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Kommentar: Von wegen Ladenhüter - iPhone X straft Kritiker Lügen

03.02.2018 | 08:31 Uhr | Peter Müller

Zugegeben: Exakte Zahlen kennen wir nicht. Aber ganz offensichtlich war das iPhone X kein Ladenhüter.

Das iPhone X ist zu teuer . Keiner wird es kaufen. Es hat keinen Homebutton mehr . Keiner wird es kaufen. Die Gesichtserkennung kann man mehr oder minder zufällig und/oder kreativ umgehen . Keiner wird das iPhone X kaufen. In seinem ersten Quartal 2017/18 hat Apple verkauft: 77,316 Millionen iPhones. So viel zum Thema "keiner".

Warum ein 1600-Euro-iPhone kommen wird (August 2017)

Bevor Sie aufschreien: Richtig, bei weitem nicht alle der 77,316 Millionen Geräten waren iPhone X. Zumal Apple ja erst seit November das neue Gerät im Angebot hat. Auch richtig: Vor einem Jahr verkaufte Apple mehr iPhones, nämlich 78,29 Millionen Stück. Interessant wird es aber, schaut man sich die Umsätze an, denn diese sind von  54,4 auf 61,6 Milliarden US-Dollar gestiegen. Im Weihnachtsgeschäft 2016 erlöste Apple also 695 US-Dollar pro iPhone, im zurückliegenden waren es 797 US-Dollar. Da iPhone 8 und 8 Plus heute ungefähr genau so viel kosten wie im Jahr zuvor iPhone 7 und 7 Plus, gibt es also einen Trend zum teureren Gerät, eben dem iPhone X. Das günstigere iPhone SE vernachlässigen wir einmal und nehmen an, dass es auf einem flachen Niveau verharrt, eine Steigerung des Erlöses pro iPhone also nicht auf einen massiven Rückgang im Niedrigpreissegment zurückzuführen ist.

Tim Cook hat in der Bilanzpressekonferenz behauptet , seit November sei das iPhone X in jeder Woche das bestverkaufte Modell gewesen, die veröffentlichten Zahlen können ihn nicht widerlegen. Nehmen wir an, Apple habe in November und Dezember nicht zwei Drittel seiner Umsätze erwirtschaftet und seiner iPhones verkauft, sondern eher drei Viertel, wären das im fraglichen Zeitraum etwa 58 Millionen Geräte gewesen. "Die meisten" muss hier nicht die absolute Mehrheit bedeuten, aber 30 Millionen iPhone X klingen nach einer schönen Obergrenze, unter 20 Millionen können es aber kaum gewesen sein – sonst fiele der Erlösanstieg gegenüber Vorjahr nicht so stark aus.

Für ein 1149 respektive 1319 Euro teures Gerät sind das beeindruckende Zahlen. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, Apple würde die Produktion des iPhone X von Quartal zu Quartal halbieren. Sollten die Zahlen tatsächlich stimmen, wäre das aber auch nicht so wild, denn Nikkei Asian Revie sprach davon, Apple habe im vierten Kalenderquartal 40 Millionen iPhone X produziert und werde bis März nur noch weitere 20 Millionen bauen – Na, wunderbar, möchte man sagen, dann könnte Apple auch vor Ostern  nochmal so viele iPhone X verkaufen wie vor Weihnachten.

Das wird nicht passieren, nach dem ersten Fiskalquartal gehen die Umsätze und Verkäufe immer zurück, vor einem Jahr von 78 Millionen auf 50 Millionen Stück. Apple selbst prognostiziert einen Umsatz von 62 Milliarden US-Dollar im März-Quartal, das wären zehn Milliarden mehr als 2017. In der Prognose sollten also auch jede Menge der teuren iPhone X stecken, die angeblich niemand kauft.

Ab kommenden Herbst wird vermutlich aber in der Tat niemand das heute erhältliche iPhone X mehr kaufen können, es verdichten sich die Anzeichen , dass Apple nach Markteinführung neuer Modelle diesmal das alte nicht mehr weiterverkauft. So kann aber der Nachfolger des iPhone X auch einfach iPhone X heißen, womöglich mit dem Zusatz 5,8'' (late 2018). Aber auch das kauft dann bestimmt "keiner".

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