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NSA-Hack: Kaspersky soll russische Hacker unterstützt haben

06.10.2017 | 14:28 Uhr |

Der Antiviren-Software-Entwickler Kaspersky soll russischen Hackern beim Diebstahl von NSA-Geheimnissen geholfen haben.

Das Antiviren-Software-Entwickler Kaspersky gerät in dieser Woche erneut ins Visier der US-Behörden. Laut einem Artikel des Wall Street Journal soll die Kaspersky-Software Hackern im Auftrag der russischen Regierung beim Diebstahl von NSA-Geheimnissen geholfen haben. Ein Auftragnehmer der NSA soll dem Bericht zufolge geheime Daten mit nach Hause genommen und auf seinem eigenen Rechner gespeichert haben. Dabei soll es sich um Pläne gehandelt haben, wie die NSA ausländische Computernetze infiltriert und wie sie inländische Netze vor Angriffen von außen schützt. Der Auftragnehmer soll für die NSA an neuen Hacking-Tools gearbeitet haben. Auf seinem Rechner war den Angaben zufolge auch die Antivirus-Software von Kaspersky installiert.

Hacker im Auftrag der russischen Regierung sollen diese Dateien auf dem PC des NSA-Auftragnehmers schließlich 2015 durch die Kaspersky-Software aufgespürt und gestohlen haben. Der Angriff wurde Anfang 2016 entdeckt. Die US-Ermittler vermuten, dass die Kaspersky-Software, die eigentlich nach Schadsoftware sucht, die Hacker auf die NSA-Dateien aufmerksam gemacht haben könnte. Unklar ist jedoch, ob dies nur durch einen Bug in der Software möglich wurde oder ob die Hacker von Kaspersky-Mitarbeitern gezielt auf die Daten angesetzt wurden.

Kaspersky-Gründer Eugene Kaspersky sieht sein Unternehmen zu Unrecht beschuldigt . Er vergleicht den Bericht des Wall Street Journal mit dem Drehbuch eines schlechten C-Movies. Kaspersky liefert eine andere Erklärung der Geschehnisse. Die Kaspersky-Software könnte die geheimen Hacking-Tools auf dem PC des Auftragnehmers als Schadsoftware identifiziert haben. Die russischen Hacker hätten dann durch einen Hack der Kaspersky-Software in den Besitz der geheimen Daten gelangt sein können. Diese Theorie hält auch Matthew Green, ein Kryptografie-Professor an der Johns Hopkins University, für denkbar .

Die neuen Vorwürfe könnten für die US-Regierung als weiterer Beweis dienen, dass Kaspersky mit der russischen Regierung unter einer Decke steckt. Bereits im September war sämtliche Software der Herstellers von den Behörden-PCs der USA verbannt worden . Die Heimatschutzbehörde vermutet, dass der russische Geheimdienst und andere russische Behörden mit Kaspersky zusammenarbeiten und jederzeit Hilfe beim Abhören von sensibler Kommunikation verlangen könnten.

Kaspersky verteidigt sich seit Monaten gegen die Vorwürfe. Kaspersky sei ein Privatunternehmen, das keine besonderen Beziehungen zu den Regierungen dieser Welt pflege. Das Anti-Virus-Entwickler sei schlicht und einfach zwischen die Fronten eines geopolitischen Kampfes zwischen Russland und den USA geraten.

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