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Nach Mordvideo: Facebook löscht Gewaltvideos schneller

18.04.2017 | 12:55 Uhr |

Facebook will künftig schneller Gewaltvideos löschen. Anlass ist ein schockierender Fall, der über Ostern für Schlagzeilen sorgte.

Am Ostersonntag hat ein Mann in Cleveland zunächst per Facebook-Video einen Mord angekündigt und wenige Minuten später über Facebook ein Video verbreitet, in dem zu sehen ist, wie er einen älteren Mann erschießt. Wieder kurze Zeit später gestand der Mann in einem weiteren Live-Video die Tat. Der schockierende Vorfall sorgte über die Osterfeiertage für Bestürzung im Web. Auch Facebook hat sich nun offiziell zu dem Vorfall geäußert.

In einer Mitteilung weist Justin Osofsky, Facebooks Vice President for Global Operations, darauf hin, dass das betreffende Video, in dem der Mord zu sehen ist, binnen 23 Minuten nach der ersten Meldung durch einen Nutzer von Facebook gelöscht und auch das  entsprechende Konto des Mannes auf Facebook deaktiviert worden sei. In Folge dessen seien alle von dem Mann hochgeladenen Inhalte nicht mehr verfügbar gewesen. Insgesamt seien aber von dem ersten Video bis zur Deaktivierung des Kontos über zwei Stunden vergangen. "Wir wissen, dass wir da besser werden müssen", räumt auch Osofsky ein.

Den von Facebook veröffentlichten Daten zufolge erschien das erste Video, in dem der Mann einen Mord ankündigte, um 11:09 Uhr vormittags (pazifischer Zeit). Dieses Video sei von keinem Nutzer an Facebook gemeldet worden. Um 11:11 Uhr lud der Mann dann auf Facebook das Video hoch, in dem der Mord zu sehen war. In einem fünfminütigen Live-Video ab 11:27 Uhr gestand der Mann den Mord. Erst um 12:59 Uhr wurde zum ersten Mal das Mord-Video an Facebook gemeldet. Um 13:22 Uhr wurde das Konto des mutmaßlichen Mörders gesperrt, wodurch anschließend auch alle Videos nicht mehr öffentlich sichtbar waren.

Laut Facebook wurde also das Video, in dem der Mann den Mord ankündigte, zu keinem Zeitpunkt von anderen Nutzern gemeldet, wodurch auch Facebook nicht reagieren konnte. Beim Mord-Video selber vergingen über 1 Stunde und 45 Minuten, ehe ein Nutzer es bei Facebook meldete. Das dritte Video mit dem Geständnis wurde erst von Nutzern gemeldet, nachdem die Live-Übertragung beendet worden war.

Osofsky verweist in seiner Mitteilung darauf, dass Facebook kontinuierlich die Methoden verbessere, über die Nutzer Inhalte an Facebook melden können. Außerdem arbeite man auch ständig an neuen Technologien, die dabei helfen sollen, Facebook zu einer sicheren Umgebung zu machen. Weltweit seien außerdem tausende Mitarbeiter im Einsatz, die die Millionen von Beiträgen  überprüfen, die jede Woche von den Nutzern gemeldet werden. Ein wichtiges Ziel sei es, die Zeitdauer der Überprüfung eines gemeldeten Beitrags noch weiter zu verringern.

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© iStockphoto.com/Ivan Fisun

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