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Liquidsky im Test: High-End-Gaming auf jedem PC

24.04.2017 | 09:01 Uhr |

Mit einem schwachen PC top-aktuelle Spiele zocken? Mit Liquidsky ist das kein Problem. Ich habe den neuen Dienst ausprobiert.

Mein Bürorechner besitzt wenig Arbeitsspeicher, nur eine in der CPU integrierte Grafikeinheit, und ist unterm Strich als Gaming-PC kaum zu gebrauchen. Dennoch habe ich auf der schwachen Mühle in den letzten Tagen mehrere Stunden Black Mesa, The Witness, Dark Souls 2, The Witcher 3 und diverse andere ältere und auch aktuelle Spiele in 1080p und bis zu 60 Bildern pro Sekunde gespielt. Dank Liquidsky.

Liquidsky ist ein noch in der Beta-Phase befindlicher Dienst, der den Abonnenten einen Gaming-PC in der Cloud anbietet. Ich gehöre zu den wenigen deutschen Testern, die Liquidsky vor dessen offiziellem Start - irgendwann 2017 - ausgiebig testen dürfen. Die Entwickler von Liquidsky arbeiten im Hintergrund fleißig an dessen Fertigstellung, und spendieren dem Dienst fast täglich Updates. Zu den Partnern von Liquidsky gehören neben Microsoft auch Samsung, AMD, Nvidia und IBM.

Im virtuellen Gaming-PC läuft gerade The Witness
Vergrößern Im virtuellen Gaming-PC läuft gerade The Witness

Liquidsky: Remote-Rechner mit vorinstalliertem Steam

Rechner in der Cloud sind ein alter Hut. Per Remotezugriff sind die Rechner zwar immer erreichbar, arbeiten dann aber meist ziemlich langsam und reagieren mit starker Verzögerung. Ein Gaming-PC in der Cloud klingt nach einem Widerspruch in sich. Wenn ich in einem Spiel einen Befehl per Tastatur oder Controller gebe, will ich schließlich, dass der Befehl sofort umgesetzt wird. Sonst ist der Spielspaß schnell im Eimer.

Entsprechend skeptisch war ich, vor dem Test von Liquidsky. Ähnliche Dienste, wie etwa Geforce Now oder Playstation Now, sind nur für eine überschaubare Anzahl von Spielen und/oder Zielgruppen verfügbar. Nvidia hat auf der CES 2017 den Start von Geforce Now für PCs in Aussicht gestellt, aber zeitgleich auch erklärt, dass der Spaß um die 25 US-Dollar pro 20 Stunden Spielzeit kosten soll. Nicht gerade billig...

Liquidsky ist dagegen vollkommen offen. Das heißt, auf dem Rechner können beliebige Windows-Spiele installiert werden. Praktischerweise ist zum Beispiel bereits Steam vorinstalliert. Man muss sich nur noch mit seinen Steam-Anmeldedaten in seine Steam-Bibliothek einloggen. Außerdem lassen sich auf dem Gaming-PC natürlich auch Spiele von allen anderen Quellen installieren - nur die Installation von Spielen aus dem Windows Store ist derzeit (Stand: 20.4.2017) noch nicht möglich. Dies soll sich aber in naher Zukunft ändern.

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Auf dem Liquidsky-Rechner selbst ist eine speziell konfigurierte Version von Windows 10 installiert, die vom Anwender nicht zerstört werden kann. Neben Steam ist auch noch Chrome vorinstalliert.

Nur moderate Systemvoraussetzungen

Die Systemvoraussetzungen für Liquidsky am eigenen PC fallen moderat aus. Auf dem Rechner sollte mindestens Windows 7 installiert sein. Vorausgesetzt werden außerdem 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, irgendeine Grafiklösung, und 250 MB freier Festplattenspeicherplatz. Später wird es auch Liquidsky-Versionen für Android, iOS und macOS geben. Damit werden Windows-Spiele dann wohl auch auf diesen Plattformen (via Liquidsky) spielbar sein. Das konnte ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht testen.

Viel wichtiger ist die Internet-Anbindung. Liquidsky empfiehlt den direkten Anschluss desPCs an den Router via Ethernetkabel. Alternativ soll aber auch eine 5 GHz Wifi-Verbindung ausreichend sein. Eine 2,4 GHz-Verbindung wird dagegen nicht empfohlen, weil hier die Wahrscheinlichkeit für Interferenzen und Paket-Verluste zu hoch ist. Alternativ kann auch auf 4G (LTE) ausgewichen werden, wobei man natürlich einen Tarif mit ausreichend viel Datenvolumen besitzen sollte. Sonst wird es ein teuerer Spaß.

Um Spiele mit 1080p und 60+ FPS über Liquidsky zocken zu können, sollte die Internet-Leitung um die 20 Mb/s schnell sein. Wer sich mit 720p und 30+ Bildern pro Sekunde zufrieden gibt, dem reicht auch eine 5 Mb/s schnelle Internet-Leitung.

Downloads mit bis zu 1 GB/s sind möglich

Die Server für die deutschen Liquidsky-Nutzer stehen in Frankfurt. Das sorgt dafür, dass die Latenz beim Spielen so gering wie möglich ist. Aktuell können die Beta-Tester nicht entscheiden, welcher Server-Standort genutzt wird. Das wird erst später möglich sein. Ich wurde nach der Anmeldung automatisch den Servern in Frankfurt zugewiesen. Weltweit gibt es aktuell 13 Server-Standorte.

Der Standort der Server in Deutschland wirkt sich auch auf die Download-Geschwindigkeit aus. Liquidsky selbst verspricht eine blitzschnelle Internet-Anbindung mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde im Download und 100 Megabit pro Sekunde im Upload.

Das will ich genau wissen. Und starte Chrome in meinem Liquidsky-Rechner. Laut des Speed-Tests Fast.com von Netflix ist unsere Unternehmens-Internet-Leitung 91 Megabit pro Sekunde schnell.

Mit dieser Geschwindigkeit macht Internet richtig Spaß...
Vergrößern Mit dieser Geschwindigkeit macht Internet richtig Spaß...

Und wie schnell kann ich auf dem Liquidsky-PC surfen? Laut Fast.com mit rasanten 940 Megabit pro Sekunde! Das macht natürlich Laune und ich werfe Steam an, um die ersten Spiele auf den Cloud-PC herunterzuladen. Der Download von The Witness beträgt etwa 4,5 Gigabyte. Auf dem Liquidsky-PC ist das Spiel nur wenige Minuten nach dem Download-Start komplett heruntergeladen.

Nur unwesentlich länger dauert der Download von Black Mesa (13 GB). Oder in Zahlen ausgedrückt: Bei meinen Tests hat der Liquidsky-PC die Spiele über Steam mit einer Geschwindigkeit von maximal 72 MB/s heruntergeladen (im Schnitt mit um die 50 MB/s).

In Liquidsky dauert der 6-GB-Download von Counter-Strike: Global Offensive nur 3,5 Minuten
Vergrößern In Liquidsky dauert der 6-GB-Download von Counter-Strike: Global Offensive nur 3,5 Minuten

Auf dem Bürorechner habe ich außerdem Counter-Strike: Global Offensive zunächst via Steam lokal herunterladen. Der knapp 6 Gigabyte große Download dauerte etwa 25 Minuten, wobei das Spiel im Schnitt mit 11,4 MB/s heruntergeladen wurde. Auf dem Liquidsky-Rechner erfolgte der gleiche Download binnen 3 Minuten und 30 Sekunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 40 MB/s.

Oder anders ausgedrückt: Wer unterwegs ist, kann Liquidsky nicht nur zum Zocken verwenden, sondern letztendlich auch, um schneller im Internet zu surfen. Das ist natürlich nur ein Nebenaspekt. Aber (fast) nichts ist schöner, als ein schnelles Internet...

Liquidsky: Preise und Performance-Pakete

Aktuell können die Beta-Tester die Gaming-PCs aus der Cloud in zwei Performance-Paketen ausprobieren. Abgerechnet wird in sogenannten SkyCredits. Je nach gewählter Leistung fallen pro Stunde Nutzung eine unterschiedliche Anzahl an SkyCredits an. Folgende Performance-Pakete stehen zur Auswahl:

Performance-Paket

GAMER

PRO

CPU-Kerne

3

6

GPU VRAM

2

4

Arbeitsspeicher

8

16

Qualität

30+ FPS 1080p

60 FPS 1080p

Spiele spielbar

Alle Spiele in hoher Qualität

Alle Spiele in hoher Qualität

Skycredits / Stunde

60 SkyCredits

120 SkyCredits

Während der Beta-Phase existieren für Liquidsky die folgenden Preismodelle:

Preismodell

Werbefinanziert

Pay-As-You-Go

Monats-Abo

Preis / Monat

kostenlos

4,99 US-Dollar

9,99 US-Dollar

SkyCredits

bis zu 600 SkyCredits/Monat  durch Interaktion mit Werbepartnern

720

2400 / Monat

SkyCredits zusätzlich erwerbbar?

Nein

Ja

Ja

Speicherplatz

100 GB

100 GB

500 GB

Support

Foren

Foren

Foren / Mail-Support

SkyCredits sind die virtuelle Währung, die bei der Nutzung von Liquidsky zum Einsatz kommt. Im Gamer-Paket wird pro Minute ein SkyCredit vom Konto abgezogen. In dem Paket "Pro" fallen Kosten von jeweils 2 SkyCredits pro Minute an.

Zusätzliche SkyCredits sind in drei Paketen zu 9,99 US-Dollar (2.400 SkyCredits), 19,99 US-Dollar (5000 SkyCredits) und 39,99 US-Dollar (10500 SkyCredits) erhältlich.

Update, 21.04.2017: Die Liquidsky-Entwickler haben uns nach Veröffentlichung des Tests darüber informiert, dass das "Elite"-Performance-Paket mit großer Wahrscheinlichkeit eingestellt und damit nicht mehr angeboten wird. Die Hinweise auf das Elite-Paket haben wir daher entfernt.

Liquidsky: Client für Zugang notwendig

Der Zugriff auf den virtuellen Gaming-PC erfolgt bei Liquidsky über einen Client, der um die 150 Megabyte groß ist. Eine Installation ist nicht erforderlich, aber optional möglich. Nach dem Einloggen mit meinen Beta-Zugangsdaten präsentiert mir der Client zunächst aktuelle Infos der Entwickler.

Blick auf den Liquidsky-Client
Vergrößern Blick auf den Liquidsky-Client

Hinzu kommen Infos zu meinem aktuellen SkyCredits-Kontostand, und ich habe die Möglichkeit, über Werbeeinblendungen ein paar SkyCredits quasi kostenlos hinzu zu verdienen. Beispielsweise indem ich mir einen Werbevideo anschaue oder eine Umfrage durchklicke. Derzeit gibt es aber kaum Möglichkeiten hierfür, was sich sicherlich noch ändern wird. Laut Liquidsky soll es später möglich sein, sich innerhalb von 6 Minuten durch das Anschauen von Werbevideos so viele SkyCredits zu verdienen, dass dann anschließend eine Stunde gezockt werden kann.

Über einen Klick auf "Launch Your SkyComputer" kann ich meinen virtuellen Gaming-PC starten. Zunächst wähle ich allerdings die gewünschte Hardware-Ausstattung des Rechners aus (Gamer, Pro, Elite) und der Rechner "bootet". Ich teste Liquidsky nun schon ein paar Tage und bisher hatte ich noch nicht die Möglichkeit, einen virtuellen Gaming-PC mit Elite-Status zu starten, weil keine freien Plätze zur Verfügung stehen. Das zeigt letztendlich, dass im Hintergrund noch kräftig an der Server-Struktur für den Dienst gearbeitet wird.

Aber dafür ist eine Beta-Phase ja schließlich auch da!

Also begnüge ich mich bei allen Test-Durchläufen mit dem "Pro"-Gaming-PC. Nach einem Klick auf den Auswahl-Punkt startet der Rechner. Der "Boot-Vorgang" dauert knapp eine Minute. Auf dem Windows-10-Desktop des virtuellen Rechners kann ich mich nun austoben.

Blick auf den Desktop meines Liquidsky-Gaming-PCs
Vergrößern Blick auf den Desktop meines Liquidsky-Gaming-PCs

Liquidsky: Spiele installieren und zocken auf dem virtuellen PC

Wie oben bereits erwähnt, ist auf dem Rechner Steam bereits vorinstalliert. Der Windows-10-Desktop in der Ferne reagiert flott auf alle meine Befehle, und fühlt sich an, als würde ich lokal mit einem Windows-10-Rechner arbeiten. Nach dem Einloggen in Steam steht mir meine vollständige Steam-Bibliothek zur Verfügung.

Liquidsky-Optionen
Vergrößern Liquidsky-Optionen

Im oberen Bereich des Desktops wird ein Liquidsky-Button eingeblendet. Nach einem Klick darauf, kann ich unterschiedliche Optionen auswählen. Das betrifft beispielsweise die gewünschte Qualität des Streams (1080p oder 720p) und die Framerate (30fps, 60fps, unlimitiert).

So funktioniert Liquidsky - technisch gesehen
Vergrößern So funktioniert Liquidsky - technisch gesehen

Technisch läuft das gesamte Spiel auf dem Liquidsky-Rechner in der Cloud, der auch die ganze Rechenarbeit und die Berechnung der Grafik übernimmt. Das fertige Bild wird dann an meinen Liquidsky-Client quasi also Video-Stream gesendet. Dabei werden natürlich auch alle meine Tastatur-, Maus- und Controller-Eingaben berücksichtigt. Die Signale werden dabei so schnell zwischen dem lokalen Rechner und die Server übertragen, dass die Spieler kaum eine Latenz spüren sollen. Verspricht jedenfalls Liquidsky.

Der am lokalen Rechner via USB angeschlossene Xbox-One-Controller wird sofort vom Liquidsky-Rechner in der Ferne erkannt. So kann ich also auch per Controller problemlos zocken.

Im Hintergrund lädt grade ein neuer Counter-Strike-Level - der Liquidsky-Client nagt kaum an den Ressourcen des lokalen Rechners
Vergrößern Im Hintergrund lädt grade ein neuer Counter-Strike-Level - der Liquidsky-Client nagt kaum an den Ressourcen des lokalen Rechners

Der Liquidsky-Client knabbert kaum an den Ressourcen des lokalen Rechners. Selbst wenn ein Spiel in Liquidsky läuft, kann ich jederzeit per Alt-Tab auf den Desktop des lokalen Rechners wechseln und dort weiterarbeiten. Oder anders ausgedrückt: Firefox mit zwei, drei geöffneten Tabs beansprucht den lokalen Rechner mehr, als der Liquidsky-Client, in dem gerade ein Spiel-Schwergewicht, wie The Witcher 3 geöffnet ist.

Und wie viele Daten werden hoch- und heruntergeladen? Der Wert ist extrem niedrig und vergleichbar mit dem Datentraffic der anfällt, wenn man sich auf Youtube, Amazon Video oder Netflix & Co. Videos in Full-HD-Qualität anschaut. Ein Zahlen-Beispiel: Während einer Spiel-Session mit Counter-Strike: Global Offensive lag der Download-Traffic für eine Qualität von 1080p und 65+ Bildern/Sekunde bei maximal 13 MBit/s, und im Schnitt deutlich drunter. Der Upload beschränkt sich auf wenige Kilobit pro Sekunde, die anfallen, wenn der Liquidsky-Client die Eingabebefehle an die Server sendet. Kein Wunder: Wie oben erläutert, wird von den Liquidsky-Servern ja auch nur ein Video-Stream des Spiels an den Client gesendet.

Liquidsky: Counter-Strike Global Offensive mit 60 fps statt 20 FPS

Auf meinem Büro-Rechner kann ich Counter-Strike: Global Offensive nur mit mageren 20 FPS zocken, wenn man das überhaupt "zocken" nennen kann. Alles ruckelt, und Spielspaß kommt da nicht wirklich auf. Mal schauen, wie sich Liquidsky schlägt...

Dreieinhalb Minuten später ist das rund 6 Gigabyte große Spiel heruntergeladen und nach einer weiteren Minute auch installiert. Nach einem Klick auf "Play" starte ich meine erste Counter-Strike-Partie via Liquidsky.

Mit F11 schalte ich den Liquidsky-Client in den Vollbildmodus, mit F12 sorge ich dafür, dass der Mauszeiger nur auf dem Remote-PC aktiv ist. Grafik und Sound sind schon mal deutlich besser, als auf meinem Büro-Rechner. Counter-Strike Global Offensive macht also schon mal unter Liquidsky deutlich mehr her.

Counter-Strike Global Offensive läuft mit stabilen 65+ FPS
Vergrößern Counter-Strike Global Offensive läuft mit stabilen 65+ FPS

Ich starte die erste Partie und.,, Hey! So macht Counter-Strike Gobal Offensive auf meinem lahmen Büro-Rechner doch Spaß. In Liquidsky läuft das Spiel mit 1080p-Auflösung und höchsten Grafikeinstellungen mit 65 Bildern pro Sekunde. Ich hüpfe und laufe flott und flüssig durch den Level und stürme mit meinen Mitspielern den Gegenspielern entgegen. Dass mein Liquidsky-Rechner irgendwo in Frankfurt steht und ich in München zocke, ist schnell vergessen.

Ja - man merkt eine kurze Verzögerung bei der Eingabe, allerdings wirkt diese sich nicht wirklich negativ auf den Spielspaß aus. Und selbst in Counter-Strike Global Offensive, wo die Geschwindigkeit der Reaktionen eines Spielers besonders wichtig ist, bin ich nicht schlechter oder besser, als wenn ich auf einem echten, lokalen Gaming-PC zocken würde.

Einen ähnlichen Eindruck habe ich auch, nachdem ich einige Stunden in meinem Liquidsky-Rechner Spiele wie The Witcher 3, The Witness, Black Mesa, Amnesia: A Machine for Pigs und ABZU gespielt habe. Nur Dirt 3 wollte auf dem virtuellen PC nicht starten, aus welchen Gründen auch immer. Der Support von Liquidsky kümmert sich darum.

Fazit: Liquidsky hat mich überzeugt

Liquidsky bietet eine faszinierende neue Möglichkeit, einen Gaming-PC zu besitzen und zu nutzen, ohne dafür hunderte oder gar tausende Euro in Hardware investieren zu müssen. Das Game-Streaming hat zwar auch seinen Preis, allerdings auch viele Vorteile: Ich kann nun auf meine Spiele-Sammlung von überall auf der Welt zugreifen, ohne meinen klobigen Gaming-PC oder ein Spiele-Laptop mitnehmen zu müssen. Ein - für Gaming-Verhältnisse - schwach ausgestattetes Notebook oder Ultrabook, wie etwa mein Arbeitstier Surface Pro 4, reicht vollkommen aus.

Ja - ich merke beim Spielen in Liquidsky eine Verzögerung, die aber überraschend kurz - also wirklich kurz - ausfällt. Auch die Texturen sind aufgrund der Übertragung des Signals per Video-Stream und der dabei verwendeten Kompression nicht so knackig scharf, als würde ich vor dem Monitor meines Gaming-PCs hocken und das Spiel nativ spielen. Das stört mich allerdings nicht weiter, denn Liquidsky will schließlich auch nicht Gaming-PCs ersetzen, sondern eine Alternative zum Zocken an einem Gaming-PC anbieten.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine bestimmte Zielgruppe Liquidsky gar nicht mögen wird: Chefs, die ihren Mitarbeitern nur schnöde, schwache Bürorechner zur Verfügung stellen, damit während der Arbeitszeit nicht gezockt werden kann. Dank Liquidsky naht aber die Rettung vor Solitär und Minesweeper: Denn damit könnt ihr nun nahezu jeden AAA-Titel auf eurem Büro-Rechner durchzocken ;)

Unterm Strich: Liquidsky funktioniert bereits jetzt hervorragend, obwohl es sich noch in der Beta-Phase befindet. Ich bin gespannt, was die Entwickler bis zum offiziellen Start noch leisten werden. Schade ist nur, dass derzeit alle Interessenten sich auf lange Wartezeiten einstellen müssen, wenn sie an der Beta teilnehmen wollen. 

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