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Offizielle Fußball-App macht Jagd auf illegale Streams

12.06.2018 | 11:40 Uhr |

Die offizielle App der spanischen Fußball-Liga spioniert ihre Nutzer aus. Dazu schaltet sie die Mikrofone der Geräte an.

Die spanische Fußballliga La Liga hat bestätigt , dass ihre App ungefragt ihre Nutzer ausspioniert. Die App wird laut Google Play Store von über 10 Millionen Nutzern verwendet. Aufgedeckt wurde der Fall von der spanischen Zeitung El País, laut der eine DSGVO-Anfrage für die Enthüllung gesorgt habe.

Konkret nutzt die App die Mikrofone in den Smartphones, um zu lauschen, ob sich der Nutzer in der Nähe einer Fußball-Übertragung befindet. Über den GPS-Standort des Nutzers wird dann ermittelt, ob er sich in einem geschlossenen Ort, etwa einer Kneipe, befindet und ob dieser die Lizenz für die Übertragung von Fußballspielen besitzt. Letztendlich geht es also darum, illegale Fußball-Übertragungen ausfindig zu machen. Dementsprechend verteidigt sich auch der Verband, der auf die Schäden hinweist, die durch diese illegalen Fußball-Übertragungen entstehen: Jährlich immerhin über 150 Millionen Euro.

Der Verband weist außerdem darauf hin, dass die Nutzer jederzeit der Verwendung ihrer Daten widersprechen können. Außerdem würden die Namen der Nutzer nicht erfasst und auch keine Tonaufnahmen übermittelt. Es werde lediglich eine begrenzte Anzahl von Daten als binärer Code übermittelt, der dabei helfen soll, die Pay-TV-Betrüger aufzuspüren.

Laut Joe.co.uk müssen spanische Gaststätten etwa 300 Euro pro Monat zahlen, um Spiele der La Liga zeigen zu können. Für Haushalte fallen Kosten in Höhe von zwischen 10 Euro und 30 Euro an. Einige versuchen, die Zahlung zu umgehen. Konkret müsse der Nutzer nach Installation zwei Dinge bestätigen: Zunächst, dass er die Nutzungsbedingungen gelesen habe und ihnen zustimme. Diesem Punkt muss zugestimmt werden. Der zweite Punkt beginnt mit den Worten "Schütze dein Team" und hier willigt der Nutzer ein, La Liga entsprechende Daten zur Verfügung zu stellen, die illegales Streaming bekämpfen sollen. Dazu werde das Mikrofon eingeschaltet und die GPS-Ortung verwendet. Die Zustimmung zu diesem zweiten Punkt ist freiwillig. Wer die Texte genau durchliest und nicht einfach nur ankreuzt und auf "Zustimmen" tippt, erfährt also, was die App macht.

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