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Luftwaffe startet Ausbildung zum Drohnen-Piloten

29.01.2019 | 11:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundesluftwaffe lässt jetzt Piloten gezielt für die Steuerung von Drohnen ausbilden. In Israel werden die ersten sechs Drohnen-Piloten-Teams für die Heron TP geschult.

Die Bundesluftwaffe hat mit der Ausbildung von Drohnenpiloten  für die neu anzuschaffende Drohne Heron TP begonnen (G-Heron TP-Crews). Die Ausbildung der deutschen Drohnenpiloten durch die israelische Luftwaffe findet auf der Tel Nof Air Base nahe Tel Aviv statt. Nach der ursprünglichen Planung hätte die Ausbildung der deutschen Drohnenpiloten bereits 2018 beginnen sollen.

Die Bundesluftwaffe will die Heron TP Heron (Heron ist hebräisch für Reiher, TP steht für Turboprop) nur für Aufklärungszwecke nutzen, weshalb der achtwöchige Ausbildungskurs nur Aufklärungswecke beinhaltet. Die Heron TP kann grundsätzlich aber auch Waffen tragen und dann als Kampfdrohne verwendet werden.

Die neue Heron TP soll die bisher von der Luftwaffe genutzte Heron 1 ersetzen. Die Heron TP besitzt eine bessere Aufklärungstechnik als die Heron 1, kann höher fliegen (bis zu 12.000 Meter statt knapp über 9000 Meter) und bis zu doppelt so lange über dem Zielgebiet in der Luft bleiben. Ein 1200 PS starkes Turbopropeller-Triebwerk treibt die Heron TP an.

Insgesamt sechs Teams werden ausgebildet. Jede Heron-TP-Crew besteht aus je einem Piloten und einem Tactical Operator (Sensorbediener). Die deutschen Drohnen-Teams gehören zum Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 "Immelmann" und sind während des Nichteinsatzes im schleswig-holsteinischen Jagel stationiert. Bisher ist es bei der Bundesluftwaffe Praxis, dass die Drohnenpiloten während des Einsatzes in einer Bodenstation im Einsatzgebiet sitzen. Also beispielsweise in Afghanistan.

Ein Heron-TP-System besteht aus Bodenstation und unbemanntem Fluggerät sowie zusätzlichen Kommunikationselementen. Fünf Drohnen und vier Bodenstationen wird die ADAS (Airbus Defence & Space Airborne Solutions) beim israelischen Hersteller IAI (Israeli Aerospace Industries) bestellen und nach deutschen Vorgaben anpassen lassen. Die Heron TP wird geleast inklusive eines Dienstleistungsvertrags für Wartung und Durchführung von Reparaturen.

Jeder Drohnenpilot der Bundesluftwaffe besitzt eine Fluglizenz, die grundsätzlich mit der Fluglizenz eines Jet- oder Transportpiloten vergleichbar ist. Die Bundeswehr schafft für die Drohnen den eigenständigen Ausbildungsgang eines RPA-Piloten (Remotely Piloted Aircraft), wie der Wehrblog augengeradeaus berichtet. Die angehenden Drohnenpiloten werden zunächst auf einem bemannten Trainingsflugzeug geschult und erwerben einen Pilotenschein/Flugschein auf einer bemannten Maschine. Danach werden sie speziell für den Drohneneinsatz weiter ausgebildet.

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