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Miese iPhone-X-Verkäufe: Katastrophe oder Analysten-Geschwätz?

08.03.2018 | 14:41 Uhr |

Die Verkäufe des iPhone X sollen laut Analysten weit unter den Erwartungen liegen, Apple scheint dies aber wenig zu schaden.

Mit den jüngsten Verkäufen des iPhone X sind viele Analysten unzufrieden und senken ihre Erwartungen. JPMorgan hatte für den  Zeitraum Januar bis März anfangs erwartet, Apple werde 40 Millionen iPhone X verkaufen. Schnell wurde die Prognose aber auf 20 Millionen reduziert, jetzt auf nur noch 15 Millionen Stück. Damit ist JP nicht alleine, auf knapp die Hälfte kappten nun auch die Analysten der Citi ihre Absatzzahlen . Nur noch 14 Millionen Stück des Tausend-Dollar-iPhones werde Apple im ersten Quartal verkaufen, bisher war die Bank von 27 Millionen Verkäufen ausgegangen. Auch die Absatzzahlen aller iPhones wird nur noch auf 51 Millionen geschätzt, zuvor war man von 61 Millionen Apple-Smartphones ausgegangen. Das wäre ausgesprochen enttäuschend, im ersten Quartal 2016 hatte Apple mit 61,5 Millionen iPhones ganze zehn Millionen Stück mehr verkauft.

Als Gründe für die mäßige Nachfrage zählt die Analyse Mangel an Innovationen, hohe Konkurrenz und zu hohen Preis auf. Das könnte stimmen, nach einer Erklärung für das magere Interesse suchte zuletzt ja eine Umfrage von Piper Jaffray, die 1500 iPhone-Nutzer nach ihrem Interesse für das iPhone X befragte: 31 Prozent der Befragten war das iPhone X schlicht zu teuer, 44 Prozent waren mit ihrem aktuellen iPhone außerdem vollauf zufrieden und planten kein Upgrade. Offensichtlich nutzen viele Anwender ihr iPhone länger als zwei Jahre, was etwa eine Statistik von Asymco unterlegt. Sind doch nach dieser Analyse, die allerdings auch Macs und iPads berücksichtigt, noch zwei von drei jemals verkauften Apple-Geräten in Gebrauch.

Unsere Meinung : Was man nicht vergessen darf: Den Analysten geht es vor allem um die aktuellen Marktchancen der Apple-Aktie und sie korrigieren hier keine von Apple versprochenen Absatzzahlen, sondern ihre eigenen Schätzungen – die offensichtlich überzogen waren. Trotz sinkender Absatzzahlen geht es Apple glänzend und der Konzern konnte Gewinn und Umsätze steigern. So hat auch der für langfristige Investments bekannte Warren Buffet gerade seine Anteile an Apple erhöht und die Aktie von Apple ist seit einem Monat im Wert gestiegen. Offensichtlich hat ja das iPhone X eine wichtige Funktion erfüllt, nämlich den Durchschnittspreis aller verkauften iPhones deutlich anzuheben. So wäre es möglich, dass die Zahl der verkauften iPhones im ersten Quartal sinkt, Apple kann dies aber durch höhere Preise pro Einheit ausgleichen.

Unterschätzen sollte man ja die Umsätze und Gewinne nicht, die Apple mit älteren iPhone-Generationen wie iPhone 6S, iPhone 7 macht. Das iPhone SE ist aktuell zwar fast schon zu billig geworden , die kommende Generation sollte den Preis aber wieder stabilisieren. Aus Sicht eines Early-Adopter ist es natürlich schwer einzusehen: Die große Masse der Anwender ignoriert offenbar das iPhone X und kauft sich ein im Telekom-Shop empfohlenes iPhone wie das iPhone 7 oder iPhone 8. Wirkt doch sogar das teure iPhone 8 neben dem iPhone X wie ein Schnäppchen. Und auch die lange Nutzungsdauer von iPhones ist langfristig wohl eher positiv für Apples Kundenbindung. Mit der nächsten iPhone-Generation könnten die Verkäufe außerdem einen echten Schub bekommen.

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