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Mozilla installierte heimlich Firefox-Addon von Mr. Robot und sagt sorry

18.12.2017 | 10:49 Uhr |

Mozilla hat ungefragt bei Firefox-Nutzern ein Werbe-Addon installiert. Nach dem Aufschrei zeigt Mozilla nun Reue.

In der vergangenen Woche hatte Mozilla Grund zur Freude: Binnen einen Monats wurde der neue Firefox 57 Quantum auf über 170 Millionen Geräten installiert, teilte Mozilla stolz mit. Die Freude wird allerdings nun durch negative Publicity getrübt: Bei einer nicht bekannten Anzahl von Firefox-Nutzern installierte nämlich Mozilla in der vergangenen Woche ungefragt ein Werbe-Add-On. Mit dem Add-On "Looking Glass" sollte Werbung für die TV-Serie Mr. Robot gemacht werden. Laut der Beschreibung des Add-Ons entstand dieses in Zusammenarbeit von Mozilla mit den Machern der Serie. "Sind Sie Fan von Mr. Robot? Wenn ja, dann schließen Sie sich der Jagd nach den Antworten an!", heißt es auf der Info-Seite zur Firefox-Erweiterung.

Wer ist betroffen?

Die Erweiterung bietet den Zugriff auf ein Browser-Spiel zur TV-Serie. Sie wurde ohne Bestätigung der Nutzer installiert und verblieb inaktiv, bis zur Anmeldung des Spielers beim Browser-Spiel. Betroffen waren auch nur Firefox-Nutzer, die an den Firefox Shield Studies teilnehme, um vorab neue Funktionen und Mozilla-Produkte ausprobieren zu können.

In Mr. Robot geht es um einen Hacker. Viele der betroffenen Firefox-Nutzer hatten aber keine Ahnung, woher das Add-On kam und dachten, selbst Opfer einer Hacker-Attacke geworden zu sein. Entsprechend sauer fallen die Kommentare der Firefox-Nutzer etwa hier bei Reddit über die Aktion aus. Vor allem auch deshalb, weil Mozilla immer wieder betont, wie sensibel man im Gegensatz zu Google, Microsoft und den anderen großen Unternehmen mit den persönlichen Daten der Nutzer umgehe.

Nach den aufkeimenden Protesten stoppte Mozilla die Aktion und entschuldigt sich. Das betreffende Add-On "Looking Glass" ist nunmehr nur noch über den Add-On-Marktplatz zur Installation verfügbar. Gegenüber US-Medien erklärte Mozillas Chief Marketing Officer Jascha Kaykas-Wolff, dass die Privatsphäre der Nutzer nicht kompromittiert wurde und durch das Add-On keinerlei Nutzerdaten gesammelt und geteilt wurden. Die Installation des Add-Ons sei geheim gehalten worden, weil man die Zusammenarbeit mit den Mr-Robot-Machern erst zum Ende der aktuellen Staffel publik machen wollte.

Ein fader Nachgeschmack bleibt. Der Vorfall erinnert auch an den Apple-Faux-Pas im September 2014: Damals wurde auf den iPhones ungefragt ein U2-Album heruntergeladen. Nach den Protesten der Nutzer stellt Apple schließlich eine Möglichkeit zur Verfügung, den Download wieder von den Geräten und aus der ITunes-Bibliothek zu entfernen.

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