2320200

KZ-Wachmann per VR überführt

20.12.2017 | 16:23 Uhr |

Die VR-Simulation des KZs Auschwitz-Birkenau konnte einen SS-Mann überführen. Eine kostenlose Doku klärt die Hintergründe.

Virtual Reality sorgt nicht nur für unterhaltsame Abende, sondern kann auch Verbrecher hinter Gitter bringen. In einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Dortmund konnte ein Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau mit einer VR-Simulation der Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen überführt werden. Dazu wurde für den Prozess eine exakte 3D-Nachbildung des KZs erstellt. Ein Mitarbeiter des Bayerischen Landeskriminalamtes stellte mit historischen Aufnahmen das Gelände des Vernichtungslagers nach. Im Gerichtsprozess konnte damit die Aussage des SS-Unterscharführers Reinhold Hanning widerlegt werden, der behauptete, von seinem Posten aus nichts von der Vernichtungsmaschinerie gesehen zu haben. Als Resultat wurde Hanning zu fünf Jahren Haft verurteilt. Seine Haft musste der SS-Mann jedoch nicht antreten, da er vorher verstarb.

Das ungewöhnliche Verfahren wird in der Dokumentation Nazi VR näher beleuchtet. Neben dem zuständigen Staatsanwalt kommt auch der Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen zu Wort. Auch die VR-Simulation des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wird in der Doku vorgestellt. Die Dokumentation Nazi VR steht in voller Länge kostenlos auf vimeo zur Verfügung. In knapp 17 Minuten erhalten Interessierte darin einen Überblick über das ungewöhnliche Verfahren.

Diese Notizen von Nazi-Code-Knacker Alan Turing steckten in der Dachisolierung

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2320200