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Microsoft Edge: Das bringt das neue Update

10.08.2018 | 10:10 Uhr |

Wie auch schon bei den letzten Updates haben die Microsoft-Entwickler den eigenen Edge-Browser weiter verbessert und ihm einige neue Features spendiert. So kann Edge nicht nur in Sachen Geschwindigkeit mit Chrome und Firefox mithalten.

Microsoft Edge, der Browser, der fest in Windows 10 installiert ist, hat kaum noch etwas mit seinem sperrigen Vorgänger Internet Explorer gemeinsam. Microsoft Edge ist schneller, sicherer und bietet auch wesentlich mehr Funktionen. Dennoch greifen viele Anwender nach wie vor zu Mozilla Firefox, Google Chrome und auch Opera, um im Web zu surfen. Dabei investiert Microsoft viel Zeit und Geld in die permanente Verbesserung der hauseigenen Surfhilfe. In den letzten Monaten wurden unter anderem die Unterstützung für E-Books im Format EPUB, eine vernünftige Tab-Verwaltung und der Support für Erweiterungen integriert.

Auch in den letzten großen Updates haben die Microsoft-Entwickler ein besonderes Augenmerk auf den Edge-Browser gelegt und ihm zuletzt beispielsweise eine Importfunktion für Chrome-Einstellungen sowie eine engere Verzahnung mit dem Sprachassistenten Cortana spendiert. Augenscheinliche Änderung der neuen Version in Windows 10 Spring Creators Update ist das kräftigere Schwarz im Dark Mode für ein verbessertes Kontrastverhältnis. Im Vollbildmodus von Edge ist neuerdings auch das Adressfeld zu sehen. Fahren Sie einfach mit dem Mauszeiger an den Bildschirmrand, um es einzublenden und eine neue Adresse einzugeben, ohne den Vollbildmodus zu verlassen.

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Mehr Leistung, geringerer Energieverbrauch

Die Entwicklungstools visualisieren auf einen Blick, wie stark der Prozessor beansprucht wird.
Vergrößern Die Entwicklungstools visualisieren auf einen Blick, wie stark der Prozessor beansprucht wird.

Microsoft zufolge gelang es den Entwicklern, die Leistungsfähigkeit des Browsers mit jedem großen Update signifikant zu steigern . Da diese Tests allerdings unter Laborbedingungen durchgeführt wurden, ist die Aussagekraft in etwa so groß wie die Angaben der Fahrzeughersteller zum durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch. Zumal es in der täglichen Praxis ja nicht nur darauf ankommt, wie schnell die Rendering-Engine eines Browsers die Daten verarbeiten kann. Auch die Anzahl der externen gehosteten Banner, die geladen werden müssen, die Bandbreite des Servers, die Qualität der Internetverbindung und die Ausstattung des Computers spielen wichtige Rollen. Ähnliches gilt aber auch für die von Microsoft kommunizierte Energieeffizienz, die die Akkulaufzeit von Mobilgeräten spürbar verlängern soll. Wie der Blogeintrag vom September 2016 zeigt, arbeiten die Entwickler schon seit dem ersten großen Update daran.

Wesentlich interessanter ist, dass Windows 10 bei der Aufteilung der vorhandenen Systemressourcen Microsoft Edge eine höhere Priorität einräumt. Dies soll verhindern, dass in Situationen, in denen das System mit Hintergrundaufgaben ausgelastet oder die geladene Webseite unsauber programmiert ist, der Browser langsamer wird und etwa Tastatureingaben zeitverzögert registriert werden.

Details und Beispiele dazu haben die Entwickler im Windows-Blog veröffentlicht. Sie können sich übrigens selbst ein Bild von der Performance einer Webseite machen, indem Sie per Druck auf die Taste F12 die „Entwicklungstools“ öffnen, das Register „Leistung“ nach vorne bringen und mit Strg-E oder per Klick auf das grüne Wiedergabesymbol eine neue „Profilerstellungssitzung starten“. Mit Strg-E stoppen Sie die Sitzung wieder, nach einer kurzen Zeit, während der die ermittelten Daten aufbereitet werden, präsentiert Ihnen Microsoft Edge diverse Diagramme, darunter zur CPU-Auslastung. Diese Informationen sollen es Entwicklern erleichtern, ihre Webseite zu optimieren. Wer die „Entwicklungstools“ bereits kennt, wird feststellen, dass das Fenster nun auch vertikal platziert werden kann.

Stummschalten und Autoausfüllen

Eine nicht weltbewegende, nichtsdestotrotz längst überfällige Neuerung ist, dass sich Tabs, in denen eine Webseite geladen ist, auf der Musik oder Videos laufen, stummschalten lassen. Sie müssen lediglich auf der Registerkarte, auf der ein kleines Lautsprechersymbol angezeigt wird, auf das Icon klicken, um die Soundausgabe dieser Webseite temporär zu unterdrücken. Alternativ dazu öffnet ein Rechtsklick auf die Registerkarte ein Kontextmenü, in dem Sie „Registerkarte stummschalten“ wählen. Dass die Soundausgabe nun ausgeschaltet ist, erkennen Sie daran, dass neben dem Lautsprechersymbol ein kleines X eingeblendet wird. Firefox- und Chrome-Nutzer kennen diese Funktion ebenfalls.

Ähnliches gilt aber auch für die verbesserte Autoausfüllfunktion, die sich neben Kennwörtern und Formulareingaben nun auch die Kreditkartendaten merkt und sie auf Wunsch automatisch eingibt. Um davon zu profitieren, müssen Sie sich jedoch mit Ihrem Microsoft-Konto bei Windows 10 anmelden. Mit Offline-Benutzerkonten funktioniert es hingegen nicht. Der Grund: Diese Daten werden mit der Cloud abgeglichen. Die Konfiguration dieser Funktion erledigen Sie wie gewohnt in den „Einstellungen“. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Erweiterte Einstellungen anzeigen“, blättern Sie im folgenden Dialog nach unten und legen Sie unter „AutoAusfüllen-Einstellungen“ fest, ob Microsoft Edge Kennwörter, Formulareinträge und Kreditkartendaten speichern darf. Vor dem Windows 10 April 2018 Update waren die Kennwörterund Formulareintragsoptionen übrigens unter „Datenschutz und Dienste“ zusammengefasst. Möchten Sie einen Blick auf die bereits gespeicherten Informationen werfen, klicken Sie auf „Kennwörter verwalten“, „Formulareinträge verwalten“ und „Karten verwalten“. Um einen der Einträge zu löschen, klicken Sie ihn mit der rechten Maustaste an und wählen anschließend „Anmeldeinformationen löschen“.

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Optimierte Druckfunktion und Umgebungsfreigabe

Das störungsfreie Drucken ohne Werbeelemente klappt bisher nur auf wenigen Webseiten.
Vergrößern Das störungsfreie Drucken ohne Werbeelemente klappt bisher nur auf wenigen Webseiten.

Nahezu jeder Anwender dürfte bereits schlechte Erfahrungen mit dem Ausdrucken von Webseiten gemacht haben. Trotz Vorschaufunktion und der Möglichkeit, die Ausrichtung anzupassen und die Webseite zu skalieren, lässt die Qualität solcher Ausdrucke oft zu wünschen übrig. Für Abhilfe soll die neue Funktion „Störungsfreies Drucken“ sorgen. Drücken Sie die Tastenkombination Strg-P, um den Drucken-Dialog zu öffnen. Die neue Funktion, die standardmäßig deaktiviert ist, ist am unteren Ende der linken Spalte zu finden. Wählen Sie im Ausklappmenü den Eintrag „Ein“, wird in der nebenstehenden Anzeige sofort eine aktualisierte Vorschau des Dokuments eingeblendet. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass die Funktion „Störungsfreies Drucken“ Probleme hat, zwischen überflüssigen Bannern und erwünschten Grafikelementen zu unterscheiden. Zudem steht sie nicht auf allen Webseiten zur Verfügung.

Obwohl es sich bei der Umgebungsfreigabe nicht um eine Edge-exklusive Funktion handelt, stellen wir sie in diesem Beitrag vor. Der Grund: Die meisten Anwender werden diese Funktion nutzen, um eine Webseite an ein anderes Gerät zu senden. Dazu klicken Sie in Microsoft Edge auf das Symbol „Teilen“ und wählen dann „Tippen, um Umgebungsfreigabe zu aktivieren“, um die Funktion erstmalig einzuschalten. Wählen Sie dann eines der angezeigten Geräte aus, um die kabellose Übertragung zu starten. Der Empfänger kann zustimmen oder ablehnen. Einzige Voraussetzungen sind, dass auf beiden Geräten Windows 10 April 2018 Update installiert und die „Umgebungsfreigabe“ im Info-Center aktiviert ist. Wollen Sie hingegen eine Datei an ein anderes Gerät übertragen, öffnen Sie den Windows-Explorer, klicken die Datei mit der rechten Maustaste an, wählen „Freigabe“ und gehen dann so vor, wie beschrieben.

Neue Funktionen in der Leseansicht von Edge

Edge kann nun auch E-Books öffnen.
Vergrößern Edge kann nun auch E-Books öffnen.

Die bereits kurz angesprochene E-Book-Unterstützung wurde ebenfalls optimiert. Anstatt bei der Anzeige von EPUB-Dateien lediglich Textgröße, -abstand und Hintergrundfarbe ändern, die Vorlesefunktion aktivieren und Lesezeichen hinzufügen zu können, bietet Ihnen Microsoft Edge nun wesentlich mehr Optionen. Sobald Sie ein E-Book im Windows-10-Browser öffnen, wird eine zusätzliche Menüleiste eingeblendet. Über die drei Symbole, die in der linken Hälfte untergebracht sind, rufen Sie wie bisher das Inhaltsverzeichnis auf, aktivieren die Suchfunktion und – ganz neu – greifen auf Ihre Notizen zu.

In der rechten Seite der Menüleiste stehen nun sechs anstatt wie bisher drei Symbole zur Auswahl: Nach einem Klick auf das linke Icon oder mithilfe der Tastenkombination Strg-Umschalt-O können Sie wie bisher die Textgröße, den Textabstand und das Seitendesign an Ihre Wünsche anpassen. Mit dem zweiten Symbol (Shortcut: Strg-Umschalt-G) starten Sie den Vorlesemodus. Hier stehen nicht nur Funktionen zum Pausieren und Springen zum nächsten beziehungsweise vorherigen Absatz bereit. Auch die Sprecherstimme und die Vorlesegeschwindigkeit lassen sich verändern.

Beim Surfen im Vollbildmodus werden nun die Standardbedienelemente angezeigt.
Vergrößern Beim Surfen im Vollbildmodus werden nun die Standardbedienelemente angezeigt.

Das dritte Icon aktiviert die neuen „Grammatiktools“, die Sie vor der erstmaligen Verwendung allerdings erst einspielen müssen, indem Sie auf den Button „Abrufen“ klicken. Nach der Installation der rund 50 MB großen Erweiterung können Sie die „Silbentrennung“ aktivieren und alle im Text enthaltenen „Substantive“, „Verben“ und „Adjektive“ farbig hervorheben lassen. In der Standardeinstellung unterstützen die „Grammatiktools“ deutschsprachige Texte. Nach einem Klick auf den Link „Weitere Sprachen hinzufügen“ wird der Bereich „Region und Sprache“ der „Windows-Einstellungen“ geöffnet, sodass Sie ganz einfach zusätzliche Sprachpakete installieren können. Klicken Sie auf das vierte Icon oder drücken Sie die Tasten Strg-Umschalt-S, um das E-Book unter einem anderen Namen zu speichern. Diese neue Funktion setzt allerdings voraus, dass das E-Book nicht durch ein DRM-Verfahren geschützt ist. Das fünfte Symbol ist für das Setzen von Lesezeichen zuständig. Und per Klick auf den ganz rechts platzierten Doppelpfeil schalten Sie Microsoft Edge in den Vollbildmodus. Den gleichen Effekt erzielen Sie durch einen Druck auf die Taste F11. In der Vollbildanzeige zeigt sich eine weitere Neuerung: Vor dem Windows 10 April 2018 Update war es erforderlich, den Vollbildmodus zu verlassen, um zu einem anderen Tab zu wechseln. Alternativ dazu konnten Sie mit der Tastenkombination Strg-Tab durch alle geöffneten Registerkarten blättern. Nun genügt es, mit dem Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand zu fahren, um die Standard-Menüleiste von Microsoft Edge mitsamt den aktuell geöffneten Tabs einzublenden.

Sehr gut: Ein Großteil dieser Funktionen steht übrigens auch bei der Anzeige von PDF-Dateien sowie in der Leseansicht, die Sie per Klick auf das in der Adresszeile platzierte Buchsymbol oder die Tastenkombination Strg-Umschalt-R aktivieren, zur Verfügung. Bisher beschränkten sich die Funktionen der Leseansicht auf das Anpassen der Textgröße und der Hintergrundfarbe.

Erweiterungen für Edge lassen nach wie vor auf sich warten

Die Anzahl der Add-ons lässt immer noch zu wünschen übrig.
Vergrößern Die Anzahl der Add-ons lässt immer noch zu wünschen übrig.

Sehr wenig getan hat sich in Sachen Erweiterungen. Obwohl Microsoft Edge bereit seit der Veröffentlichung des Windows 10 Anniversary Updates solche Add-ons unterstützt, ist die Anzahl der verfügbaren Funktionserweiterungen erschreckend gering. Klicken Sie auf das ganz rechts platzierte Menüsymbol mit den drei Punkten („Einstellungen und mehr“) oder drücken Sie die Tasten Alt-X und wählen Sie erst „Erweiterungen“, dann „Weitere Erweiterungen durchsuchen“, um die entsprechende Rubrik in der Microsoft-Store-App zu öffnen. Gerade einmal 90 solcher Erweiterungen stehen hier zur Auswahl, in der täglichen Praxis verdienen sich aber nur eine Handvoll das Prädikat sinnvoll. Dazu gehören etwa Adblock , Ghostery und Last Pass Free Passwort Manager . Halbwegs brauchbar sind auch True Key vom Security-Spezialisten McAfee, eine Erweiterung, die die Anmeldung bei Webseiten und Apps mittels Gesichtserkennung und Fingerabdruck ermöglicht, Roboform , die bekannte Kombination aus Passwort-Safe und automatischem Formularausfüller, sowie Onenote Web Clipper .

Jede Menge weitere kleine Verbesserungen im Detail

Auf ausgewählten Notebooks lassen sich per Touchpad verschiedene Multitouch-Gesten ausführen.
Vergrößern Auf ausgewählten Notebooks lassen sich per Touchpad verschiedene Multitouch-Gesten ausführen.

Umfangreich ist die Liste der kleinen Neuerungen, Verbesserungen und Optimierungen. Dazu gehören unter anderem, dass animierte GIF-Grafiken sowie Webseiten, auf denen viele Bilder integriert sind, deutlich schneller geladen, und dass Multitouch-Gesten auf Notebook-Touchpads unterstützt werden, sodass Sie etwa auf der Webseite Bing Maps die Kartenanzeige mithilfe des Touchpads vergrößern, verkleinern und verschieben können. Der Empfang von Webseiten-Benachrichtigungen, eine Funktion, die bereits seit dem Windows 10 Anniversary Update integriert ist, wurde verbessert, sodass solche Benachrichtigungen selbst dann empfangen und im Info-Center gespeichert werden, wenn Microsoft Edge geschlossen ist. Mehr zu den Themen Info-Center und Benachrichtigungen lesen Sie im Beitrag auf Seite 28. Interessant für Entwickler ist, dass unter der Haube des Browsers nun Edge- HTML-17 läuft, die inzwischen fünfte Version der hauseigenen Rendering-Engine. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Unterstützung für Progressive Web Apps, also Anwendungen, die so aussehen und funktionieren wie traditionelle Apps für Mobilgeräte, die allerdings nicht installiert werden müssen, sondern direkt im Browser laufen.

Ach ja: Edge ist inzwischen auch in Deutschland für Android- und iOS-Geräte zu haben. Dies ermöglicht es Windows-10-Nutzern, ihre Lesezeichen abzugleichen und eine am PC oder Notebook geöffnete Webseite an das Mobilgerät zu übergeben.

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