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Künstliche Intelligenz: Fragen und Antworten zur Zukunft

27.07.2018 | 10:08 Uhr |

Das Thema künstliche Intelligenz ist mit Alexa, Siri & Co. in vielen Wohnzimmern angekommen. Wir erklären, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, was die großen Anbieter dazu planen und wie sehr auch der typische PC-Nutzer künftig von KI betroffen sein wird.

Künstliche Intelligenz: Was versteht man eigentlich darunter?

Künstliche Intelligenz (KI) meint eine Vielzahl an Verfahren und Techniken, die Maschinen beibringen sollen, sich wie Menschen zu verhalten: Sie sollen aus bestimmten Daten Muster erkennen, eigene Schlüsse ziehen und entsprechend handeln. Mit KI wird eine Maschine oder eine Software in die Lage versetzt, selbstständiger zu arbeiten, statt nur wie ein PC der festgelegten Befehlskette eines Programmes zu folgen: Sie wird trainiert statt programmiert.

Warum wird KI gerade jetzt zu einem derartig wichtigen Thema?

Damit eine Maschine oder ein Programm lernen kann, benötigt es große Datenmengen, die es schnell verarbeiten muss: Soll eine Foto-App zum Beispiel Bilder anzeigen, auf denen Hunde zu sehen sind, muss sie zuvor mit mehreren tausenden Hundebildern trainiert werden. Jetzt gibt es ausreichend Rechenkraft und Daten, um die KI-Programme in kurzer Zeit zu schulen.

Siehe auch: Künstliche Intelligenz - Wozu sie heute schon imstande ist

Welche Aufgaben kann KI jetzt und in Zukunft übernehmen?

Muster erkennen, Daten einordnen, Vorhersagen treffen – dafür wird KI vor allem eingesetzt. Die wichtigste Aufgabe für KI-Programme derzeit ist die Bildanalyse – das ist zum Beispiel eine wichtige Voraussetzung für das autonome Auto. In der Fertigung wird KI schon jetzt verwendet, um Produktfehler selbstständig zu erkennen. In Zukunft soll vor allem die Spracherkennung und -steuerung durch KI vorangetrieben werden. Eine verbesserte Textanalyse durch KI ermöglicht genauere E-Mail-Filter, kann aber auch Suchmaschinenergebnisse optimieren oder Verträge inhaltlich überprüfen. Künftig wird KI verstärkt im Bereich der Videoanalyse zum Einsatz kommen, um zum Beispiel Überwachungsaufnahmen automatisch auszuwerten. Sprach-und Videoerkennung münden dann in die Sentimentanalyse, das Erkennen der Stimmung anderer Personen: Damit könnten Unternehmen das Einkaufserlebnis verbessern oder Kundenbeschwerden schneller und zielgerichteter beantworten. KI mit erhöhter Prognosefähigkeit lässt sich in der Banken-und Versicherungsbranche einsetzen, könnte sich aber auch zur Vorhersage von Verkehrsstaus und der gezielteren Kriminalitätsbekämpfung verwenden lassen. Weil KI für viele unterschiedliche Aufgaben und Branchen Vorteile verspricht, gehen Experten davon aus, dass sich die Entwicklung von KI-Programmen beschleunigt, und diese Technik bald umfassend eingesetzt wird: Laut Marktforschungsunternehmen IDC sollen in drei Jahren 75 Prozent aller Programme, die in Unternehmen eingesetzt werden, auf KI basieren.

KI klingt nach Science-Fiction. Wo begegnet uns die Technik bereits?

Sie haben wahrscheinlich jeden Tag mit KI zu tun, ohne dass es Ihnen auffällt. Ein Support-Mitarbeiter, mit dem Sie auf der Hilfeseite eines Telekom-Anbieters chatten, kann ein KI-Programm sein. Produktempfehlungen, die Ihnen beim Online-Shopping eingeblendet werden, basieren auf KI, ebenso wie die Auswahl der Nachrichten, die etwa Facebook in Ihrem Newsfeed anzeigt. In E-Mail-Programmen können Spamfilter und Priorisierungslisten durch KI gesteuert sein. Nicht zuletzt beruhen die Funktionen von digitalen Assistenten wie Alexa und Siri in großen Teilen auf KI-Programmen.

Wo können Sie KI-Funktionen bereits selbst nutzen?

Das KI-Programm Watson von IBM wurde populär durch einen Auftritt in der Quizshow „Jeopardy“.
Vergrößern Das KI-Programm Watson von IBM wurde populär durch einen Auftritt in der Quizshow „Jeopardy“.
© IBM

Auf Windows-10-PCs und Smartphones können Sie Apps und Funktionen wie Cortana , Alexa und Google Assistant verwenden, die auf KI aufsetzen. Amazon Echo und Google Home sind wohnzimmertaugliche Lautsprecher, in denen sich diese KI-Assistenten per Sprache steuern lassen. Seit dem 1709-Update können Sie mit der Fotos-App von Windows 10 aus Bildern automatisch Videos mit Musikuntermalung erstellen – ausgewählt und zusammengesetzt von einem KI-Programm: Sie finden die Funktion unter „Erstellen -> Automatisches Video mit Musik“. Ein fertiges Videoprojekt können Sie mit der Menüoption „Für mich remixen“ erneut von der KI bearbeiten lassen. Pix und Seeing AI sind zwei iOS-Apps von Microsoft, die KI verwenden: Pix optimiert automatisch Smartphone-Fotos, Seeing AI soll Menschen mit Sehbehinderung helfen, die Umwelt zu erkennen, indem sie Texte vorliest oder Menschen benennt, auf die die Smartphone-Kamera zeigt. Die Kamera-Funktion „Master AI“ im Huawei-Phone P20 erkennt Personen, Tiere und Szenen und passt die Foto-Einstellungen entsprechend an.

Hype vs. Realität: Künstliche Intelligenz kann viel, aber nicht alles

Welche KI-Funktionen bekommen PCs und Smartphones demnächst?

Die meisten Programme, die derzeit KI verwenden, haben einen klar umrissenen Einsatzzweck: Zum Beispiel eben Personen oder Tiere auf Fotos zu erkennen oder wichtige von unwichtigen Mails zu unterscheiden. Bei Systemen mit Sprachsteuerung merken Sie die Spezialisierung zum Beispiel daran, dass Sie sich in einer bestimmten Form mit dem Gerät unterhalten müssen oder Sie zu einigen Themen keine zufriedenstellende Antwort bekommen. Wohin sich KI-Funktionen für den Privateinsatz entwickeln werden, hat Google kürzlich mit Google Duplex gezeigt: Damit kann das Smartphone zum Beispiel selbstständig bei einem Restaurant oder dem Friseur anrufen und einen für Sie passenden Termin vereinbaren. Die KI reagiert dann auch auf unerwartete Antworten des Gegenübers und kann selbstständig Entscheidungen treffen, um zum Beispiel einen optimalen Ausweichtermin zu finden. Die Funktion soll in den USA ab Juli dieses Jahres als Teil des Google-Assistant verfügbar sein.

Werden nur große Anbieter von der KI-Entwicklung profitieren?

Vor allem große Firmen wie Amazon, Google oder Microsoft verfügen über die technischen und wirtschaftlichen Ressourcen, um die Entwicklung von KI voranzutreiben. Andererseits ist ihnen klar, dass sie mit eigenen Apps kein umfassendes Angebot für Dienste wie Alexa, Google Assistant und Cortana schaffen können – von speziellen KI-Programmen für bestimmte Branchen ganz abgesehen. Deshalb dürfen Entwickler die KI-Dienste in eigene Apps integrieren, Angebote auf KI-Geräten wie Amazon Alexa über die Skill-Funktion platzieren oder Hardware mit diesen Diensten bauen – Google Assistant und Alexa lassen sich zum Beispiel auf einem Raspberry Pi nutzen. Doch auch ohne eigene Apps wird KI zum fetten Geschäft für die IT-Größen: Amazon, Google und Microsoft bieten Cloudservices an, mit denen andere Firmen KI-Programme schneller entwickeln und testen können, weil sie dafür auf Grundfunktionen zurückgreifen können, die für bestimmte Einsatzbereiche – etwa die Bilderkennung – schon angelernt sind. Nicht zuletzt können andere Firmen die KI-Dienste der Riesen für eigene Dienstleistungen nutzen. Auch Hardware-Hersteller wie Intel und Nvidia sind mit im Geschäft, da sie spezielle Komponenten für den KI-Einsatz anbieten.

Zu KI gehören auch Begriffe wie Machine Learning. Was ist das?

Unter Machine Learning lassen sich die meisten aktuellen KI-Programme einordnen: Das Programm verarbeitet eine große Anzahl an Daten, um daraus für eine bestimmte Aufgabe zu lernen und anhand dieses Wissens selbstständig zu handeln. Beispiel E-Mail-Filter: Hat das Programm Tausende von E-Mails gelesen, weiß es, was eine Spammail von einer erwünschten Mail unterscheidet.

Weiter geht das Konzept Deep Learning: Es soll die Funktionsweise des Gehirns nachbilden, indem das System selbst erkennt, welche Informationen für eine Aufgabe wichtig sind, und nur diese ausgewählten Infos in die nächste Bearbeitungsstufe weitergibt. Die KI entscheidet also eigenständig, wie sich ein bestimmtes Problem lösen lässt. Die Crux: Hat die KI ein Problem bewältigt, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wie sie es gemacht hat.

Mit Cognitive Computing schließlich wird die Fähigkeit von KI bezeichnet, wichtige Entscheidungen in komplexen Situationen zu treffen – dafür müssen diese Systeme auch Sprache und Mimik verstehen, unklare Informationen bewerten und mit Zweideutigkeit umgehen können. Letztendlich soll sich die KI grundsätzlich so verhalten, wie es ein Mensch tun würde.

Alexa, die Sprachassistentin von Amazon, kann ja von Haus aus schon eine ganze Menge. Der Funktionsumfang lässt aber sich mit kostenlosen 'Skills' nochmals deutlich erweitern. In diesem Video zeigen wir die 10 besten Skills für Alexa auf Echo (amzn.to/2rOgUoa) und Echo Dot (amzn.to/2t7A5xw).

► Platz 10 - Wetter.com:
amzn.to/2t7n7Q3
► Platz 9 - Fahrtzeit:
amzn.to/2tGOmOG

► Platz 8 - Fernsehprogramm:
amzn.to/2sCMdVA

► Platz 7- Meine Stoppuhr:
amzn.to/2sCYf1p

► Platz 6 - Nachrichten-Sprecher:
amzn.to/2s8bQKn

► Platz 5 - "fyyd Meine Podcasts":
amzn.to/2tGx4RF

► Platz 4 - TorAlarm:
amzn.to/2sD35vv

► Platz 3 - Deutsche Bahn:
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► Platz 2 - Wörterbuch:
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► Platz 1 - Wiki Deutschland:
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► Platz X - PC-WELT:
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► Skills-Verzeichnis auf Amazon.de: amzn.to/2sO1XUt
► "Amazon Echo" bei Amazon: amzn.to/2rOgUoa
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