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NASA schickt Kepler in den Ruhestand

31.10.2018 | 09:39 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die NASA hat offiziell das Weltraum-Teleskop Kepler in den Ruhestand befördert. Zuvor war Kepler der Treibstoff ausgegangen.

Die NASA schickt das Weltraum-Teleskop Kepler in den Ruhestand. Wie die US-Weltraum-Organisation mitteilt , ist Kepler wie geplant der Treibstoff ausgegangen und kann dadurch nicht mehr für neue Missionen eingesetzt werden. Insgesamt war Kepler neun Jahre aktiv und entdeckte dabei viele erdähnliche Planeten. "Kepler hinterlässt ein Vermächtnis von mehr als 2.600 Planeten-Entdeckungen außerhalb unseres Sonnensystems, von denen viele vielversprechende Orte für Leben sein könnten", so die NASA.

Die NASA schoss das über eine Tonne schwere und nach dem Astronomen Johannes Kepler benannte und 600 Millionen US-Dollar teure Weltraumteleskop am 6. März 2009 in eine Umlaufbahn um die Sonne. Das Teleskop untersuchte in seinen Missionsjahren einen festen Ausschnitt am Sternenhimmel nach Exoplanten – und zwar im Sternbild Cygnus/Schwan.

Insgesamt war Kepler über neuneinhalb Jahre aktiv, beobachtete über 530.000 Sterne, entdeckte 2.662 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sammelte über 670 Gigabyte an wissenschaftlichen Daten und reiste dabei über 150 Millionen Kilometer.

Kepler habe in seiner Zeit, so die NASA, alle Erwartungen übertroffen und neue Erkenntnisse über Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gebracht. In den nächsten zwei Wochen wird Kepler von der NASA den letzten Befehl erhalten: Zur Abschaltung aller Technik inklusive Empfangs- und Sendeeinheiten.

Das Weltraum-Teleskop hatte in seiner aktiven Zeit mit mehreren technischen Problemen zu kämpfen. Im Jahr 2012 ging die Steuerung kaputt und konnte dann aber von der Erde aus zum Teil repariert werden. Im Jahr 2016 schaltete Kepler sich überraschend in den Notfallmodus, wodurch unnötig viel Treibstoff verbraucht wurde. Auch von diesem Problem konnte sich Kepler kurze Zeit später wieder erholen.

Während seiner letzten 19ten Mission im August 2018 schaltete sich Kepler vorübergehend in den Schlafmodus und konnte von der NASA erst im September wieder reaktiviert werden. Schuld war ein Problem an einem der insgesamt acht Triebwerke.

"Wir wissen, dass der Ruhestand des Raumschiffs nicht das Ende von Keplers Entdeckungen ist", erklärt die NASA und fügt hinzu: "Wir sind begeistert von den vielfältigen Entdeckungen, die sich noch aus den gesammelten Daten ergeben werden, und wie zukünftige Missionen auf den Ergebnissen von Kepler aufbauen werden."

Kepler wird in sicherer Entfernung von der Erde ohne Antrieb durch das Weltall fliegen. Der Nachfolger befindet sich bereits im All: TESS. Auch dieses Raumfahrzeug sucht seit diesem Jahr nach unbekannten Planeten, die in anderen Sonnensystemen kreisen. Im Gegensatz zu Kepler soll TESS dabei gezielt nach Himmelskörpern suchen, auf denen Leben möglich sein könnte.

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