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Raumfahrt: New Glenn von Blue Origin soll SpaceX schlagen

13.03.2017 | 17:47 Uhr |

Das US--Raumfahrtunternahmen Blue Origin will die private Raumfahrt nicht allein SpaceX überlassen.

Amazon-Gründer Jeff Bezos sagt dem Konkurrenten mit seiner Rakete namens New Glenn den Kampf an: Die wiederverwendbare Rakete soll in der zweistufigen Variante etwa 13 Tonnen Nutzlast in geostationäre Umlaufbahnen bringen können. In einem niedrigen Erdorbit kann sie sogar 45 Tonnen in den Weltraum hieven.

Damit übertrifft sie die Leistung der Einwegraketen Vulcan und Ariane 6. Blue Origin denkt sogar über eine dritte Stufe mit Wasserstoffantrieb nach, die die Nutzlast noch einmal um 50 Prozent erhöhen würde. Die erste Raketenstufe ist außerdem mit Stummelflügeln ausgestattet, die den Fall zur Erde verlangsamen und Bremsmanöver mit Raketentriebwerken überflüssig zu machen.

Wie beim Konkurrenten von SpaceX soll New Glenn nach dem Herabsinken zur Erde auf einem Schiff landen können. Während das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk auf teures Kerosin für den Antrieb setzt, nutzt Blue Origin Methan. Stufe 1 der Rakete verfügt über sieben BE-4-Triebwerke, Stufe 2 hingegen ist für den Einsatz im luftleeren Weltraum optimiert. Zusätzlich Treibstoff will Blue Origin durch eine Wiederverwendung von Abgasen sparen, die über Pumpen erneut an der Verbrennung beteiligt sind.

Diese komplexe Wiederverwendung sorgte in der Vergangenheit jedoch schon für Probleme: Auf dem Teststand ist eines der Blue-Origin-Triebwerke explodiert. Das neu entwickelte BE-4-Triebwerk soll erstmals 2019 in einer Vulcan-Rakete Verwendung finden. Die von der United Launch Alliance (ULA) entwickelte Trägerrakete soll als Ersatz für Delta-IV- und Atlas-V-Raketen dienen.

Auch bei der Wiederverwendbarkeit übertrifft Blue Origin – zumindest auf dem Papier – den Konkurrenten SpaceX: Während sich die Falcon 9 nur zehnmal nutzen lässt, soll New Glenn ganze 100 Flüge überstehen. Erste Kunden konnte Blue Origin mit Eutelsat und Oneweb bereits gewinnen. 

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