2399633

Loch auf der ISS wurde von innen heraus gebohrt

28.12.2018 | 12:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Loch auf der ISS wurde definitiv von innen heraus gebohrt. Doch wann und von wem? Und warum?

Das rund 2 Millimeter große Loch im Orbitalmodul von Sojus MS-09 wurde laut einem Bericht von Associated Press von innen heraus gebohrt. Das sagte der russische Kosmonaut Sergei Prokopjew, der zusammen mit der NASA-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst kurz vor Weihnachten mit der Sojus-MS-09 zur Erde zurückgekehrt ist.

Prokopjew hatte zusammen mit seinem russischen Kollegen Oleg Kononenko, der mit Sojus MS-11 am 3. Dezember 2018 an der ISS angedockt hatte, das Loch untersucht. Laut Prokopjew wurde das im Durchmesser 2 Millimeter große Loch mit einem Bohrer von innen nach außen gebohrt. Die ISS-Besatzung hatte das Loch provisorisch geschlossen, um den Druckabfall zu stoppen. Für die Rückkehr zur Erde wurde das Orbitalmodul von Sojus MS-09 aber ohnehin nicht benötigt, weil es vor dem Eintritt in die Atmosphäre abgesprengt wurde.

Erste Vermutungen gingen dahin , dass ein Monteur beim Zusammenbau der Sojus-MS-09-Rakete auf der Erde die zwei Millimeter große undichte Stelle bereits gefunden habe, diese jedoch nicht weitergemeldet, sondern mit Kleber zugeschmiert habe. Demnach hätte es sich um Pfusch beim Zusammenbau gehandelt. Doch bald kursierten auch wilde Verschwörungstheorien , die durch folgende Aussage befeuert wurden: Dmitri Rogosin, der Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, hatte im September 2018 gesagt, dass das Loch bereits auf der Erde, aber auch erst im Weltall auf der ISS gebohrt hätte werden können. Diese Aussage sorgte für Irritationen bei der NASA. Rogosin ruderte schließlich zurück und behauptete, die Medien hätten ihn falsch zitiert.

Russische Experten würden derzeit die Proben, die Prokopjew und Kononenko mit zur Erde gebracht hatten, untersuchen. Prokopjew zufolge soll die Untersuchungskommission feststellen, wann das Loch gebohrt wurde.

Prokopjew wiederum spottete über die Aussage des Roskosmos-Chefs und sagte: „Sie sollten nicht so schlecht über die Besatzung denken“.

PC-WELT Marktplatz

2399633