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Mozilla entfernt 23 Firefox-Add-Ons, die Nutzer ausspionieren

17.08.2018 | 10:49 Uhr |

Mozilla greift durch und hat nun 23 - teils beliebte - Add-Ons für Firefox entfernt, die die Nutzer ausspioniert haben. Die Details.

Mozilla hat Maßnahmen gegen allzu neugierige Add-Ons für den Browser Firefox ergriffen und insgesamt 23 Add-Ons entfernt. Die Reaktion erfolgt nur kurze Zeit, nachdem bekannt geworden ist, dass das beliebte Sicherheits-Add-On Web Security die Nutzer ausspäht, indem es den gesamten Browser-Verlauf an Server sendet, obwohl dies für die Funktionsweise wohl nicht zwingend notwendig wäre. Peinlich für Mozilla: Erst in der vergangenen Woche hatten die Firefox-Entwickler selbst die Nutzung des Add-Ons empfohlen, nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Empfehlung aber heimlich wieder zurückgenommen. Wir berichten ausführlich über diesen Fall in dieser Meldung.

Der Fall "Web Security" hat nun Auswirkungen auf viele weitere Firefox-Add-Ons. Mozilla-Entwickler Rob Wu erklärte jetzt gegenüber Bleebingcomputer.com, dass man sich weitere Add-Ons angeschaut habe und solche entfernt habe, die sich ähnlich wie das "Web Security"-Add-On verhalten. Einige davon, so Wu, würden sogar Daten an die gleichen, in Deutschland stehenden Server senden. Auch Web Security selbst ist betroffen und aktuell nicht mehr auf dem Firefox Add-Ons Marktplatz verfügbar. Der Link zur Info-Seite über Web Security führt jetzt zu einer leeren Seite.

In diesem Eintrag auf Bugzilla werden die betreffenden Firefox-Add-Ons aufgelistet. Den 23 Add-Ons wird unter anderem vorgeworfen, mehr Daten als notwendig an die Entwickler zu senden. Außerdem erfolge der Versand der Daten ungeschützt und die Macher der Add-Ons klären nicht ausreichend darüber auf, warum bestimmte Daten gesammelt werden müssen. Bei einigen der Add-Ons bestehe sogar die Möglichkeit, dass sie aus der Ferne den Befehl zum Ablaufen eines potentiell schädlichen Codes auf dem lokalen Rechner erhalten könnten.

Die Strafe von Mozilla gegen die 23 Add-Ons beschränkt sich nicht nur auf deren Verfügbarkeit. Bei Nutzern, die die betreffenden Add-Ons in der Vergangenheit installiert hatten, werden die betreffenden Add-Ons automatisch abgeschaltet. Interessant ist die Tatsache, dass Mozilla die entfernten 23 Add-Ons nicht direkt namentlich nennt, sondern nur IDs und Guids der betreffenden Add-Ons publik macht. Indirekt kann dadurch aber auf die Namen der Add-Ons zurück geschlossen werden.

Konkret von der Verbannung betroffen sind Firefox-Add-Ons wie Browser Security, Smarttube, Browser Safety und Browser Privacy. Ebenfalls nicht mehr verfügbar sind unter anderem die Add-Ons Popup Blocker, Quick AMZ, YTTools und Dirty Little Helpers.

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