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Microsofts Doc.com erlaubt Blick auf persönliche Dateien

28.03.2017 | 10:20 Uhr |

Über Docs.com von Microsoft sind persönliche Dokumente für jedermann sichtbar. Microsoft trifft keine Schuld.

Steuerbescheide, Passwort-Listen, Telefonnummern, persönliche Briefe und Rechnungen: Sicherheitsexperten haben am Wochenende darauf hingewiesen, dass über die Suchfunktion von Docs.com unzählige persönliche Dokumente der Nutzer des Microsoft-Dienstes öffentlich einsehbar waren und teils - wie eine kurze Recherche unsererseits ergab -  auch heute noch immer einsehbar sind.

Das Problem: Die bei Docs.com hochgeladenen Dokumente sind automatisch für die Öffentlichkeit freigegeben. Das wissen die Nutzer allerdings nicht, oder denken zumindest nicht daran. Entsprechen passen sie auch die Freigabe für den Zugriff auf ihre Dokumente nicht an. Um an ein öffentlich freigegebenes Dokument zu gelangen, muss man daher nur den Link zum Dokument kennen oder eben die Suchfunktion verwenden.

Beim Hochladen eines Dokuments werden die Nutzer von Doc.com über "Sichtbarkeit" in der linken Leiste darüber informiert, dass sie den Inhalt im Web veröffentlichen. "Jeder kann es im Web finden. Suchmaschinen finden das Dokument, wodurch ihm ein größeres Publikum verschafft wird", heißt es dort. Schließlich bewirbt Microsoft den Dienst auch mit den Worten: "Teile dein Wissen mit der Welt".

So schützen Sie Ihre Dokumente vor fremden Blicken

In einer ersten Reaktion hatte Microsoft zunächst am Samstagabend die globale Suchfunktion auf Doc.com deaktiviert. Mittlerweile ist die Funktion aber wieder verfügbar. Daher die dringende Empfehlung an alle Nutzer von Doc.com: Sollten Sie persönliche Dokumente beim Dienst hochgeladen haben, dann sollten Sie diese dort entfernen oder zumindest die "Sichtbarkeit" anpassen. Wählen Sie dort einfach "Eingeschränkt" aus. Anschließend haben nur noch Personen einen Zugriff auf das Dokument, die einen direkten Link besitzen.

Alternativ empfiehlt es sich ohnehin, für persönliche Dokumente eher auf eine private Cloud auszuweichen. Wie Sie eine solche einrichten können, erläutern wir in diesem Beitrag. Wer eine Fritzbox besitzt, kann über MyFritz ebenfalls einfach eine Privat-Cloud einrichten.

Wenn Sie bei einem Cloud-Speicher-Dienst wie Google Drive, Dropbox oder Onedrive Dokumente hochladen, sind diese nicht standardmäßig für die Öffentlichkeit freigegeben. Allerdings sollten sie auch hier persönliche Dokumente zusätzlich etwa durch eine Verschlüsselung schützen.

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