2266454

O&O Disk Image: Backup einfach und schnell einrichten

27.04.2017 | 13:37 Uhr |

Das Wichtigste im PC sind Ihre persönlichen Dateien – alles andere lässt sich schnell ersetzen. Ein Backup ist deshalb kontinuierliche Pflicht. Mit Disk Image geht das ganz einfach.

Die gute Nachricht vorneweg: Ganz offenbar sind Festplatten inzwischen deutlich zuverlässiger als noch vor wenigen Jahren. Darauf deutet die aktuelle Zuverlässigkeitsstatistik des Online-Backup-Dienstleisters Backblaze hin. Demnach fielen von den über 70 000 untersuchten Datenträgern im vergangenen Jahr innerhalb von zwölf Monaten knapp zwei Prozent aus, 2015 waren es rund 2,5 Prozent, noch ein Jahr zuvor sogar 6,4 Prozent.

Das aber ist auch schon das Ende der guten Nachricht – und kein Grund, auf eine Datensicherung zu verzichten. Schaut man nämlich genauer in die Statistik , fällt die gewaltige Schwankung bei der Ausfallrate auf. Während einzelne Festplattenmodelle keinen einzigen Defekt zu beklagen hatten, lag die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls anderswo bei fast 14 Prozent – pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer steigt die Ausfallquote also schnell auf über 50 Prozent.

Dabei sind defekte Datenträger nur ein Grund für Datenverlust. Weitere Faktoren, dass wichtige Daten verloren gehen oder nicht mehr zur Verfügung stehen, sind Fehlbedienung, fehlerhafte Software, Blitz-und Wasserschäden oder Ransomware. Unter diesem Begriff fasst man Schadcode zusammen, mit deren Hilfe Kriminelle den PC verschlüsseln und die Daten erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigeben. Die Verbreitung von Ransomware hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, und das US-Sicherheitsunternehmen McAfee prognostiziert, dass dieser Trend auch in diesem Jahr weiter anhält. Das Wichtigste zu diesem Aspekt fasst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einer kostenlosen Broschüre zusammen .

Möglicher Datenverlust droht ganz real – und zwar jeden Tag

Die jährliche Ausfallwahrscheinlichkeit herkömmlicher Magnetfestplatten in Abhängigkeit ihrer Größe schwankt zwischen einem und rund 16 Prozent (Quelle: Backblaze).
Vergrößern Die jährliche Ausfallwahrscheinlichkeit herkömmlicher Magnetfestplatten in Abhängigkeit ihrer Größe schwankt zwischen einem und rund 16 Prozent (Quelle: Backblaze).

Das alles sind keine fernen Hirngespinste, sondern reelle, tägliche Bedrohungen. Während sich jedes andere PC-Bauteil vergleichsweise einfach und günstig ersetzen lässt, steht bei einer defekten Festplatte ja nicht der Wert der Hardware im Vordergrund, sondern die persönlichen Dateien: also Fotos und Videos, Korrespondenz, Dokumente und Unterlagen, Musik, Kontakte und so weiter. Und diese Daten – um es nochmals zu betonen – lassen sich bei einem Verlust eben nicht so einfach wiederherstellen, wie man Windows, Office oder sonst eine Software neu installiert. Die einzig sichere Lösung gegen den Verlust Ihrer Daten ist deren regelmäßige Sicherung!

Siehe auch: Android-Backup erstellen - so geht's

Dafür benötigen Sie zwei Dinge, nämlich ein Medium zum Abspeichern sowie eine Software. Für die Sicherung eignet sich ein physikalisch getrennter Datenträger, denn eine zweite Partition auf derselben Festplatte ist bei einem Defekt nutzlos. In Frage kommen eine externe USB-Festplatte, ein Netzwerkspeicher (NAS) oder die professionelle Sicherung in der Cloud.

Für die Backup-Software stellen wir Ihnen in diesem Ratgeber Disk Image des deutschen Herstellers O&O Software vor. Das Tool arbeitet zuverlässig, ist – wie Sie sehen werden – einfach zu bedienen und bietet neben der Sicherung persönlicher Daten mit dem System-Backup eine weitere nützliche Funktion. Dabei wird anders als beim verzeichnisbasierten Backup eine komplette Festplattenpartition oder sogar die gesamte Festplatte als Image gespeichert. Wählt man für dieses Image die Systempartition „C:“, sichert sie neben Windows und der installierten Software auch sämtliche individuellen Einstellungen. Während das komplette Neuaufsetzen des Rechners mit allem Drum und Dran Stunden dauern würde, stellt ein Image dies alles bei Bedarf innerhalb weniger Minuten wieder exakt so her wie zuvor.

Durch beide Aspekte, also die Sicherung persönlicher Daten sowie die der PC-Konfiguration, führen wir Sie im O&O-Programm nun Schritt für Schritt. Einmal konfiguriert, sichert die Software automatisch sämtliche neuen oder geänderten Daten im Hintergrund, Sie brauchen sich also um fast nichts mehr zu kümmern.

Daten wiederherstellen: So funktioniert’s

Zum Wiederherstellen von Dateien aus einem zuvor erstellten Backup klicken Sie auf dem Startbildschirm von Disk Image auf „Wiederherstellung starten“. Im Schritt „Sicherungsdatei wählen“ navigieren Sie zu Laufwerk und Ordner mit der Sicherungsdatei und ändern rechts unten den Dateityp auf „O&O DiskImage Dateisicherung (*.obk)“. Nach dem „Öffnen“ dieser Datei klicken Sie sich im Verzeichnisbaum zu den wiederherzustellenden Daten (Datei oder Ordner) vor und markieren diese. Über die Schaltfläche „Ziel wählen“ legen Sie das Wiederherstellungsziel fest, wahlweise auch das Originalverzeichnis („Ursprüngliche Dateien ersetzen“). Mit „OK -> Dateiwiederherstellung starten“ holen Sie Ihre Daten zurück.

Der Restore-Vorgang eines System-Backups funktioniert prinzipiell genauso, allerdings lässt sich ein Image der Windows-Partition nicht im laufenden Betrieb zurückspielen. Dazu starten Sie den Rechner vielmehr von einem speziellen bootfähigen Datenträger, den Sie zuvor – wie im Kasten „Für den Notfall: USB-Stick oder DVD“ beschrieben – erstellen.

Installation von O&O Disk Image

O&O Disk Image läuft unter Windows Vista, 7, 8.1 sowie 10 und steht als Varianten für ein 32-Bit und für ein 64-Bit-Windows bereit . Die Testversion ist 30 Tage lang gültig, danach kann man die Backupsuite für 49,90 Euro erwerben. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Windows-Architektur auf Ihrem Rechner läuft, drücken Sie die Tastenkombination Win-Pause: Das Ergebnis sehen Sie in der Zeile „Systemtyp“ eingeblendet.

Starten Sie die Installation der passenden Variante des Backup-Programms und fahren Sie in der Standardinstallation fort. Alternativ wählen Sie stattdessen das „benutzerdefinierte Setup“, dann müssen Sie abhängig von der getroffenen Auswahl Ihren Computer abschließend gegebenenfalls neu booten.

Persönliche Daten sichern: Backup mit O&O Disk Image

Die Bedienoberfläche von O&O Disk Image Pro zeigt beim Start die wichtigsten Aufgaben, unter anderem rechts oben die verzeichnisbasierte Datensicherung.
Vergrößern Die Bedienoberfläche von O&O Disk Image Pro zeigt beim Start die wichtigsten Aufgaben, unter anderem rechts oben die verzeichnisbasierte Datensicherung.

Wir beginnen mit der ordnerbasierten Datensicherung und damit mit dem Backup persönlicher Daten. Bei jedem Programmaufruf sehen Sie die Startoberfläche, welche die wichtigsten Aufgaben zusammenfasst, auch die gewöhnliche Datensicherung rechts oben. Nach einem Mausklick darauf markieren Sie im Register „Dateioperationen“ die Verzeichnisse beziehungsweise Bibliotheken mit den zu sichernden Elementen. Enthält ein Ordner oder eine Bibliothek Unterordner, öffnen Sie die Verzeichnisstruktur mit einem Klick auf das „+“-Zeichen davor. Auf diese Weise wählen Sie konkret diejenigen Verzeichnisse und Daten aus, die Sie sichern möchten. Über die nach der Auswahl erscheinende und blau hervorgehobene Funktion „Kriterien“ können Sie die Sicherung auf Office-Dokumente beschränken oder diese umgekehrt ausschließen.

Um Ihr erstes Backup zu erstellen, fahren Sie mit „Datensicherung starten“, der Auswahl von Zielfestplatte und -verzeichnis sowie „Starten“ fort. Über die Schaltfläche „Weitere Optionen“ unten links bietet das Programm einige zusätzliche Funktionen, deren wichtigste „Sicherungsdatei im Anschluss validieren“ heißt. Damit stellen Sie sicher, dass das Backup fehlerfrei erstellt wird und zurückgespielt werden kann – ein beschädigtes oder fehlerhaftes Backup hätte ja keinen Wert.

Tipp: Die richtige Backup-Strategie gegen Erpresser-Viren

Damit Ihre Datensicherung nicht veraltet und bei Bedarf wichtige Inhalte für die Wiederherstellung fehlen, weisen Sie Disk Image an, regelmäßig neues Backups anzulegen. Dazu drücken Sie statt „Datensicherung starten“ links die Schaltfläche „Als Aufgabe hinzufügen“. Über die verschiedenen Register im nächsten Fenster definieren Sie die Speicherdetails. Dazu gehört insbesondere die Häufigkeit im Register „Startereignis“, je nach Einsatz entweder täglich, mindestens aber wöchentlich. Wenn Ihre externe USB-Backup-Festplatte nicht permanent am Computer hängen soll, bietet der „Geräteanschluss“ eine sinnvolle Startoption. Sobald Sie den zuvor hier festgelegten USB-Datenträger anschließen oder einschalten, startet das als Aufgabe definierte Backup. Achtung: Die Einrichtung als „Geräteanschluss“ funktioniert nur, wenn der Datenträger schon beim Programmstart betriebsbereit am PC angeschlossen ist. Danach beenden Sie Disk Image und starten es wieder neu.

Markieren Sie die Daten, die Sie sichern möchten. Mit „Datensicherung starten“ erstellen Sie ein einmaliges Backup; für automatisches Sichern wählen Sie „Als Aufgabe erstellen“.
Vergrößern Markieren Sie die Daten, die Sie sichern möchten. Mit „Datensicherung starten“ erstellen Sie ein einmaliges Backup; für automatisches Sichern wählen Sie „Als Aufgabe erstellen“.

Essenziell ist wieder das Festlegen des Speicherziels im Register „Datensicherung“, sinnvoll darüber hinaus eine E-Mail-Benachrichtigung unter „Benachrichtigung“ beispielsweise bei einem Fehler. Haben Sie alles Wichtige definiert, schließen Sie die Planung mit „OK“ ab. Wichtig für ein regelmäßiges automatisches Backup ist ferner, die Sicherungsmethode anzupassen – sonst würden Sie immer sämtliche, also auch die unveränderten Daten sichern, die ja längst im Backup enthalten sind. Um Platz und Zeit bei der Datensicherung zu sparen, klicken Sie im Register „Dateioperationen“ auf die „Sicherungsoptionen“ und wählen dort als Methode „Sicherung der Änderungen“. Damit Disk Image die Änderungen mit dem Original-Backup abgleichen und speichern kann, verweisen Sie in der Zeile darunter auf die zuvor erstellte erste „Ausgangssicherung“. Von nun speichert Ihr PC die voreingestellten Daten vollautomatisch. Sämtliche Backup-Aufgaben erscheinen im Register „Aufgaben & Berichte“ rechts, wo sie sich auch ändern, sofort ausführen oder löschen lassen.

Tipp: Möchten Sie Daten auf ein oder von einem Netzlaufwerk sichern, versehen Sie es in Disk Image über „Werkzeuge -> Netzlaufwerk verbinden“ mit einem Windows-Laufwerksbuchstaben. Danach lassen sich die Daten des Netzlaufwerks in Disk Image wie beschrieben einbinden. Alle weiteren Einstellmöglichkeiten erläutert das ausführliche Handbuch .

Für den Notfall: USB-Stick oder DVD

Zum Zurückspielen eines System-Images der Windows-Partition sowie für den Fall, dass Windows und damit auch Disk Image selbst gar nicht mehr laufen, benötigen Sie einen speziellen bootfähigen Datenträger. Diesen erhalten Sie, indem Sie in der Programmoberfläche von Disk Image „Startmedium erstellen -> Anlegen“ auswählen. Warten Sie einen Augenblick, bis Sie auf „Weiter“ klicken und den DVD-Brenner oder das USB-Laufwerk auswählen können. Letzteres ist nur bei eingestecktem Stick sichtbar. Nun klicken Sie auf „Erzeugen“, um den Startstick oder die DVD anzufertigen.

Disk Image 10.5 lässt sich jenseits von Windows auch vom USB-Stick oder von DVD booten; das Startmedium selbst erstellen Sie im Programm mit wenigen Mausklicks.
Vergrößern Disk Image 10.5 lässt sich jenseits von Windows auch vom USB-Stick oder von DVD booten; das Startmedium selbst erstellen Sie im Programm mit wenigen Mausklicks.

Von diesem Medium lässt sich Ihr PC booten, sofern Sie beim Einschalten über die angezeigte Taste das Bootmenü und darin den gewünschten Datenträger auswählen. Programmoberfläche und Bedienung entsprechen im Wesentlichen der Windows-Version.

Das System-Backup sichert eine gesamte Partition oder Laufwerk

Gleichermaßen wichtig für Daten-wie System-Backups ist die Integrität der Datensicherung, die Sie mit der Validierungsfunktion überprüfen.
Vergrößern Gleichermaßen wichtig für Daten-wie System-Backups ist die Integrität der Datensicherung, die Sie mit der Validierungsfunktion überprüfen.

Anders als das verzeichnisbasierte Backup sichert das in Disk Image „Laufwerkssicherung“ genannte System-Backup eine komplette oder sogar mehrere Partitionen. Um Ihre gesamte PC-Konfiguration inklusive Windows, Software sowie allen individuellen Einstellungen zu sichern, klicken Sie auf der Startoberfläche von Disk Image auf „Laufwerkssicherung starten“. Im nächsten Schritt markieren Sie die Windows-Partition, fahren mit „Laufwerkssicherung starten“ fort, wählen anschließend Bezeichnung und Pfad der Sicherungsdatei und drücken die Schaltfläche „Starten“. Vergessen Sie auch hier nicht, über „Weitere Optionen -> Sicherungsdatei im Anschluss validieren“ das Backup auf Integrität zu prüfen. Sicherung und Validierung dauern aufgrund der großen Datenmengen meist einige Minuten.

Prinzipiell lässt sich die Laufwerkssicherung in Disk Image als Aufgabe genauso automatisieren wie das Daten-Backup. Das aber macht anders als bei persönlichen Daten, wo Sie stets auch die neuesten Dateien gesichert haben möchten, nur in Ausnahmefällen Sinn. Beim System-Backup geht es ja darum, Ihre gesamten PC-Konfiguration für den Fall zu sichern, wenn er nicht mehr läuft. Ein paar Windows-, Software-und Browser-Updates sind jedoch nach einem Restore schnell wieder eingespielt. Unser Tipp: Starten Sie die Laufwerkssicherung deshalb nur dann manuell, wenn Sie an der PC-Konfiguration Entscheidendes ändern.

Zwei Anmerkungen zum Schluss: Die Wiederherstellung eines System-Images funktioniert nicht nur auf dem ursprünglichen Rechner, sondern auch auf anderer Hardware. Das Tool eignet sich somit auch für die Migration Ihres persönlichen Systems auf einen neuen Computer. Zu beachten beim Zurückspielen ist ferner, dass Disk Image beim Wiederherstellen des ursprünglichen Zustands sämtliche Daten auf der Zielpartition überschreibt. Speichern Sie deshalb Ihre persönlichen Daten stets auf einem anderen Laufwerk, nicht auf der Windows-Partition.

Ransomware: So können Sie sich schützen

Hundertprozentigen Schutz vor Ransomware und damit vor dem Verschlüsseln persönlicher Daten bietet ein Backup nur dann, wenn die darin gespeicherten Daten ihrerseits nicht schon verschlüsselt sind und wenn das Backup selbst nicht verschlüsselt werden kann. Dies ist aber ist nur dann gewährleistet, wenn das Medium zum Datenspeichern nicht ständig an den unter Umständen befallenen PC angeschlossen ist, was die Datensicherung wiederum etwas unbequemer und mühsamer macht. Immerhin bietet Disk Image Pro mit dem „Geräteanschluss“ als Startereignis so viel Komfort wie möglich: USB-Datenträger anstecken, alles Weitere läuft automatisch. Noch mehr Schutz vor Verschlüsselungstrojanern bietet ein mehrstufiges Backup, bei dem Sie Ihre Daten auf verschiedenen Datenträgern sichern. Dann ist es unwahrscheinlich, dass alle Medien verschlüsselt werden und Sie zuvor von dem Schadcode noch nichts mitbekommen haben.

Schutz gegen Ransomware: Solange die externe Festplatte nicht angeschlossen ist, können die Backup-Daten von einem infizierten PC auch nicht verschlüsselt werden.
Vergrößern Schutz gegen Ransomware: Solange die externe Festplatte nicht angeschlossen ist, können die Backup-Daten von einem infizierten PC auch nicht verschlüsselt werden.
© Intenso

Ebenfalls Schutz gegen Ransomware bieten abgeschlossene und damit nicht mehr veränderbare DVDs sowie ein professionelles Daten-Backup in der Cloud. Solche Services kosten ab rund 50 Euro Jahresgebühr, alle Infos inklusive Anbietern von Online-Datensicherungen lesen Sie hier .

Seit dem 2. August liefert Microsoft das Anniversary Update für Windows 10 aus. Im großen Sommer-Update für Windows 10 integriert Microsoft viele neue Funktionen, darunter Verbesserungen am Startmenü, Windows Ink für die Stfteingabe und die Ubuntu-Bash für Windows 10. Wir haben die wichtigsten Neuerungen in diesem Video zusammengefasst.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2266454