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Nextcloud - wir stellen Ihnen die neue Version vor

18.10.2017 | 11:00 Uhr |

Mit der aktuellen Version von Nextcloud dürfte die letzte Ausrede wegfallen, seine Dateien nicht auf unbekannten Servern zu lagern und teilen. Die Entwickler haben dem Programm zahlreiche Neuerungen spendiert.

Wer bereits mit den Nextcloud-Vorgängerversionen gearbeitet hat, wird auf den ersten Blick zunächst kaum Veränderungen in Ausgabe 12 feststellen. Aus Sicht der Entwickler war spätestens mit Version 11 eine solide funktionale Basis gelegt, so dass es jetzt an die Verbesserung von Details ging. Und hier gibt es dann doch einiges zu entdecken. Dazu gehört beispielsweise, dass installierte Apps nun mit einem Icon direkt in der oberen Leiste automatisch eingetragen werden. Der Appwechsler ist damit Geschichte und beim Wechsel zu anderen Modulen spart man sich einen Klick.

Unverändert: Die einfache Installation

An der Einrichtung der Software hat sich nichts geändert. Für Shared Server ist der Download des Webinstallers die erste Wahl. Dabei wird lediglich eine kleine Datei heruntergeladen und manuell per FTP auf den Server geladen. Von dort gestartet, lädt das Script dann alle notwendigen Komponenten nach. Es besteht natürlich auch weiter die Option, das Gesamtpaket auf den Server zu übertragen. Wer bereits die Vorgängerversion im Einsatz hat, erhält das Update direkt über die Konfigurationsoberfläche. Obwohl wir das Update auf drei Installationen ohne Probleme ausprobiert haben, ist es trotzdem empfehlenswert, das Datenverzeichnis vorab zu sichern.

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Ärgerlicherweise überschreibt Nextcloud bei einem Update nach wie vor die Datei „.htaccess“. Eigene Anpassungen gehen somit verloren. Diese sollten also ebenfalls vorher manuell gesichert werden.

Teilen von Dateien jetzt auch mit der Option, die nur das Hochladen erlaubt.
Vergrößern Teilen von Dateien jetzt auch mit der Option, die nur das Hochladen erlaubt.

Einfacher mit Kontakten arbeiten

Im Fokus der neuen Version stehen die Funktionen für die Zusammenarbeit. Eine der hervorstechenden Änderungen betreffen die Kontakte in Nextcloud. Mit einem Klick auf das Icon in der oberen Navigation wird die Schnellsuche geöffnet. Dort genügt es, den Teil eines Namens einzutragen, um die ersten Vorschläge zu erhalten. Über die kleinen Icons neben einem Eintrag können Sie jetzt schneller mit dem Kontakt kommunizieren, beispielsweise eine Mail verfassen oder einen Videoanruf starten. Die Videokonferenz ist direkt in das System eingebunden und funktioniert unmittelbar. Das Desktopsharing dagegen muss mit einem Plug-in für Chrome und andere Browser nachgerüstet werden, arbeitet aber noch nicht immer stabil. Neu ist übrigens auch noch, dass die Aktionen zu einem Kontakt (Mail, Video und so weiter) auf jeder Bildschirmseite genutzt werden können, auf der Avatare von Personen zu sehen sind. So brauchen Sie nicht immer wieder zu den Kontakten zu wechseln, sondern können beispielsweise direkt auf einer Liste mit Kommentaren auch die Details zum Kontakt aufrufen.

Ebenfalls neu ist eine Funktion, mit der Sie anderen Personen erlauben, Ihnen Dokumente in die persönliche Cloud hochzuladen. Der dazu eingeladene Nutzer kann sich den Inhalt des Ordners nicht ansehen, sondern lediglich sein Material hochladen. Dazu legen Sie in der Dateiliste einen neuen Ordner an und rufen danach die „Details“ auf. Wechseln Sie anschließend in den Abschnitt „Teilen“. Mit einem Klick auf „Link teilen“ öffnen Sie den Dialog für die Berechtigungsstufen. Dort finden Sie auch den Eintrag „Dateien ablegen“. Den Link können Sie risikolos anderen Personen per Messenger zur Verfügung stellen. Alle Nutzer, die den Link kennen, landen auf einer Bildschirmseite, um dort Dateien hochzuladen. Und wenn Sie sich die Optionen beim Teilen einer Datei genauer ansehen, werden Sie feststellen, dass Sie jetzt für jede Person individuelle Berechtigungen für einen Ordner oder eine Datei definieren dürfen.

Uploads: Über die Einladung oder den Link gelangt der Nutzer zur Uploadseite.
Vergrößern Uploads: Über die Einladung oder den Link gelangt der Nutzer zur Uploadseite.

Circles: privates soziales Netzwerk

Neu dabei ist die App Circles, die Sie über das App Center aktivieren (Klick auf das Zahnrad und Auswahl des Menüpunkts „Apps“). Um einen Kreis anzulegen, tragen Sie den gewünschten Namen in die Zeile in der linken Navigation ein. Jetzt müssen Sie sich für eine der vier Arten entscheiden. Ein persönlicher Kreis ist eine Liste von Personen, die nur Sie kennen. Wenn Sie vorhaben, stets an einen gleichen Empfängerkreis Nachrichten oder Dateien zu versenden, ist dies die richtige Wahl. Ein öffentlicher Kreis ist für jeden zugänglich und jeder kann darin Mitglied werden. Ein versteckter Kreis benötigt zum Zutritt ein Passwort. Er kann nicht von jedem in der Cloud gesehen werden.

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Um Mitglied in einem privaten Kreis zu werden, muss die Person eingeladen und das Konto muss von einem Administrator freigegeben werden. Sobald ein Mitglied einem Kreis beigetreten ist oder eine Einladung angenommen hat, kann es Inhalte mit den anderen Mitgliedern teilen. Dazu genügt ein Klick auf das bekannte Symbol für das Sharing einer Datei. Als Empfänger wird dann der Name des Kreises eingetragen. Änderungen an Dateien oder Kommentaren von Nutzern innerhalb eines Kreises sehen Sie wie gewohnt in der Aktivitätenliste. Übrigens passt die App Mood gut zu Circles. Damit können die Nutzer ihre aktuelle Stimmung kundtun.

Das Angebot an Apps hat sich vergrößert.
Vergrößern Das Angebot an Apps hat sich vergrößert.

Mehr Apps und bessere Office-Zusammenarbeit

Version 12 bietet neue Funktionen, um die Nextcloud-Installation an die eigenen Wünsche anzupassen. Die Zwei-Faktor-Autorisierung arbeitet inzwischen zuverlässig und trägt damit zur Sicherheit der Installation bei. Um Einsteigern die Arbeit zu erleichtern, wurden Appbundles zusammengestellt, die thematisch passende Erweiterungen zusammenstellen. Für private Nutzer eher eine Marginalie, für Administratoren in Firmen aber wahrscheinlich interessant ist die neue App, mit der sich Sharepoint als externer Speicher mit in Nextcloud einbinden lässt. Die Nutzer können so auf ihre Sharepoint-Dokumente zurückgreifen. Der Betreiber einer Nextcloud-Instanz hat jetzt generell größere Auswahl, um Office-Dokumente online zu bearbeiten. Neben der Einrichtung einer Serverinstanz von Libre Office arbeitet Nextcloud auch mit Collabora Online zusammen. Wichtig dabei ist lediglich, dass sowohl die Cloud als auch die Office-Anwendung über Zertifikate abgesichert sind. Schließlich haben die Macher des kommerziellen Dienstes Onlyoffice eine App zur Verfügung gestellt, über die Nutzer ebenfalls gemeinsam an Dokumenten arbeiten können.

Mit dem aktuellen Release macht Nextcloud einen ordentlichen Schritt nach vorn und fühlt sich schneller an – nicht nur während der täglichen Arbeit, sondern auch bei der Einrichtung, etwa beim Import von Kontakten.

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