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New Horizons erreicht 6,4 Mrd. Kilometer entferntes Weltraum-Objekt

28.12.2018 | 15:17 Uhr |

Am kommenden Neujahrstag untersucht die Sonde New Horizons das bisher am weitesten von der Erde entfernte Weltraumobjekt. 6,44 Milliarden Kilometer liegen zwischen Erde und Ultima Thule im Kuipergürtel.

Am 1. Januar 2019 um 6:33 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wird die NASA-Raumsonde New Horizons mit 51.499 Kilometer pro Stunde an dem im Kuiper-Gürtel gelegenen Objekt 2014 MU69 alias Ultima Thule vorbeifliegen, wie The Verge schreibt. Ultima Thule ist das bisher am weitesten von der Erde entfernte Objekt in unserem Sonnensystem, das eine menschliche Sonde genauer erkundet. Der Vorbeiflug selbst dauert nur einen Wimpernschlag. Doch die Wissenschaftler erhoffen sich von den dabei gesammelten Daten wichtige neue Erkenntnisse über unsere Nachbarschaft im Weltall und über die Entstehung unseres Sonnensystems.

New Horizons fliegt seit 13 Jahren durch das Weltall. Im Sommer 2015 erreichte die NASA-Sonde weltweite Berühmtheit, als sie an dem Zwergplaneten Pluto vorbeiflog und faszinierende Bilder von Pluto zur Erde schickte. Ultima Thule, den sie am 1.1.2019 besucht, ist zwar anders als Pluto nur ein eisiger Felsbrocken in den Weiten der Galaxis. Doch der ist immerhin 6,44 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Und 1,6 Milliarden Kilometer von Pluto entfernt.

Im Kuipergürtel befinden sich zahlreiche gefrorene Objekte von der Art, wie es Ultima Thule ist. Als sich vor 4,5 Milliarden Jahre die Planeten unseres Sonnensystems ausformten, blieben die Trümmer des Kuipergürtels übrig. Somit erlauben diese eisigen Felsbrocken einen Blick weit zurück in die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems.

Über das Zielobjekt, also Ultima Thule, wissen die Forscher auf der Erde fast nichts. Es ist nicht einmal sicher, ob es sich dabei nur um einen einzigen Felsbrocken handelt, theoretisch könnten es auch zwei getrennte Trümmer sein, die eng zusammen durch den Kuipergürtel fliegen und wie eine Ente aussehen. Doch diese Frage wird New Horizons in wenigen Tagen klären. Der 2014 erstmals entdeckte 2014 MU69 ist vermutlich nicht länger als 32 Kilometer.

Derzeit benötigt ein Signal von der Erde zur Sonde sechs Stunden (beim Vorbeiflug an Pluto betrug diese Zeit noch 4,5 Stunden). New Horizons nähert sich bis auf 3540 Kilometer dem Felsbrocken. Die Sonde macht Fotos, kartografiert die Oberfläche des Felsens, sucht nach benachbarten Objekten und einer Atmosphäre. Außerdem misst die Sonde die Temperatur auf Ultima Thule. Und das alles binnen Sekunden. Vier Stunden nach dem Vorbeiflug sendet die Sonde ein Signal zur Erde, um mitzuteilen, ob alles geklappt hat. Wieder einige Stunden später beginnt New Horizons mit der Übertragung der erfassten Daten, unter denen sich auch die ersten hochauflösenden Bilder befinden. Bis zu zwei Jahre wird es dauern, bis alle Daten über Ultima Thule auf der Erde eingetroffen sind; mit rund 50 Gigabits Daten wird gerechnet. Somit könnte sich so manche überraschende Erkenntnis über Ultima Thula erst 2020 einstellen.

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