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Linux Mint: Gratis-Software simpel installieren

31.03.2017 | 09:10 Uhr |

Neue Software für Linux gibt es reichlich und kostenlos. Speziell bei Linux Mint können Sie neue Tools mit wenigen Mausklicks installieren und das ganze System stets auf dem neuesten Stand halten.

Linux Mint mit Cinnamon- oder Mate-Desktop basieren auf Ubuntu und das wiederum leitet sich von Debian ab. Die gemeinsame Basis ist auch bei einer Schlüsselkomponente zu sehen, dem Paketmanagement. Hier gibt es ähnliche Tools wie bei Ubuntu. Die Mint-Entwickler steuern überdies eigene Verwaltungstools bei, um die Softwareinstallation und die Aktualisierung noch komfortabler zu gestalten.

Software und Paketmanagement: So landet die Software im System

Windows-Anwender sind es gewohnt, sich Software aus den unterschiedlichsten Internetquellen herunterzuladen und zu installieren – eine unbestritten riesengroße Auswahl mit allerdings ebenso unbestrittenen Risiken. Linux-Nutzer erhalten Software hingegen standardmäßig aus den sicheren Paketquellen (Repositories), die der Linux-Distributor bereitstellt. Bei Linux Mint 18 sind das hauptsächlich die Repositorien von Ubuntu und Linux Mint.

Welche Paketquellen konfiguriert sind, erfahren Sie, wenn Sie im Menü auf „Systemverwaltung -> Anwendungspaketquellen“ klicken.

Die Softwarepakete in den Repositorien sind mit einem GPG-Schlüssel signiert, sodass die Integrität geprüft werden kann. Die Kontrollen der Linux-Distributoren und der Community garantieren ein Höchstmaß an Sicherheit, sie schützen jedoch nicht vor Fehlern in der Software. Deshalb werden die Softwarepakete in den Repositorien ständig aktualisiert, meistens auch, um Sicherheitslücken zu schließen. Regelmäßige Updates sind aus diesem Grund auch bei Linux Pflicht. Die Updates berücksichtigen sämtliche Bestandteile des Betriebssystems sowie die installierte Software.

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Es gibt auch Nachteile: In den Paketquellen finden Sie zumeist lediglich die Hauptversion eines Programms, die sich während des Lebenszyklus einer Distribution auch nicht ändert. Bei LTS-Versionen (Long Term Support) sind das immerhin fünf Jahre. Ausnahmen sind zum Beispiel der Webbrowser Firefox und der Adobe Flash Player, für die immer die aktuellste Version bereitsteht. Wer neuere Versionen einer Software benötigt, der hat zwei Möglichkeiten: Sie können einerseits auf eine Linux-Distribution ohne Langzeit-Support umsteigen, die häufiger aktualisiert wird, etwa auf Ubuntu 16.10, das im Oktober 2016 erschienen ist.

Andererseits haben Sie auch die Möglichkeit, Software aus alternativen Paketquellen zu installieren. Für Ubuntu und Verwandte wie Linux Mint finden Sie aktuellere Programme, die noch nicht in den offiziellen Paketquellen enthalten sind, in PPAs (Personal Package Archive) meistens bei https://launchpad.net oder auf alternativen Servern wie beispielsweise www.getdeb.net . Achten Sie darauf, vor der Installation immer die Anleitungen zu lesen und sich darüber hinaus über mögliche Nebenwirkungen zu informieren.

Softwareverwaltung unter Linux Mint

Repositories: Die Software für Linux Mint stammt hauptsächlich aus den Paketquellen von Ubuntu 16.04. http://packages.linuxmint.com liefert Zusatzpakete der Mint-Entwickler.
Vergrößern Repositories: Die Software für Linux Mint stammt hauptsächlich aus den Paketquellen von Ubuntu 16.04. http://packages.linuxmint.com liefert Zusatzpakete der Mint-Entwickler.

Unter „Systemverwaltung -> Aktualisierungsverwaltung“ findet sich seit Linux Mint 18 eine neue Basiskonfiguration. Voreingestellt ist hier die Option „Stabilität und Sicherheit optimieren“. Sie erhalten dann nur Updates, die ausreichend geprüft sind. Besonders vorsichtige Benutzer können „Meinen Rechner nicht beschädigen“ wählen – kritische Systemkomponenten werden dann nie aktualisiert. Wer auf dem neuesten Stand bleiben möchte, der entscheidet sich für „Immer alles aktualisieren“. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass unter Umständen die Installation beschädigt wird, wenn wichtige Komponenten des Systems ausgetauscht werden. Per Klick auf „OK“ speichern Sie die gewählte Option. Wenn Sie die Auswahl später ändern wollen, gehen Sie einfach in der Aktualisierungsverwaltung auf „Bearbeiten -> Aktualisierungsrichtlinie“.

Die Aktualisierungsverwaltung zeigt Ihnen verfügbare Updates an. Klicken Sie auf „Aktualisierungen installieren“, um die Updates anzuwenden. An der farblichen Markierung beziehungsweise Ziffer in der Spalte „Ebene“ können Sie erkennen, welchen Einfluss eine Aktualisierung auf das System haben kann. „1“ und „2“ bedeuten getestet und sicher, „3“, „4“ und „5“ weisen auf ungetestete Software hin, die die Stabilität des Systems beeinflussen kann.

Diese eher eigenwilligen Unterscheidungen des Mint-Teams sind zwar hilfreich bei der Beurteilung möglicher Fehler nach der Installation eines Updates, Sie sollten die Einschätzung jedoch nicht überbewerten. So wird beispielsweise ein Kernel-Update grundsätzlich mit einer roten „5“ als „Gefährliche Aktualisierung“ eingestuft. Beim Kernel handelt es sich um eine der wichtigsten Systemkomponenten. Enthält dieser Fehler oder schlägt die Installation fehl, so startet Linux wahrscheinlich nicht mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Situation eintritt, ist allerdings eher gering. Auf der anderen Seite braucht man auch das geringe Risiko nicht in Kauf zu nehmen, wenn Linux Mint zufriedenstellend läuft. Klicken Sie den Eintrag „linux“ für die „Kernel Header“ an und gehen Sie danach auf die Registerkarte „Änderungsprotokoll“. Nun sehen Sie, was sich geändert hat, und ob Ihr Rechner überhaupt von den behobenen Fehlern betroffen ist.

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Neue Programme suchen und installieren

Mint-Updates: Die Aktualisierungsverwaltung zeigt die verfügbaren Updates. Per Klick auf „Aktualisierungen installieren“ bringen Sie das System auf den neuesten Stand.
Vergrößern Mint-Updates: Die Aktualisierungsverwaltung zeigt die verfügbaren Updates. Per Klick auf „Aktualisierungen installieren“ bringen Sie das System auf den neuesten Stand.

Über das Menü „Systemverwaltung -> Anwendungsverwaltung“ starten Sie das Tool, über das sich weitere Programme suchen und installieren lassen. Die Anwendungsverwaltung zeigt Kategorien, in denen Sie nach Programmen stöbern können. Nach einem Klick auf „Empfehlungen“ sehen Sie die Software mit den häufigsten Downloads und besten Bewertungen. Mithilfe eines Doppelklicks auf einen Eintrag erhalten Sie weitere Informationen wie beispielsweise Screenshots, Beschreibungen und Nutzerkommentare. Mittels „Installieren“ richten Sie ein Programm ein, und mit „Entfernen“ können Sie es dann wieder deinstallieren.

Bei Linux Mint ist außerdem die Paketverwaltung Synaptic vorinstalliert. Das Tool leistet im Prinzip das Gleiche wie die Anwendungsverwaltung, Sie können hier aber die Darstellung der Paketlisten anhand mehrerer Kriterien filtern. Darüber hinaus erfahren Sie über den Kontextmenüpunkt „Eigenschaften“ eines installierten Pakets, welche Pakete es benötigt („Abhängigkeiten“) und welche Dateien es bereitstellt („Installierte Dateien“).

Paketverwaltung auf der Kommandozeile

Im Terminal lassen sich viele Aufgaben schneller erledigen als auf der grafischen Oberfläche. Außerdem können Sie die Kommandozeilentools für die Paketverwaltung auch bei der Fernwartung eines Servers einsetzen. Am Anfang sollte immer folgender Befehl stehen:

sudo apt update

Damit aktualisieren Sie die Paketlisten. Über apt search [Paketname] suchen Sie nach Paketen, die Sie dann mit sudo apt install [Paketname] installieren. [Paketname] ist jeweils als Platzhalter genannt. Mit dieser Befehlszeile installieren Sie alle verfügbaren Aktualisierungen:

sudo apt upgrade

Eine Übersicht mit sämtlichen möglichen Apt-Kommandos erhalten Sie, indem Sie lediglich apt ohne weitere Parameter eingeben.

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