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Musk sucht Geldgeber für Privatisierung von Tesla

13.08.2018 | 11:57 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Elon Musk war mit seiner Ankündigung "Die Finanzierung ist gesichert" anscheinend vorschnell. Er sucht laut Medienberichten immer noch Geldgeber, um Tesla von der Börse nehmen zu können.

US-Medien zweifeln daran, dass die Finanzierung von Elon Musks Vorhaben Tesla von der Börse zu nehmen wirklich gesichert ist. Die genaue Summe, die Musk aufbringen müsste, hängt davon ab, wie viele der Tesla-Aktionäre ihre Wertpapier behalten und wie viele diese verkaufen möchten. Mindestens 50 Milliarden US-Dollar müsste Musk aber wohl in jedem Fall aufbringen, wenn er sein Unternehmen von der Börse nehmen und zu einer privaten Firma machen wolle - 420 Dollar wolle Musk pro Aktie zahlen, wenn deren Inhaber die Aktie verkaufen wollen. Musk selbst besitzt 22 Prozent aller Tesla-Aktien. Er hatte seinerzeit bei der Bekanntgabe seines Plans erklärt, dass die Finanzierung gesichert sei. Damals war auch davon die Rede, dass ein saudi-arabischer Staatsfonds bei Tesla einsteigen wolle. Tesla ist derzeit über 60 Milliarden Dollar wert.

Doch jetzt berichtet Bloomberg, dass Musk zusammen mit seinen Beratern einen größeren Pool an Investoren suchen würde, die die benötigte Summe zum Rückkauf der Tesla-Aktien aufbringen können. Denn Musk wolle verhindern, dass nur einige wenige und dafür starke Investoren die Aktien besitzen - das würde für Musk einen unerwünschten Machtverlust bedeuten.

Die Gespräche mit möglichen Investoren und Banken seien laut Bloomberg noch in einem frühen Stadium. Noch habe Musk keine Bank mit der Durchführung des Deals beauftragt. Die Bank, die das "von der Börse nehmen" begleiten wird, dürfte aber viele Millionen Dollar daran verdienen. Bloomberg spricht von 90 bis 120 Millionen Dollar Beratungsgebühren, die die Banken einstreichen könnten. Dazu kämen noch einmal 30 bis 50 Millionen Dollar für Musks Berater.

Sofern der Bloomberg-Bericht zutrifft wäre die Finanzierung von Musks Vorhaben Tesla von der Börse zu nehmen also noch keineswegs gesichert. Damit wäre Musks diesbezügliche Aussage in der letzten Woche via Twitter falsch gewesen. Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt deswegen bereits. Musk müsste sich in diesem Fall auf zivilrechtliche und vielleicht sogar strafrechtliche Konsequenzen und Schadenersatzklagen von Tesla-Aktionären (die zum Beispiel auf fallende Tesla-Kurse gewettet haben und durch den plötzlichen Kursanstieg infolge von Musks Tweet Geld verloren haben) einstellen. Zwei Tesla-Investoren haben deswegen bereits Klage gegen Musk eingereicht.

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