftware freigestellte Objekte (links eine Rose in Photoshop) können Sie im 3D Builder (rechts) in dreidimensionale Objekte verwandeln und in Paint 3D importieren.

Neben Paint 3D hat Microsoft im Zuge des Creators Update mit dem „3D Builder“ eine Software zur Konvertierung von Fotos in dreidimensionale Objekte zur Verfügung gestellt. Diese wendet sich an semiprofessionelle Anwender, die beispielsweise 3D-Drucke anfertigen möchten. Doch der 3D Builder dient auch als Bindeglied zwischen Ihrer Bildbearbeitungssoftware und Paint 3D. Im Bild unten wurde die Aufnahme einer Rose in Adobe Photoshop freigestellt und als PNG-Datei gespeichert. Im 3D Builder wurde das Bild importiert und in ein 3D-Objekt umgewandelt. Solche Objekte können Sie im 3MF-Format speichern und in Paint 3D per „Einfügen“ in die aktuelle Szene laden. Damit stehen Ihnen weitreichende kreative Möglichkeiten zur Integration Ihrer Aufnahmen in 3D-Projekte offen.

Mit dem Creators Update fügt Microsoft Windows 10 jede Menge neue Funktionen hinzu. Unter anderem den Game Mode, der die Spiele-Performance verbessern soll, die rudimentäre 3D-Software Paint 3D, Verbesserungen im Edge-Browser und vieles mehr. Wir haben die wichtigsten Neuerungen der Build 15019 in diesem Video zusammengefasst.

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