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Tesla: US-Börsen-Aufsicht prüft Tweets von Elon Musk

09.08.2018 | 10:22 Uhr |

Elon Musk will Tesla von der Börse nehmen und zu einem Privatunternehmen wie SpaceX machen. Das teilte Musk via Twitter mit. Die US-Börsenaufsicht prüft nun das Vorgehen von Musk. Der Vorwurf der Börsenmanipulation schwebt in der Luft.

Update 9.8.: US-Börsen-Aufsicht prüft Musks Tweets

Die US-Börsen-Aufsichtsbehörde SEC untersucht jetzt Musks Vorgehen, wie das Wall Street Journal berichtet. Die SEC will wissen, ob die von Musk via Twitter verbreiteten Aussagen, dass er Tesla von der Börse nehmen und zu einem  Privat-Unternehmen machen wolle und die Finanzierung des Aufkaufs der Aktien zum Stückpreis von 420 Dollar gesichert sei, auf Tatsachen beruhen und warum er das via Twitter mitgeteilt hat. Denn Musks Tweets hatten erhebliche Kursbewegungen der Tesla-Aktie ausgelöst. Börsennotierte Unternehmen dürften nicht einfach nach Lust und Laune Nachrichten, die den Aktienkurs beeinflussen, verbreiten. Schon gar nicht über soziale Netzwerke wie Twitter. Sondern Aktiengesellschaften verbreiten solche Informationen in der Regel über so genannte "Ad-hoc-Mitteilungen" oder „Pflichtmitteilungen“. Musk könnte sich mit seinen Tweets also der (bewussten) Kursmanipulation schuldig gemacht haben. Das wiederum könnte Tesla-Aktionäre dazu bringen, deswegen vor Gericht zu klagen. Update Ende

Marketing-Genie Elon Musk hat es mal wieder geschafft und mit ein paar Tweets die Technik-Welt in Aufruhr versetzt. Los ging es heute Nacht mit diesem Tweet: „Ich erwäge, Tesla für 420 Dollar zu einem Privatunternehmen zu machen. Die Finanzierung ist gesichert“. Zugleich wurde bekannt, dass ein Staats-Fonds aus Saudi-Arabien in Tesla investiert habe und zwischen 3 und 5 Prozent der Tesla-Anteile erworben habe. Das entspräche einem Preis zwischen 1,9 Milliarden und 3,2 Milliarden Dollar.

In weiteren Kommentaren und Tweets lieferte Musk dann noch einige Informationen nach. So könnten alle Besitzer von Tesla-Aktien entscheiden, ob sie diese behalten und damit künftig an einem nicht mehr an der Börse gehandelten Privatunternehmen beteiligt wären (und weiter an den Erfolg und die irgendwann einsetzende Rendite von Tesla glauben) oder aber ihre Unternehmensanteile für 420 Dollar pro Aktie an Musk verkaufen. Dieser Wert liegt deutlich über dem aktuellen Kurs der Tesla-Aktie, der Verkauf wäre also ein guter Deal für die Aktionäre.

Zudem brachte Musk seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die meisten Aktionäre ihre Anteile behalten und Tesla treu bleiben. Musk wolle definitiv keinen Aktionär dazu zwingen, seine Anteile zu verkaufen.

Den Grund für diesen überraschenden Schritt lieferte Musk gleich mit: Ein Privatunternehmen sei leichter zu handhaben und nicht mehr kurzfristigen Rendite-Zielen unterworfen. Womit Musk unbestritten Recht hat: Ein Unternehmen, dass sich nicht alle drei Monate für seine Geschäftszahlen rechtfertigen muss, kann langfristiger planen. Musk hatte in der Vergangenheit immer wieder seinen Unmut gegenüber kritischen Fragen von Analysten zum Ausdruck gebracht. Dieser Druck wäre weg, sobald Tesla nicht mehr an der Börse gehandelt werden würde.

Die Unterstützung durch die Investoren sei gesichert, legte Musk noch via Twitter nach. Nur noch die Zustimmung der Aktionäre sei erforderlich.

Mittlerweile hat Tesla eine Mail von Elon Musk an alle Mitarbeiter veröffentlicht. Darin erklärt Musk seine Entscheidung, Tesla von einer an der Börse gehandelten Aktiengesellschaft zu einem Privatunternehmen zu machen, noch einmal ausführlich. Er wolle wilde Kursschwankungen vermeiden, die alle Tesla-Mitarbeiter - die alle auch Anteilseigner sind - nur ablenken würden.

Die vierteljährlichen Quartalsberichte würden Tesla zudem einem enormen Druck aussetzen, die Entscheidungen, die für die gute langfristige Entwicklung von Tesla erforderlich seien, erschweren würden. Tesla würde durch die vierteljährliche Berichtspflicht zudem angreifbar – letzteres hatte Musk gerade in den letzten Monaten schmerzlich erfahren müssen. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, das nicht an der Börse gehandelt wird, sei das beste Beispiel dafür, dass sich eine Firma langfristig besser entwickeln würde, wenn sie nicht dem Druck der Börse ausgesetzt sei. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist bereits eine derartige private Firma: Dort gibt es viele Anteilseigener, die keine Mitspracherechte haben.

Das bedeute Musk zufolge aber nicht, dass Tesla dauerhaft ein Privatunternehmen bleiben müsse. Wenn die Entwicklung von Tesla ruhigere Fahrwasser erreicht habe und Teslas Wachstum besser voraussagbar sei, könne es wahrscheinlich Sinn machen, an die Börse zurück zu kehren, so Musk. Musk plane zudem nicht, SpaceX und Tesla miteinander zu verschmelzen.

Musk hält eigenen Worten zufolge 20 Prozent der Tesla-Aktien.

Die Tesla-Aktie machte aufgrund dieser Meldung einen erheblichen Sprung nach oben. Deshalb wurde der Handel an der Nasdaq zwischenzeitlich ausgesetzt. Mittlerweile wird die Tesla-Aktie aber wieder an der Börse gehandelt  Tesla ist derzeit fast 62 Millionen Dollar wert.

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