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Minetest – Minecraft-Alternative in Open Source

31.05.2017 | 13:27 Uhr |

Mit Minecraft hat dessen Publisher Mojang einen echten Blockbuster geschaffen. Dessen grundlegende Spielidee greift Minetest auf, das einen ganz eigenen Charme entfaltet und noch dazu Open-Source-Software ist.

Minetest gehört in die Kategorie der sogenannten Sandbox-Games. Sie bieten dem Spieler schier unendliche Möglichkeiten, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Anders als beim klassischen Jump & Run oder bei Rätselspielen gibt es keinen vorgegebenen Pfad, den der Spieler beschreiten muss. Die Sandkastenspiele für den Computer stellen das offene Material wie ein gut sortierter Kasten mit Legobausteinen. Damit auseinandersetzen muss sich der Spieler selbst.

Die Installation ist ruckzuck erledigt

Wer den Minecraft-Klon auf seinem System einmal ausprobieren will, installiert diesen rasch und ohne Probleme. Auf der Projektseite www.minetest.net finden Sie die Setup-Dateien für Windows im Downloadbereich. Für Linux-Nutzer werden auch Paketquellen für verschiedene Distributionen aufgelistet. Nutzer von Ubuntu oder Linux Mint kommen sogar in den Genuss einer eigenen Paketquelle. Dazu genügt es, dem Link zu folgen und dann in einem Terminal mit

sudo add-apt-repository ppa:minetestdevs/stable

die Quelle einzubinden. Nach einem Update der Paketquellen mitsudo apt-get update wird dann das Spiel mit

sudo apt-get install minetest

installiert. Wie das kommerzielle Vorbild gibt es auch Binärdateien für zahlreiche andere Systeme. Minetest kann somit auch unter Windows, auf dem Mac oder einem Android-Tablet gespielt werden. Nach der Installation sind keine weiteren Arbeiten mehr notwendig. Es kann also sofort losgehen.

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Erste Schritte in Minetest

Minetest-Einstieg mit dem Kreativmodus: Damit gibt es besonders schnelle Ergebnisse und der der Spieler kann rasch neue Bauwerke errichten.
Vergrößern Minetest-Einstieg mit dem Kreativmodus: Damit gibt es besonders schnelle Ergebnisse und der der Spieler kann rasch neue Bauwerke errichten.

Minecraft und Minetest werden in sogenannten „Welten“ gespielt. Diese werden zufällig beim Anlegen einer neuen Datei generiert und bestehen aus unzähligen quadratischen Blöcken. Diese baut der Spieler ab und lässt daraus wieder neue Gegenstände entstehen. Neben Erde, Steinen, Holz und Wasser gibt es auch Erze, die der Spieler abbauen kann. Durch das Arrangieren der „Items“ werden dann wieder komplexere Gegenstände wie Bauwerke. An der einfachen Klötzchenoptik ändert das jedoch nichts, sie gehört zum diesem Spiel einfach dazu.

Unmittelbar nach dem Start von Minetest geht es um die Schaffung der ersten Welt für den Spieler. Wer bisher noch gar nicht mit Minecraft in Berührung gekommen ist, aber gern einmal ausprobieren will, was so viele Spieler in den Bann zieht, aktiviert in diesem ersten Dialog die Option „Kreativmodus“. Das bringt den Vorteil, dass das Inventar an Elementen und Werkzeugen, die „Items“, nicht erst mühsam gesammelt oder hergestellt werden müssen, sondern unmittelbar zur Verfügung stehen. Im Anschluss wird die Welt angelegt und kann betreten werden.

Gespielt wird wie beim Vorbild. Mit den Tasten W, A, S und D bewegt der Spieler seine Spielfigur. Ein Druck auf die Taste I öffnet die Inventarliste, die beim Kreativmodus prall gefüllt ist. Um schneller die Elemente zu finden, die man gerade benötigt, ist auch eine kleine Suchfunktion integriert. Mit der Eingabe des englischen Worts ist der Baustoff oder das Werkzeug schnell gefunden, beispielsweise können Sie mit „torch“ rasch für mehr Licht sorgen. Über die Inventarliste bestücken Sie die sogenannte Hotbar am unteren Bildschirmrand mit den Items oder Werkzeugen, die häufiger genutzt werden sollen. Zwischen den Elementen in dieser Leiste wechseln Sie mit dem Mausrad und ein Klick auf die rechte Maustaste aktiviert das betreffende Element.

Eine Besonderheit von Minetest (aber eben auch Minecraft) besteht darin, dass viele Baumaterialien erst gebaut oder hergestellt werden müssen. Wird etwa ein Baum gefällt, landen die Bruchstücke in der Inventarliste. Dieses Aufbrechen wird als „Mining“ bezeichnet. Im Register „Crafting“, das sich nach dem Aufruf der Inventarliste öffnen lässt, können Sie aus den Bruchstücken Holzplanken herstellen. Dazu platzieren Sie diese Rohstoffe in das kleine Gitter. Der neue Werkstoff, in diesem Fall die Planken, erscheinen dann auf der rechten Seite und können von dort in die Hotbar übernommen werden. Im Kreativmodus sparen Sie sich diese mühsame Arbeit. Hier sind viele Baustoffe bereits vorhanden.

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In Gesellschaft spielen

Über die Suchfunktion finden Sie die benötigten Items am schnellsten. Diese landen dann in der Hotbar.
Vergrößern Über die Suchfunktion finden Sie die benötigten Items am schnellsten. Diese landen dann in der Hotbar.

Wer den Multiplayermodus mit anderen Spielern bevorzugt, kann sich auf einen Server einwählen, um gemeinsam Welten zu erforschen. Welche Werkzeuge und Landschaften verfügbar sind, definiert der Server selbst. Items, die es nur dort gibt, werden beim Herstellen der Verbindung automatisch geladen. Um mit anderen zu spielen, müssen Sie nur in das Register Clients“ im ersten Dialog wechseln. Hier erhalten Sie dann eine Liste der öffentlichen Server und nach der Eingabe eines Spielernamens kann es dann meist auch schon losgehen.

Bei der Nutzung eines Servers wird dann auch die Taste T wichtig: Sie öffnet das Chatfenster.

Mit Mods mehr Möglichkeiten

Wer im Multiplayermodus mit anderen spielen möchte, nutzt Minetest als Client und sucht sich einen öffentlichen Server aus.
Vergrößern Wer im Multiplayermodus mit anderen spielen möchte, nutzt Minetest als Client und sucht sich einen öffentlichen Server aus.

Rein technisch bietet Minetest lediglich den Rahmen, um damit zu spielen. Mit Leben erfüllen sich die Welten erst durch die sogenannten Mods. Sie ergänzen die Möglichkeiten im Spiel um neue Fahrzeuge, Waffen oder andere Gegenstände. Auf der Forumsseite des Projekts werden viele dieser Modifikationen angeboten, zum Beispiel Mobiliar oder Straßen. Mods müssen in das gleichnamige Unterverzeichnis der Minetest-Installation kopiert werden. Spieler, die längere Zeit mit Minetest verbracht haben, werden sich auf die Suche nach mehr Abwechslung machen. Eine kleine Fangemeinde bietet auf unterschiedlichen Seiten im Web die „Spiele“ (Games) an. Ein Spiel in Minetest besteht aus einer Zusammenstellung von Texturen, Konfigurationen und eigenen Designelementen. Sie müssen manuell installiert werden – üblicherweise in das versteckte Verzeichnis „/.minetest/games“ im Home-Verzeichnis. Danach tauchen sie dann als Icon im Startdialog auf, bevor eine Welt erschaffen wird. Ausgeliefert wird das Spiel mit dem Eintrag „Minetest Game“. Wie auch das kommerzielle Vorbild offeriert Minetest nahezu unbegrenzten Spielspaß für alle, die auch bereits als Kind mit Legosteinen gespielt haben. Wer hingegen knallharte Action oder vorgegebene Missionen sucht, wird mit diesem Spiel wohl eher nicht warm werden.

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