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Nvidia Geforce GTX 1070 Ti im Test

20.11.2017 | 09:30 Uhr |

Die bewährte Pascal-Architektur bekommt mit der Nvidia Geforce GTX 1070 Ti einen neuen Ableger, um die AMD Radeon RX Vega 56 zu kontern. Dass die 1070 Ti dabei sogar mehr einer GTX 1080 ähnelt, wird im Test besonders deutlich.

Mit der Nvidia Geforce GTX 1070 Ti antwortet der Grafikspezialist seinem ewigen Konkurrenten AMD, der mit seiner Radeon RX Vega 56 einen richtigen Preis-Leistungs-Knaller im Angebot hat. Mehr Details weiter unten.

TEST-FAZIT: Nvidia Geforce GTX 1070 Ti

Die Nvidia Geforce GTX 1070 Ti kann sich in Sachen Leistung wie erwartet und angekündigt knapp hinter eine GTX 1080 einreihen. Eine AMD Radeon RX Vega 56 kann sogar überholt werden, allerdings nur in Spielen. Geht es um reine GPU-Kraft wie Multimediaverarbeitung, dann kann die Vega 56 sogar eine GTX 1080 locker abhängen.

Zudem arbeitet die 1070 Ti sehr energieeffizient, allerdings drehen die Lüfter hörbar auf und die GPU-Temperatur könnte etwas niedriger sein. Die knapp 450 Euro sind aber dennoch gut investiert und mit etwas Übertaktung klettert die Karte sogar auf das Leistungsniveau einer regulär getakteten GTX 1080!

Pro:

+ gute Spieleleistung

+ gute Energieeffizienz

+ mit Übertaktung so flott wie eine GTX 1080

Contra:

- GPU-Temperatur unter Last recht hoch

- hörbares Lüfterrauschen unter Last

Technische Daten und Ausstattung der Nvidia Geforce GTX 1070 Ti

Die Nvidia Geforce GTX 1070 Ti nutzt keine neue Architektur, sondern nutzt die seit Mai 2016 auf dem Markt bewährten Pascal-Grafikchips – neue Techniken oder Funktionen gibt es bei diesem Modell ebenfalls nicht. Mehr Details zur GPU-Architektur erhalten Sie in unserem Launch-Test der Nvidia Geforce GTX 1080.

Die technischen Daten der Nvidia Geforce GTX 1070 Ti.
Vergrößern Die technischen Daten der Nvidia Geforce GTX 1070 Ti.

Stark vereinfacht gesagt hat Nvidia also einfach eine GTX 1080 leistungsreduziert und das Ganze dann „GTX 1070 Ti“ genannt. Folgende Vergleichstabelle verdeutlicht das sogar:

Grafikkarten-Oberklasse: Technische Daten im Vergleich

Nvidia Geforce GTX 1070 Ti

Nvidia Geforce GTX 1080

Nvidia Geforce GTX 1070

AMD Radeon RX Vega 56

Grafikchip

GP104

GP104

GP104

Vega 10

Fertigung

16 Nanometer

16 Nanometer

16 Nanometer

14 Nanometer

Chipfläche

314 mm²

314 mm²

314 mm²

484 mm²

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

1607 / 1683 MHz

1607 / 1733 MHz

1506 / 1683 MHz

1471 / 1590 MHz

Shader-Einheiten

2432

2560

1920

3584

TMUs

152

160

120

224

ROPs

64

64

64

64

Grafikspeicher

8192 MB GDDR5

8192 MB GDDR5X

8192 MB GDDR5

8192 MB HBM2

Speichertakt (effektiv)

8000 MHz

10000 MHz

8000 MHz

1600 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

256 Bit

256 Bit

2048 Bit

Speicherbandbreite

256 GB/s

320 GB/s

256 GB/s

410 GB/s

TDP

180 Watt

180 Watt

150 Watt

210 Watt

Straßenpreis

445 Euro

500 Euro

406 Euro

500 Euro

So ähnelt eine GTX 1070 Ti mehr einer GTX 1080 als einer GTX 1070. Weiterhin arbeitet der Grafikprozessor GP104 mit „nur“ 19 anstatt 20 Streaming-Multiprozessoren wie die GTX 1080, während die GTX 1070 mit 15 auskommen muss. Auch bei der Anzahl der Shader-Einheiten liegt die Ti näher beim größeren Bruder, wie man der Tabelle entnehmen kann. Beim VRAM kommt aber regulärer GDDR5 zum Einsatz.

Im Vergleich zum externen Mitbewerber ist die AMD Radeon RX Vega 56 auf dem Datenblatt aufwendiger unterwegs: Mehr Shader-Einheiten, schmalerer Fertigungsprozess und flotter HBM2-Grafikspeicher. Allerdings sind die GPU-Taktraten deutlich niedriger. Wie die Grafikkarten alle im Vergleich miteinander abschneiden, lesen Sie weiter unten.

Unser Testmodell kommt zwar von Gigabyte, allerdings handelt es sich um das Referenz-Design inklusive der standardmäßigen Taktraten. Die Grafikkarte wurde uns freundlicherweise von Caseking.de zur Verfügung gestellt.

Die besten Grafikkarten bis 200 Euro im Test

Übertaktete Partnermodelle „verboten“

Nun kostet eine GTX 1080 zum aktuellen Zeitpunkt aber noch rund 500 Euro, während eine GTX 1070 Ti mit rund 445 Euro (Straßenpreis) deutlich günstiger ist. Die große Ähnlichkeit der beiden Karten wirft aber die Frage auf, wieso man dann überhaupt noch zur teureren Grafikkarte greifen sollte. Vor allem Partnermodelle von Firmen wie Asus, MSI, Gigabyte oder EVGA, die über eine noch bessere Kühlung verfügen, dürften sich locker auf dem Niveau einer regulär getakteten GTX 1080 einpendeln – Grund hierfür ist der ziemlich gut funktioniere GPU Boost 3.0, der den Grafikprozessor bei guter Kühlung selbstständig übertaktet. Folgendes sollten Sie aber nicht vergessen, wenn Sie sich nicht zwischen einer GTX 1070 Ti und einer GTX 1080 entscheiden können: Letzteres Modell lässt sich ebenfalls sehr gut übertakten und bringt somit wieder einen spürbaren Leistungsabstand zustande.

Die Founders Edition der GTX 1070 Ti kommt ab Werk mit einem Backplate an der Unterseite der Grafikkarte.
Vergrößern Die Founders Edition der GTX 1070 Ti kommt ab Werk mit einem Backplate an der Unterseite der Grafikkarte.
© Nvidia

Zusätzlich ist es üblich, dass die Partner die Grafikkarten ab Werk bereits übertakten, um noch ein Stück besser wie die Konkurrenz zu sein. Doch genau dieses Übertakten ist seitens Nvidia untersagt, denn der Hersteller ist sich durchaus bewusst, dass es sich in einem sensitiven Bereich aus Preis und Leistung bewegt. Nvidia macht die GTX 1080 keineswegs obsolet: Denn die Grafikkarten lassen sich natürlich auch übertakten und sind somit auch flotter unterwegs

Partner übertakten GTX 1070 Ti im Nachgang

Doch die Boardpartner wissen sich zu helfen und bauen die Grafikkarten trotzdem so, dass man sie später Übertakten kann. Denn gegen ein nachträgliches Übertakten hat Nvidia freilich nichts und verbaut auch keine Sperren, oder ähnliches. Deshalb liefern die Hersteller über ihre Tools wie Asus GPU Tweak II übertaktete Bios-Versionen aus, die jeder Zuhause unkompliziert installieren kann. Oder EVGAs Precision X prüft die eingebaute, hauseigene Grafikkarte per Knopfdruck und ohne weiteres Zutun auf maximale Übertaktbarkeit und stellt die Werte entsprechend ihrer Umgebung ein.

Robuste Founders Edition

Unser Testgerät kommt direkt von Nvidia, weshalb es sich auch um das Referenzmodell in der sogenannten „Founders Edition“ handelt. Selbige lässt sich auch direkt auf www.nvidia.de zum Preis von 469 Euro bestellen. Die Founders Edition ist quasi gleichwertig zur Version der GTX 1080: Es kommt ebenfalls eine Dampfkammer-Kühlung (Vapor Chamber) zum Einsatz, außerdem kommt auch wieder ein 5-Phasen-Dual-FET-Design für die Stromversorgung zum Zuge. Die TDP beträgt ebenfalls 180 Watt, für die zusätzliche Energiezufuhr ist ein 8-poliger PCI-Stecker nötig. Kurzum: Auch die Founders Edition der GTX 1070 Ti ist im Prinzip von der GTX 1080 übernommen worden.

Die Founders Edition für die GTX 1070 Ti entstammt von der GTX 1080.
Vergrößern Die Founders Edition für die GTX 1070 Ti entstammt von der GTX 1080.
© Nvidia

Bei den Videoschnittstellen gibt es ebenfalls nichts Neues: Drei Displayports, einmal HDMI 2.0b und einmal Dual-Link-DVI. In Kombination mit der integrierten Video-Engine der Grafikkarte ist die Wiedergabe von kopiergeschützten 4K-Inhalten bei flüssigen 60 Hertz also kein Problem – inklusive HDR (High Dynamic Range), versteht sich.

Auch bei den Videoschnittstellen gibt es nichts neues zu berichten.
Vergrößern Auch bei den Videoschnittstellen gibt es nichts neues zu berichten.
© Nvidia

Natürlich beherrscht die Nvidia Geforce GTX 1070 Ti alle Geforce-Techniken wie das mächtige Screenshot-Tool Ansel, das Aufnahmeprogramm Shadowplay sowie die Bildsynchronisationstechnik G-Sync.

Nvidia Geforce GTX 1070 Ti in Leistungstests

Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Spielen im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Spielen im Vergleich.
Die Computing- und Multimedia-Leistung der Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Computing- und Multimedia-Leistung der Grafikkarten im Vergleich.

Wir haben die Bildraten in Full- und Ultra-HD gemessen. Die GTX 1070 Ti bleibt dabei immer etwas hinter der GTX 1080 zurück - hier geht Nvidias Rechnung also auf. Doch noch viel wichtiger für das Unternehmen ist es, eine Radeon RX Vega 56 zu überholen. Und genau das schafft die Karte in jedem einzelnen Spiel! Das Blatt wendet sich allerdings, wenn die rohe GPU-Leistung gefordert wird, wie bei Kryptographie-Vorgängen oder Multimedia-Verarbeitungen. Hier kann eine Vega 56 nicht nur die GTX 1070 Ti gnadenlos schlagen, sondern auch eine GTX 1080 - Respekt!

Umwelt-Eigenschaften der GTX 1070 Ti

Die Betriebslautstärke der Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Betriebslautstärke der Grafikkarten im Vergleich.
Die GPU-Betriebstemperaturen im Vergleich.
Vergrößern Die GPU-Betriebstemperaturen im Vergleich.
Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.
Vergrößern Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.

Bei der Betriebslautstärke ist es kaum verwunderlich, dass die GTX 1070 Ti im Prinzip genauso laut ist wie eine GTX 1080, schließlich kommt die gleiche Founders-Edition-Kühlung zum Einsatz. Die Messung der Leistungsaufnahme ist ebenfalls keine große Überraschung, denn die 1070 Ti zieht etwas weniger Strom als die 1080. Insgesamt ist der Stromverbrauch aber recht zurückhaltend, was an der Pascal-Architektur liegt. Nur die GPU-Temperaturen könnten etwas niedriger sein. Die Vega 56 ist im Vergleich mit dem Nvidia-Gespann lauter und verlangt nach deutlich mehr Strom, arbeitet dafür aber etwas kühler.

GESAMT-PERFORMANCE-RATING: Nvidia Geforce GTX 1070 Ti

Testkategorien 100%

Anwendung

Ergebnisse

Durchschnittliche Punktzahl

Gesamt-Performance-Rating

Spieleleistung 60 %

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

126

81

967

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

47

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

95

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

39

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

125

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

55

Computing- & Synthetik-Benchmarks 40 %

3D Mark: Fire Strike Ultra (Gesamtpunktzahl)

4.787

2.295

3D Mark: Time Spy (Punkte)

6.679

VR Mark: Blue Room (Punkte)

2.080

SiSoftware Sandra 2016: Kryptographie (GB/s)

78,41

SiSoftware Sandra 2016: Wissenschaftliche Analysen (GFLOPS)

143,76

SiSoftware Sandra 2016: Multimedia (GPixel/s)

0,98

Aufwertung/Abwertung

keine

Preis (Straßenpreis)

445 Euro

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