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NASA testet Asteroiden-Abwehr mit Abschuss-Sonde

01.02.2019 | 10:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die NASA treibt ihr Asteroiden-Abwehr-Programm voran. Bald soll die erste Sonde ins Alls starten und einen Astroiden treffen.

Die NASA treibt ihr Asteroiden-Abwehrprogramm weiter voran. Dieses als Double Asteroid Redirection Test (DART) bezeichnete Programm soll so funktionieren, dass eine Sonde in den sich der Erde nähernden Asteroiden geschossen wird. Durch den Zusammenstoß soll die Flugbahn des Asteroiden so verändert werden, dass er der Erde nicht mehr gefährlich werden kann.

In den nächsten Jahren will die NASA überprüfen, ob dieses Verfahren im Ernstfall funktioniert. Dazu hat sich die NASA einen Asteroiden namens Didymoon als Testkandidaten ausgesucht, der der Erde nicht gefährlich werden wird, wie die Sydney Morning Herald in einem Interview mit dem Weltraumexperten Mark Fittock schreibt. Fittock arbeitet an einem vergleichbaren ESA-Projekt zur Asteroidenabwehr mit. Denn die European Space Agency ESA ist an dem Projekt zur Asteroidenabwehr ebenfalls beteiligt.

Darum geht es: Die Dart-Sonde der NASA soll zwischen Ende Dezember 2020 und Mai 2021 starten und Anfang Oktober 2022 Didymoon treffen. Fittock nennt die Sonde, die den Asteroiden treffen soll, eine „interstellare Kugel“.  Mit dem „Crash-Test“ will die NASA herausfinden, ob eine Sonde tatsächlich in der Lage ist die Flugbahn des Asteroiden umzulenken. Die NASA will insbesondere herausfinden, wie heftig der Zusammenstoß sein muss und wie groß die Sonde konstruiert sein muss, damit sie den Asteroiden ausreichend ablenken kann.

Das Ziel: Etwa elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist ein Asteroid namens Didymus. Er hat rund 800 Meter Durchmesser. Um Didymus wiederum dreht sich ein kleinerer Felsbrocken namens Didymoon, der zirka 150 Meter breit ist. Diesen kleineren Brocken soll die Dart-Sonde treffen.

Die Sonde: Die Dart-Sonde ist 12,5 Meter lang, 2,4 Meter breit, über 500 Kilogramm schwer und wird über Solarpanel mit Strom versorgt. Die gesamte Technik an Bord hat nur einen Zweck: Den Asteroiden zu erreichen und zu treffen.

Die NASA hat berechnet, dass die Sonde Didymoon mit einer Geschwindigkeit von rund sechs Kilometer pro Sekunde treffen wird. Durch den Aufschlag dürfte sich der Asteroiden zwar kaum bewegen, wie die NASA vermutet. Doch das sei auch nicht nötig, schon eine geringe Abweichung vom bisherigen Kurs würde ausreichen und der Test wäre erfolgreich. Denn selbst eine minimale Kurskorrektur reicht aufgrund der großen Entfernungen im All aus, damit ein gefährlicher Asteroid letztendlich die Erde verfehlt.

ESAs Schwesterprojekt zu Dart von der NASA heißt Hera. Hera soll einige Jahre nach Dart eine Sonde zu Didymos schicken. Diese Sonde soll dann mit ihren Messinstrumenten herausfinden, wie sehr Didymoon durch den Zusammenstoß abgelenkt wurde und welche Schäden der Zusammenstoß am Asteroiden verursacht hat.

Didymus mit seinem Begleiter Didymoon befinden sich nicht auf Kollisionskurs zur Erde. Falls der Test also scheitert, hat das keine unmittelbaren Folgen für die Erde. Allerdings müsste die NASA ihr Asteroidenabwehrprinzip im Falle eines Scheiterns komplett neu überdenken.

Die Alternative zu dem Versuch, einen Asteroiden durch den Zusammenstoß mit einer Sonde abzulenken, ist deutlich härter: So könnte man eine Rakete mit einem Nuklearsprengkopf in den Asteroiden jagen und diesen sprengen. Doch der Ausgang einer derart drastischen Asteroidenvernichtung lässt sich nicht vorhersagen. Möglicherweise entsteht bei der Atomexplosion im All ein „Regen“ von kleinen Asteroidentrümmern, die alle radioaktiv verstrahlt sind und dann zur Erde stürzen. Im Vergleich dazu bietet Dart eine deutlich sanftere Lösung -  wenn denn das Ablenken des Asteroiden funktioniert.

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