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Neue Mini-Chips für autonome Flugdrohnen in Insektengröße

13.07.2017 | 11:34 Uhr |

Forscher des berühmten MIT entwickeln einen extrem geschrumpften und besonders stromsparenden Chip. Er soll künftig autonome Mini-Flugdrohnen steuern, die man bequem mit dem Smartphone transportieren kann.

Forscher des Massachusetts Institute of Technology MIT entwickeln derzeit einen Chip, der gegenüber herkömmlichen Prozessoren deutlich verkleinert ist und mit deutlich weniger Energie auskommt. Die geschrumpften Chips könnten dann winzige autonome Flugdrohnen steuern, die nur noch so groß wie Hummeln sind. Trotz der geschrumpften Größe sollen die Prozessoren noch genügend Leistung liefern, damit die Drohnen Fotos schießen und zuverlässig navigieren können.

Derzeit sind leistungsfähige Chips einfach zu groß, um so winzige Flugdrohnen zu ermöglichen. Außerdem brauchen moderne Chips viel zu viel Energie, was zwangsläufig größere Akkus nach sich zieht. Zwischen 10 und 30 Watt zieht ein Prozessor, wie er derzeit in einer handelsüblichen Drohne verbaut ist. Damit lassen sich keine insektenkleinen Drohnen realisieren.

Die derzeit kleinste Drohne der Welt gibt es für unter 50 Euro - sie passt in eine Hosentasche!

Deshalb hat sich das Team um die MIT-Professoren Sertac Karaman und Vivienne Sze auf die Entwicklung von spezialisierten Computer-Chips konzentriert: Kleiner und mit deutlich reduzierter Energieaufnahme, damit sie sich optimal für den Einsatz in Drohnen eignen. Dabei entwickeln die Forscher die Chip-Architektur für "Navion" – wie der neue Chip heißt - und dessen Algorithmen zeitgleich parallel. Der neue Chip spart unter anderem dadurch Strom, weil er nicht mehr benötigte Daten sofort wieder löscht und keine Daten in externen Speicher auslagern muss. Der neue Chip kann Bilder mit 20 Frames pro Sekunde streamen, die Drohne navigieren, soll nur zwei Watt verbrauchen und mit zwei Megabyte Speicher auskommen, wie die Forscher erläutern. Damit sind die Forscher aber noch nicht zufrieden: Sie wollen die Leistungsaufnahme langfristig auf einige Hundert Milliwatt drücken.

Als Endergebnis soll die kleinste intelligente Drohne herauskommen, die selbstständig fliegen kann. Solche Drohnen könnten dann beispielsweise für Aufklärungsmissionen verwendet werden – Militär, Geheimdienste und Polizei dürften sich dafür interessieren. Aber sicherlich hätten auch Verbrecher dafür Verwendung.

Anwendung für Privatanwender

Denkbar wäre es, dass eine derart winzige Drohne in ein Smartphone integriert würde. Sobald man die Dienste der Drohne benötigt, nimmt man sie aus dem Smartphone heraus und lässt sie von der Hand aus fliegen. Auf die Hand kehrt sie dann auch wieder zurück. Das Video, das die Mini-Drohne während ihres Flugs aufgenommen hat, wird dann auf das Smartphone übertragen und kann sofort geteilt werden.

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