2352634

NZXT H700i: Smartes PC-Gehäuse im Test

19.06.2018 | 14:46 Uhr |

Test: Dank eines integrierten Moduls will das PC-Gehäuse immer einen guten Kompromiss zwischen Lüfterdrehzahlen und Betriebslautstärke finden. Wir sind gespannt, ob das auch wirklich funktioniert.

Das NZXT H700i ist das aktuelle Top-Modell des amerikanischen Komponenten-Herstellers und wartet nicht nur mit einem schlichten, durchdachten Design, sondern auch mit einem integrierten Modul auf, das Lautstärke und Lüftergeschwindigkeiten vollautomatisch kontrollieren soll. Wie das abläuft und was das Gehäuse sonst noch zu bieten hat, lesen Sie im Test.

TEST-FAZIT: NZXT H700i

Das NZXT H700i ermöglicht optisch tolle und vor allem ordentliche Systeme dank mehrerer Kabelführungen, -abdeckungen und Blenden. Bei diesem Modell handelt es sich um eines der wenigen Gehäuse, bei dem ein ordentliches Kabelmanagement im Vordergrund steht. Das Design ist recht schlicht gehalten und setzt den Fokus somit mehr auf die Hardware, die sich durch das Hartglas-Seitenteil standesgemäß präsentieren lässt. Denn Platz für Wasserkühlungen ist genug. Den guten Eindruck rundet die hochwertige Verarbeitung ab.

Nur vom Smart Device sind wir weniger begeistert, denn dramatische Änderungen bei Temperaturen und Lautstärke der Lüfter konnten wir kaum feststellen. Tatsächlich haben wir CAM dann nur noch für die Steuerung der RGB-Beleuchtung und zum Monitoring der Systemdaten genutzt. Außerdem fehlt USB Typ-C am Front-Panel. Für ein Case, dass über 180 Euro kostet, hätten wir das schon erwarten dürfen. Unserer Meinung nach ist der Preis also zu hoch angesetzt.

Pro:

+ erlaubt überaus ordentliche PC-Builds

+ Lüfter- und RGB-Steuerung inklusive

+ viel Platz für Kühlmöglichkeiten

Contra:

- Smart Device bringt kaum spürbare Besserungen

- hoher Preis

NZXT H700i mit Smart Device

Die Auslieferung des NZXT H700i erfolgt ab Werk mit einem integrierten „Smart Device“. Hierbei handelt es sich um ein kleines Controller-Modul, das sich in der Oberseite des Gehäuses befindet. Die kleine Box ist verantwortlich für die Steuerung der verbauten Lüfter und RGB-LED-Streifen, die bei Auslieferung bereits daran angeschlossen sind. Insgesamt stehen drei Lüfterkanäle bereit mit einer Ausgangsspannung von je zehn Watt. Im Inneren des Geräts sitzt ein Akustiksensor, der bei der Kalibrierung der Lüfterdrehzahlen und Geräuschentwicklung helfen soll. Über die Gratis-Software CAM von NZXT lässt sich das Smart Device auch umfangreich auf dem Desktop steuern.

Hinter einem Filter in der Front befinden sich ab Werk drei 120-Millimeter-Lüfter.
Vergrößern Hinter einem Filter in der Front befinden sich ab Werk drei 120-Millimeter-Lüfter.
© NZXT

Kein USB Typ-C am Front-Panel

An der Oberseite vom NZXT H700i befindet sich das Front-Panel, das sich nur auf Standard-Anschlüsse wie USB 3.0, 2.0 und analoge Audioanschlüsse beschränkt. Aktuellere Schnittstellen wie USB Typ-C oder gar HDMI gibt es leider nicht. Was uns bei den Audio-Buchsen auffällt: Um die beiden voneinander zu unterscheiden, druckt NZXT ein Mikrofon- und Kopfhörer-Symbol unter den jeweiligen Port. Nur leider ist der Druck weiß, genau wie unser Testmodell – hier müssen wir also schon sehr genau hinschauen, was ziemlich nervig ist.

Alle wichtigen Anschlüsse, wie eine Audio-Buchse und vier USB-Ports, befinden sich auf der Oberseite des Gehäuses.
Vergrößern Alle wichtigen Anschlüsse, wie eine Audio-Buchse und vier USB-Ports, befinden sich auf der Oberseite des Gehäuses.
© NZXT

Tolle Verarbeitung, durchdachte Kabelführung und saubere Optik

Wie bereits erwähnt ist das Design des NZXT H700i sehr schlicht, wie sich unschwer auf den Bildern erkennen lässt. Auf einen 5,25-Zoll-Einschub müssen Sie beispielsweise komplett verzichten, weshalb sich leider keine optischen Laufwerke mehr einbauen lassen. In Sachen Belüftung machen wir uns etwas Sorgen: Die Front ist komplett geschlossen und besitzt nur an den oberen und vorderen Außenseiten Meshgitter-Öffnungen, um Luft an- oder abzusaugen. Immerhin steht das Gehäuse selbst auf recht hohen, gummierten Standfüßen, was der Belüftung zugutekommt. Wechselbare Staubfilter gibt es auch, leider nur nicht im Deckel. Zusätzlich erlaubt ein Hartglas-Seitenteil Einblick in das Systeminnere.

Einen Blick ins Innere des Gehäuses erlaubt uns ein Hartglas-Fenster auf der Seite.
Vergrößern Einen Blick ins Innere des Gehäuses erlaubt uns ein Hartglas-Fenster auf der Seite.
© NZXT

Zusätzlich verbaut der Hersteller eine Netzteilabdeckung, die in der Front Platz für Radiatoren und Lüfter lässt. In Kombination mit der weißen Kabelblende lässt sich also ein richtig aufgeräumtes System realisieren. Apropos aufgeräumt: Hinter dem Mainboard-Tray befinden sich sogar Kabelkanäle, damit sich die Leitungen besonders sauber verlegen lassen. Auf dieser Seite befinden sich im Übrigen auch die Einbaupositionen für 2,5-Zoll-Speichermedien und ein Festplattenkäfig für 3,5-Zoll-HDDs, der sich auch komplett ausbauen lässt, um mehr Platz zu schaffen.

Das ausgeklügelte Kabelmanagement auf der Rückseite des Mainboard-Trays erlaubt uns eine besonders saubere Installation.
Vergrößern Das ausgeklügelte Kabelmanagement auf der Rückseite des Mainboard-Trays erlaubt uns eine besonders saubere Installation.
© NZXT

Doch das war’s noch nicht mit den Einbaupositionen für 2,5-Zoller: Auf der Netzteilabdeckung gibt es zwei Rahmen, die sich dank eines smarten Klemmsystems fast beliebig auf der Gitterfläche verbauen lassen. Noch prominenter lässt sich ein weiteres Laufwerk an der Seite der Blende montieren.

Ein Meshgitter auf der Rückseite unterstützt den Luftfluss.
Vergrößern Ein Meshgitter auf der Rückseite unterstützt den Luftfluss.
© NZXT

Kühlmöglichkeiten im NZXT H700i

Ab Werk ist das NZXT H700i mit vier Lüftern ausgestattet: Drei hauseigene Aer F120 in der Front und ein Aer F140 im Heck, alle Modelle aber leide ohne Beleuchtung. Zusätzlich passen noch drei 120er oder zwei 140er in die Oberseite. Analog dazu ist auch Platz für gleichgroße Radiatoren. Platz für umfangreiche Wasserkühlungen ist also genug.

Folgende Mainboard-Formate passen in das H700i: Mini-ITX, Micro-ATX, ATX und E-ATX. Letzteren Standard aber nur bis 27,2 Zentimeter. Wir haben testhalber eine E-ATX-Hauptplatine eingebaut, die jedoch 27,7 Zentimeter breit ist, nämlich das Asus ROG Zenith Extreme. Die Platine ließ sich aufgrund der „Überbreite“ nur einbauen, nachdem wir die weiße Kabelabdeckung entfernt haben.

Die weiße Kabelblende trägt ebenfalls zu einer sauberen Optik bei.
Vergrößern Die weiße Kabelblende trägt ebenfalls zu einer sauberen Optik bei.
© NZXT

Integriertes Smart Device: Was lange währt, wird endlich gut?

Sobald das System eingebaut ist, machen wir uns an die CAM-Software, um das Smart Device seinen Dienst verrichten zu lassen. Die Funktion hört auf die Bezeichnung „Adaptive Noise Reduction“ und will mit Hilfe einer Cloud-Anbindung die optimalen Lüfterdrehgeschwindigkeiten für die jeweils vorherrschenden Temperaturen finden. Das soll auch die allgemeine Lautstärke des Systems verbessern.

Das schlichte PC-Gehäuse ist nicht nur in Weiß, sondern auch noch in Rot, Blau oder Schwarz erhältlich.
Vergrößern Das schlichte PC-Gehäuse ist nicht nur in Weiß, sondern auch noch in Rot, Blau oder Schwarz erhältlich.
© NZXT

Damit das klappt, muss das Tool erst einmal in Erfahrung bringen, wie sich das System verhält. Zuerst protokolliert das Programm, wie der Rechner im Leerlauf arbeitet. Das ist auch relativ leicht zu bewerkstelligen – tun Sie einfach nichts am PC während dieser Phase. Als nächstes fordert sie CAM dazu auf, Spiele-Last zu erzeugen. Hierfür ist es empfehlenswert, die Kalibrierung zu starten und dann wie gewohnt zu zocken. Bei uns dauerte der Test über eineinhalb Stunden. Danach geht es aber noch weiter: Die Software lastet die CPU zu 25, 50 und 100 Prozent aus, während die Messung von Lüfterdrehzahlen, Temperaturen und der Lautstärke erfolgt.

Die integrierte Smart Device optimiert die Lüfterdrehgeschwindigkeit für eine geringe Geräuschentwicklung.
Vergrößern Die integrierte Smart Device optimiert die Lüfterdrehgeschwindigkeit für eine geringe Geräuschentwicklung.
© NZXT

Nach dem Kalibrierungsmarathon hatten wir den Eindruck, dass das System etwas leiser arbeitete, unter Volllast gab es aber keine Unterschiede – egal ob bei den Temperaturen oder bei der Lautstärke. Das Ergebnis ist also eher ernüchternd als revolutionär. Mit anderen Tools hätten wir das wohl selbst in deutlich kürzerer Zeit hinbekommen. Immerhin ist das nicht die einzige Funktion des Smart Device, da es auch die Steuerung der RGB-Beleuchtung übernimmt, sofern Sie die Lüfter daran angeschlossen haben. Zusätzlich lassen sich in CAM auch die Systemdaten wie Temperaturen und Taktraten in Erfahrung bringen.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2352634