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New Horizons: Pluto-Sonde erforscht Weltraum-"Ente"

04.08.2017 | 10:05 Uhr |

Die Pluto-Sonde New Horizons fliegt zu einem tiefgefrorenen Brocken am Rande unseres Sonnensystems. Dieser Felsbrocken sieht aus wie eine Ente und könnte die Wissenschaftler noch überraschen.

Mittlerweile haben die Experten der NASA weitere Details zum nächsten Reiseziel von New Horizons verraten. Der wissenschaftlich als 2014 MU69 bezeichnete Eis- beziehungsweise Felsbrocken, zu dem die Pluto-Sonde nun unterwegs ist, hat nämlich die Form einer Ente, oder genauer: Er sieht aus wie eine Quietscheente, die man mit in die Badewanne nimmt.

Der 2014 erstmals entdeckte 2014 MU69 ist vermutlich nicht länger als 32 Kilometer. Möglicherweise entsteht der entenförmige Eindruck aber auch dadurch, dass dort zwei Felsbrocken zusammenhängen, so genau wissen das die Astronomen noch nicht. Es ist sogar denkbar, dass es sich um zwei getrennte Felsbrocken handelt, die nahe zusammen sich gegenseitig umkreisen. Und sich dabei vielleicht sogar berühren. Sollte 2014 MU69 also tatsächlich aus zwei getrennten Objekten bestehen, dann dürfte jedes einzelne zwischen 14 und 19 Kilometer Durchmesser haben.

Mit dieser neuen Erkenntnis über die Form des Zielobjekts können die Sternenforscher den Vorbeiflug von New Horizons besser vorbereiten. Als Datum für den Vorbeiflug ist derzeit der 1. Januar 2019 vorgesehen.

2014 MU69 ist rund 6,44 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und befindet sich im so genannten Kuipergürtel am Rande unseres Sonnensystems. Die Forscher auf der Erde können den Winzling derzeit nur durch das Hubble Weltraumteleskop beobachten, das um die Erde kreist. Von Pluto ist 2014 MU69 über 1,6 Milliarden Kilometer entfernt.

Pluto-Sonde New Horizons erforscht Himmelskörper am Rande unseres Sonnensystems
Vergrößern Pluto-Sonde New Horizons erforscht Himmelskörper am Rande unseres Sonnensystems
© NASA

Hintergrund: So geht die Mission von New Horizons weiter

Lange Zeit war es ruhig geworden um New Horizons – die NASA-Sonde, die im Juli 2015 an Pluto vorbeiflog und danach spektakuläre Fotos von dem Zwergplaneten zur Erde funkte. Die Übertragung aller Daten dauerte bis Oktober 2016.

New Horizons befindet sich bereits auf dem Weg zum nächsten spannenden Ziel: einem Eisbrocken am Rande unseres Sonnensystems, wie die NASA berichtet . Um Energie zu sparen und den Verschleiß an den Messgeräten zu reduzieren, versetzte die NASA den wackeren Raumgleiter am 7. April in den Schlafmodus. Damit sind die meisten seiner Messgeräte ausgeschaltet. Jeden Monat schickt die Sonde ein Status-Update zur Erde. Auf ihrem Flug schickten die NASA-Techniker die Sonde bisher bereits 18 Mal in den Schlafmodus. Der letzte dauerte bis 4. Dezember 2014. Dann weckte die NASA New Horizons auf, damit sie sich für den Vorbeiflug an Pluto bereit machte.

Ab dem 11. September 2017 will die NASA New Horizons dann wieder aus seinem Schlaf aufwecken. Ein weiterer Vorteil des „Sommerschlafs“: Das Kontrollzentrum auf der Erde muss die Sonde nun nicht ständig überwachen. Das Überwachungsteam gewinnt damit Zeit, um sich auf das nächste Missionsziel vorzubereiten. Am 1. Januar 2019 soll es soweit sein, dann soll New Horizons den als 2014 MU69 bezeichneten Eisbrocken erreichen. Er gehört zum sogenannten Kuipergürtel.

Der Kuipergürtel ist eine „ringförmige, relativ flache Region, die sich in unserem Sonnensystem außerhalb der Neptunbahn … erstreckt und schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte mit mehr als 100 km Durchmesser sowie viele kleinere Objekte enthält“, wie Wikipedia erklärt. Die Erforschung des Zwergplaneten Pluto ist damit abgeschlossen, jetzt liegt alle Konzentration auf 2014 MU69.

2014 MU69 wird der erste Himmelskörper aus dem Kuipergürtel sein, den eine Sonde von der Erde erforscht. 2014 MU69 benötigt 293 Jahre, um einmal unsere Sonne zu umrunden. 2014 MU69 hat einen Durchmesser von höchstens 45 Kilometern.

So einen winzigen Himmelskörper muss die Sonde erst einmal finden. Dafür sind umfangreiche Vorarbeiten auf der Erde nötig. Die Übermittlung der dafür nötigen Steuerbefehle von der Erde zur Sonde dauert derzeit bereits über 5 Stunden und 20 Minuten. Und es dauert noch einmal so lange, bis die Antwort auf der Erde eintrifft. Schnelle Korrekturen eines Fehlers sind also nicht möglich.

New Horizons ist derzeit 5,7 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Das Zielobjekt ist vermutlich tiefgefroren und soll Einblicke in die Entstehung unseres Sonnensystems ermöglichen.


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