2265439

OLG-Urteil: Check24 muss künftig besser beraten

07.04.2017 | 16:29 Uhr |

Vergleichsportale wie Check24 müssen ihre Kunden in Zukunft besser beraten, informieren und über Makler-Tätigkeiten aufklären.

In dieser Woche hat der 29. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München ein Urteil des Landgerichts München vom Juli 2016 bestätigt . Das OLG urteilte zugunsten des Bundesverbands der deutschen Versicherungskaufleute (BVK), der gegen das Internetportal Check24 geklagt hatte.

Das Urteil hat Signalwirkung für den Verbraucherschutz und nimmt Internet-Vergleichsportale nun stärker in die Pflicht. Anbieter wie Check24 müssen ihre Kunden in Zukunft vor dem Abschluss einer Versicherung besser informieren und aufklären. So müssen Check24 und Co. auf ihren Web-Portalen deutlicher hervorheben, dass sie nicht nur Preise vergleichen, sondern auch als Versicherungsmakler agieren und für jeden Abschluss Provisionen kassieren.

In Revision kann Check24 nach dem Urteil nun nicht mehr gehen. Dem Unternehmen bleibt lediglich eine Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH). Ob Check24 von diesem Rechtsmittel Gebrauch machen wird, ist noch unklar. Das Unternehmen bestätigte jedoch, dass sich zwar am Geschäftsmodell nichts ändern werde, man jedoch das Urteil umsetzen werde, sobald es rechtskräftig ist.

Check24 muss künftig besser informieren und aufklären.
Vergrößern Check24 muss künftig besser informieren und aufklären.
© check24.de

Nach Ansicht von BVK-Präsident Michael Heinz sei Check24 kein Vergleichsportal, sondern eine „Verkaufsmaschine“. Obwohl der Verband nur gegen Check24 geklagt hatte, geht Heinz davon aus, dass sich das Urteil auch auf andere Vergleichportale auswirken wird, da der Großteil ein ähnliches Geschäftsmodell nutze wie Check24. Für Online-Portale, die als Makler agieren, müssten die selben Spielregeln gelten wie für Versicherungskaufleute.

Laut dem Urteil muss Check24 seine Kunden künftig auch vor dem Abschluss von Kfz-, Haftpflicht- und Hausrat-Versicherungen genauer befragen und klären, ob die Versicherungen für sie auch tatsächlich notwendig sind. Das Portal muss außerdem genauer über spezielle Risiken - wie etwa Risikosportarten, die oft nicht abgedeckt sind - aufklären.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2265439