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Vorwurf: NASA will Mars Rover Opportunity gar nicht retten

03.09.2018 | 13:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Seit 2004 funkt der Mars Rover Opportunity seine Signale vom Mars zur Erde. Doch im Mai 2018 brach ein fürchterlicher Sandsturm los. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von dem bis dato unverwüstlichen Erkundungs-Fahrzeugs der NASA. Update: Will die NASA Opportunity gar nicht mehr retten?

Update 3.9.: Will die NASA Opportunity sterben lassen?

Sobald die Stärke des immer noch nachwirkenden Sandsturms unter ein gewisses Niveau gefallen ist, wird die NASA versuchen den vermissten Rover immer wieder zu kontaktieren. 45 Tage lang sollen diese aktiven Kontaktversuche unternommen werden. Sollte Opportunity darauf antworten, würde die NASA den Zustand des Mars-Rovers überprüfen und ihn wieder in Betrieb nehmen. Sollten die 45 Tage aber ohne Antwort vom Rover vorübergehen, dann wird die NASA davon ausgehen, dass der Rover schwer beschädigt oder zerstört ist und seine Mission damit beenden. Nur noch passiv würde die NASA dann auf eventuell eintreffende Signale von dem Mars-Rover lauschen.

The Verge will aber von Mitarbeitern des Opportunity-Projekts erfahren haben, dass die NASA-Leitung gar kein echtes Interesse hat den Kontakt zu Opportunity wiederherzustellen. Stattdessen wolle die NASA Geld sparen und deshalb Opportunity zu Grabe tragen. Darauf sei bewusst die relativ kurze Dauer der Kontaktversuche ausgelegt worden. Deshalb hagelt es nun Kritik auf Twitter.

Update Ende Seit dem 10. Juni 2018 haben die NASA-Wissenschaftler des "Mars Exploration Rover Program" kein Lebenszeichen mehr vom Mars-Rover Opportunity erhalten, wie die NASA mitteilt. Denn im Mai brach ein gewaltiger Sandsturm auf dem Mars los. Dieser Sturm unterbrach die Verbindung zwischen dem fahrbaren 1,6 Meter langen, bis zu 1,5 Meter hohen und 185 kg schweren Mars-Rover und der Bodenstation und verhindert vor allem, dass Opportunity seine Akkus mit Hilfe seiner Solarzellen wieder aufladen konnte. Der Rover ging deshalb in den Ruhemodus, aus dem er nach dem Ende des Sandsturms eigentlich wieder aufwachen sollte. Der Sandsturm ist seit zirka zwei Wochen vorbei. Jetzt stellt sich die Frage, wie lange Opportunity braucht um seine Akkus wieder ausreichend aufzuladen. Oder ob Opportunity für immer schlafen wird. Denn es ist durchaus möglich, dass die Akkus durch die Tiefentladung Schaden genommen haben.

Die NASA-Wissenschaftler spielen im Control-Center nun jeden neuen Mars-Tag einen anderen Song wie zum Beispiel "Wake Me Up Before You Go-Go", "Here Comes the Sun“ oder "Dust in the Wind" ab, um sich aufzumuntern und Mut zuzusprechen, wie space.com, eine auf Weltraum-Nachrichten spezialisierte Webseite, berichtet. Ein Tag auf dem Mars dauert etwas länger als ein Tag auf der Erde, nämlich 24 Stunden, 39 Minuten und 35,244 Sekunden. Es sei das erste Mal, dass Opportunity schweigen würde, seit der Rover im Januar 2004 auf dem roten Planeten gelandet ist. Die Wissenschaftler haben keine Ahnung, wie es ihrem Mars-Rover geht und ob er überhaupt noch funktionsfähig ist.

Ursprünglich sollte Opportunity nur 90 Tage lang nach der Landung auf dem Mars Signale von der Marsoberfläche zur Erde funken, doch der Rover erwies sich als unverwüstlich und schickt nun seit 2004 seine Daten zur Erde. Bis Mai 2018 eben, als der mächtige Sandsturm dazwischen kam.

Über die Oberfläche des Planeten Mars rumpelt übrigens noch ein weiterer Mars Rover: Curiosity. Anders als Opportunity bezieht Curiosity seine Energie jedoch aus Kernenergie. Deshalb konnte ihm der Sandsturm nichts anhaben. Sie können Curiosity übrigens für wenige Tausend Dollar nachbauen.

Spirit, das Schwestermodell von Opportunity, landete ebenfalls im Januar 2004 auf dem Mars. Zu diesem Mars Rover brach am 22. März 2010 der Kontakt aber ab.

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