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Minetest – Minecraft-Alternative in Open Source

10.07.2019 | 08:01 Uhr |

Mit Verkäufen im dreistelligen Millionenbereich zählt Microsofts Minecraft zu den erfolgreichsten kommerziellen Spielen. Mit Minetest gibt es seit vielen Jahren eine Alternative, die mit dem aktuellen Release große Fortschritte gemacht hat.

Die schier unendliche Erweiterbarkeit der offenen Welten und die Option, nebenbei das Programmieren zu erlernen, haben Minecraft in vielen Bildungseinrichtungen Anhänger geschaffen. Eine eigens entwickelte EDU-Edition sollte zur Verbreitung von Minecraft in den Klassenzimmern beitragen. Doch hat Microsoft hohe Einstiegshürden gesetzt: Die Edition ist kostenpflichtig und an einen entsprechenden Account bei Office 365 geknüpft. So beginnt nicht nur in Schulen die Suche nach einer Alternative. Minetest greift die Spielidee von Minecraft auf, macht aber bei Installation und Einrichtung vieles anders und verständlicher.

Ganz einfach installiert 

Minetest wird über die Homepage des Projekts  zum kostenlosen Download angeboten. Die Software gibt es für Linux, Windows, Android und für den Mac. Während in der Apple-Welt die Installation nur über den separaten Paketmanager Homebrew funktioniert, ist die Einrichtung auf einem Linux-System mit wenigen Mausklicks erledigt. Für alle bedeutenden Distributionen gibt es fertige Pakete. Auch eine distributionsübergreifende Version im Flatpak-Format steht bereit. Wenn Sie Flatpak bereits auf Ihrem System eingerichtet haben, genügt ein Mausklick zur Installation. Nach der Einrichtung über den Paketmanager Ihres Systems können Sie bereits loslegen.

Relevant:  Das Ur-Minecraft gibt es nun kostenlos im Browser

Das bekannte Spielprinzip 

Im Dialog „Start Game“ entscheiden Sie sich über den Spielmodus.
Vergrößern Im Dialog „Start Game“ entscheiden Sie sich über den Spielmodus.

Zum Ziel des Spieles müssen an dieser Stelle wohl nicht viele Worte verschwendet werden. Wie bei Minecraft gibt es auch bei Minetest keinen Sieger. Es geht um das Bauen und Erforschen eigener Terrains. Der Spieler errichtet in der Klötzchenwelt eigene Bauten und muss sich um Rohstoffe und Werkzeuge kümmern. Gespielt wird in eigenen Welten, deren Bedingungen der Spieler zu Beginn definiert.

Starten Sie Minetest über den Eintrag im Startmenü. Im Register „Start Game“ müssen Sie eine erste Entscheidung treffen. Aktivieren Sie den „Creative Mode“, wenn es in erster Linie um das Bauen gehen soll. Sie haben dann von Beginn an mehr Möglichkeiten. Für eine erste Runde ist das auch unsere Empfehlung. Beschädigungen, etwa durch die ebenfalls in Minetest vorhandenen „Monster“ können Sie gezielt abschalten. Mit einem Klick auf „New“ legen Sie Ihre erste Welt an, der Sie anschließend einen Namen geben. Mit „Play Game“ starten Sie danach Ihre Sitzung.

Die Welt von Minetest sieht wie bei Minecraft aus.
Vergrößern Die Welt von Minetest sieht wie bei Minecraft aus.

Wenn Sie Ihre allererste Sitzung spielen, sollten Sie sich die wichtigsten Tasten merken: Mit den Tasten W und S bewegen Sie sich nach vorn und nach hinten. Die Tasten A und D bewegen die Figur nach links und nach rechts. Außerdem wichtig ist Taste I, da Sie damit Ihr Inventar, also die zur Verfügung stehenden Werkzeuge und Ressourcen, öffnen. Sie können sich mit einem Druck auf Esc jederzeit eine kurze Übersicht der Tastenbelegung aufrufen und über das Menü auch deren Belegung verändern.

Minetest mit zusätzlichen Möglichkeiten

Zahlreiche Erweiterungen: Damit können Sie das Spielverhalten nach Wunsch verändern.
Vergrößern Zahlreiche Erweiterungen: Damit können Sie das Spielverhalten nach Wunsch verändern.

Noch interessanter wird eine Welt in Minetest durch die Installation von Erweiterungen, den Modifikationen. Die Einrichtung dieser zusätzlichen Pakete geht in der aktuellen Version leicht von der Hand, denn es gibt bereits einen Onlinekatalog, in dem Sie stöbern und neue Dinge einfach per Mausklick ausprobieren können. Wechseln Sie nach dem Programmstart in das Register „Content“. Mit „Browse online content“ rufen Sie sich eine Übersichtsseite mit verfügbaren Erweiterungen auf. Das Paket „Advanced Trains“ beispielsweise dürfte allen Eisenbahnfreunden gefallen, da sich die Landschaften dann mit realistisch aussehenden Schienen und Fahrzeugen ergänzen lassen. Haben Sie eine Erweiterung gefunden, die Ihnen gefällt, klicken Sie einfach auf „Install“. Anschließend beginnen der Download und die Einrichtung im System.

Fortgeschrittene werden vielleicht aus vertrauenswürdigen Quellen weitere Modifikationen erhalten haben, die sich etwas aufwendiger manuell installieren lassen. Dazu gibt dann etwa das Wiki ausführliche Hinweise . Die eingerichteten Erweiterungen stehen anschließend zur Verwendung in einer Spielewelt zur Verfügung. Sie werden aber für eine Welt ganz nach Wunsch aktiviert oder abgeschaltet. Um mit einer Modifikation zu spielen, wählen Sie die Welt aus der Übersicht aus und wechseln mittels „Configure“ in die Optionen.

Durch Auswahl und Druck auf „Enable“ wird das Paket dann aktiviert. Per Mausklick lassen sich so auch alle vorhandenen Erweiterungen aktivieren. Wer gezielt nach einem Ersatz für die Programmier- und Technikfunktionen aus der EDU-Edition von Minecraft sucht, sollte sich die Pakete „Technic“, „World Edit“ und „Mesecons“ installieren.

Interessant:   Minecraft wird teilweise Open Source

Gemeinsam mit anderen spielen 

Mit wenigen Mausklicks beteiligen Sie sich an laufenden Onlinespielen.
Vergrößern Mit wenigen Mausklicks beteiligen Sie sich an laufenden Onlinespielen.

Wer Lust darauf hat, gemeinsam mit anderen in die Tiefen der virtuellen Welten einzutauchen, hat zwei Möglichkeiten. Er betritt ein bereits laufendes Spiel oder schafft eine eigene Karte, zu der er andere Spieler einlädt. Wenn Sie ein bereits laufendes Spiel besuchen wollen, wechseln Sie im Hauptmenü nach dem Start von Minetest in das Register „Join Game“. Nun werden online die laufenden Sessions angezeigt. Die beiden Zahlen bei jedem Eintrag zeigen an, wie viele Spieler gerade aktiv sind und wie viele maximal miteinander spielen können. Die Beschreibungen geben in aller Regel auch bereits Hinweise darauf, worum es in dem Spiel in erster Line gehen soll. Markieren Sie den gewünschten Server und geben Sie sich einen Spielernamen. Der muss für jeden Spieler eindeutig sein. Außerdem legen Sie ein Passwort fest, über das Sie sich später wieder einloggen können. Zum Server gehört auch eine Chatfunktion. Das Chatfenster öffnen Sie mit „T“. Danach können Sie auch bereits schreiben. Dabei sind auch direkte Nachrichten möglich. Dazu beginnt der Text mit „/msg [Name des Spielers]“. Einzelheiten dazu verrät das Wiki von Minetest (https:// wiki.minetest.net).

Wenn Sie Ihre eigene Welt für andere öffnen wollen, ist das genauso einfach. Wählen Sie eine bereits angelegte Welt aus, geben Sie sich einen Spielernamen und wählen Sie ein Passwort. Anschließend gehen Sie auf „Host Server“. Mit „Announce Server“ wird Ihre Karte dann in die Liste der zugänglichen Spiele übernommen. Ein abschließender Klick auf „Host Game“ legt das Spiel an. Damit von extern darauf zugegriffen werden kann, müssen Sie wahrscheinlich an Ihrem Router den Port 30000 freischalten, da die meisten Firewalls diesen Port blockieren. Bei einer Fritzbox erledigen Sie das über den Eintrag „Freigaben“ unter „Internet“. Dort fügen Sie zunächst den Computer, auf dem Minetest läuft, als Gerät hinzu und editieren den Eintrag anschließend, indem Sie eine neue Freigabe hinzufügen.

Die Themen in Tech-up Weekly #158:

► (00:28) AMD Ryzen 9 3950X - neue Gaming-CPU mit 16 Kernen:
www.pcwelt.de/news/AMD-Ryzen-9-3950X-Neue-Gaming-CPU-mit-16-Kernen-10607792.html

► (02:50) Spiele-Abos von Microsoft…: www.pcwelt.de/news/Xbox-Game-Pass-fuer-Windows-PCs-mit-100-Spielen-gestartet-10607682.html

►…und Ubisoft:
www.pcwelt.de/news/Uplay-Alle-Ubisoft-PC-Spiele-fuer-14-99-Euro-Monat-10607757.html

► (04:51) Xbox Project Scarlett: www.pcwelt.de/news/Xbox-Scarlett-mit-8K-und-Raytracing-Unterstuetzung-10607631.html

► (06:21) Mozilla: Firefox-Browser soll Premium-Modell erhalten
www.pcwelt.de/news/Mozilla-Firefox-Browser-soll-Premium-Modell-erhalten-10607922.html

(07:45) Quick-News:

► 5G-Auktion beendet - Bund erhält 6,5 Milliarden Euro: www.pcwelt.de/news/5G-Auktion-ist-beendet-Bund-erhaelt-6-5-Milliarden-Euro-10609451.html

► Google ist nicht mehr die wertvollste Marke der Welt: www.pcwelt.de/news/Google-nicht-mehr-wertvollste-Marke-der-Welt-10608186.html

► AMD Radeon RX 5700 (XT): Navi-Grafikkarten schneller & günstiger als Nvidia GeForce RTX: www.pcwelt.de/news/AMD-Radeon-RX-5700-XT-Navi-Grafikkarten-schneller-guenstiger-als-Nvidia-GeForce-RTX-10608123.html

► Bundeswehr will deutsche Laserkanone einsetzen: www.pcwelt.de/news/Bundeswehr-will-deutsche-Laserkanone-einsetzen-10608661.html

► Nintendo Switch: The Witcher 3 und neues Zelda-Spiel angekündigt:
www.pcwelt.de/news/Nintendo-Switch-The-Witcher-3-und-neues-Zelda-Spiel-angekuendigt-10608697.html

► Dropbox erhält ein großes Update - künftig alles auf einer Oberfläche:
www.pcwelt.de/news/Dropbox-erhaelt-ein-grosses-Update-kuenftig-alles-auf-einer-Oberflaeche-10608773.html

► (09:54) Kommentar der Woche

(10:46) Fail der Woche:

► Nach WC-Stream: "DrDisrespect" von Twitch gebannt:

www.pcwelt.de/news/Nach-WC-Stream-DrDisrespect-von-Twitch-gebannt-10609237.html

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