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NASA prüft Raketen-Sponsoring: Dieser Satellit startet mit Unterstützung durch...

12.09.2018 | 11:35 Uhr |

"Dieser Satellit startet mit freundlicher Unterstützung durch Coca Cola." - Die NASA denkt über Werbeeinnahmen durch Sponsoring, Branding und Product Placement bei Raketenstarts und Weltraum-Missionen nach.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA denkt darüber nach, ihre Raumfahrt-Missionen auch durch Sponsoren mitfinanzieren zu lassen. Die Unternehmen könnten dann im Gegenzug ihre Logos an Raketen anbringen, wie The Verge berichtet.

Spinnt man die Sache weiter, dann wäre sogar denkbar, dass irgendwann eine Mars-Mission den Namen des Sponsors tragen könnte: "Dieser Flug zum Mars startet mit freundlicher Unterstützung durch Coca Cola…" Und an der Rakete prangt der bekannte Coca-Cola-Schriftzug. Und der Live-Stream zum Raketenstart zeigt Werbeeinblendungen für die Zucker-Brause. Auch die Astronauten sollen in die Werbemaßnahmen einbezogen werden. Deren Konterfeis könnten beispielsweise auf den Verpackungen von Frühstücksflocken erscheinen.

Ein eigens eingesetztes NASA-Komitee denkt jetzt über derartige Finanzierungsmöglichkeiten nach. Denn Raumfahrt ist teuer und US-Präsident Donald Trump sind die hohen Kosten ein Dorn im Auge, er möchte deshalb sogar die ISS loswerden. Unternehmen sollen diesbezüglich bereits Interesse gegenüber der NASA bekundet haben. Sollte sich die NASA tatsächlich zum Branding und Sponsoring für ihre Missionen entscheiden, dann wäre das eine völlige Neuausrichtung der US-Raumfahrt-Agentur. Denn bisher widersetzte sich die NASA jeglichen Kommerzialisierungsversuchen. Um der NASA Werbung und Sponsoring zu ermöglichen, müsste die NASA ihre Satzung ändern und der US-Kongress müsste darüber abstimmen.

Es stellt sich aber die Frage, ob die Summen, die durch Sponsoring in die Kasse der NASA kämen, überhaupt relevant werden würden. Denn Raumfahrt kostet Milliarden, die Werbeeinahmen würden aber vermutlich nur ein paar Millionen einspielen. Zudem dürfte nach den derzeit geltenden Regelungen die NASA nicht selbst über die Verwendung der Werbeeinnahmen entscheiden, sondern der US-Kongress könnte die Einnahmen nach Belieben verplanen. Vor allem aber steht zu befürchten, dass die US-Bevölkerung Werbung auf NASA-Raketen kritisch gegenübersteht. Die Neutralität der NASA ist bisher ein hohes Gut in den USA. Ob es also tatsächlich bald Werbung auf NASA-Raketen gibt, ist noch völlig offen.

Coca Cola und Pepsi hatten übrigens laut The Verge bereits 1985 spezielle Getränkedosen für Astronauten zur Verfügung gestellt, mit denen die Raumfahrer in der Schwerelosigkeit trinken konnten. Doch damals wurde damit keine Werbung gemacht.

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