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Neues Bedienkonzept: Smartphone mit Nasekratzen steuern

20.09.2017 | 14:30 Uhr |

Wenn Sie sich bald häufiger an der Nase kratzen, haben Sie nicht etwa Krätze, sondern steuern Ihr Smartphone. Mit einem neuen, etwas eigenartig wirkenden Bedienkonzept.

Wissenschaftler aus Südkorea, Schottland und den USA haben ein neues Bedienkonzept für Smartphones entwickelt. Sein Vorteil: Sie können damit ganz diskret Ihr Mobiltelefon bedienen. Der Nachteil: Für Umstehende sieht es so aus, als ob Ihre Nase unerträglich juckt. Deshalb trägt das Projekt auch den Arbeitstitel "Itchy Nose" (englisch für „juckende Nase“).

Denn Sie bedienen Ihr Smartphone, indem Sie an Ihrer Nase reiben, drücken oder schnalzen. Mit diesen Nasen-Reib-Aktionen lassen sich beispielsweise eingehende Anrufe ablehnen, Videos anhalten oder Lieder beenden. Ohne dass den Menschen in Ihrer Umgebung auffällt, dass Sie gerade mit dem Smartphone beschäftigt sind. Ideal also zum Beispiel für langatmige Konferenzen oder wenn Sie einem langweiligen Vortrag zuhören müssen.

Diese Finger-Nasengesten stehen zur Verfügung.
Vergrößern Diese Finger-Nasengesten stehen zur Verfügung.

Die Technik für das ungewöhnliche Bedienkonzept ist in einer Brille versteckt. Unter dem Nasensteg und den Nasenbügeln der Brille befinden sich die EOG-Sensoren, die die Fingerbewegungen an der Nase auswerten. Und in der Bügelrundung hinter dem rechten Ohr ist der Bluetooth-Sensor verbaut, der die Signale dann zum Smartphone überträgt.

Der Sensor steckt in der Mitte der Brille.
Vergrößern Der Sensor steckt in der Mitte der Brille.

Diese EOG-Sensoren sind nicht etwa Kameras, sondern sie messen elektrische Spannungsänderungen auf der Haut, die durch Ihre Fingerbewegungen entstehen. Für diesen Einsatzzweck haben die Wissenschaftler die EOG-Sensoren modifiziert, denn typischerweise werden damit Augenbewegungen erfasst. Je nachdem, wie der Brillenträger die Nase berührt, ändert sich die elektrische Spannung der Haut. Davon abhängig können dann unterschiedliche Aktionen auf dem Smartphone ausgelöst werden.

Die Wissenschaftler müssen aber noch das Problem lösen, wie sie versehentliches „echtes“ Kratzen an der Nase oder deren versehentliches Berühren herausfiltern. Neben dem Smartphone ist aber auch die Bedienung von Wearables per Fingertupfer denkbar.

Derzeit hat das Ganze noch Studiencharakter, Sie können die Brille zur Smartphone-Steuerung also noch nicht kaufen.

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