2250937

Kinderpornos: Hacker legt Darknet lahm

06.02.2017 | 17:52 Uhr |

Einem Einzeltäter ist es gelungen, einen Hoster für kinderpornografische Inhalte abzuschalten.

Einer Anonymous nahestehenden Gruppe von Hackern bzw. einem Einzeltäter ist es am Freitag gelungen, weite Teile des Darknet auszuschalten. Konkret ging der Angriff gegen Freedom Hosting II (FH2), einem Tor -basierten Dienstleister, der rund ein Fünftel aller Webseiten im Darknet versteckt. Nach Angaben des Hackers waren 50 Prozent der lahm gelegten Seiten eine Anlaufstelle für Nutzer von Kinderpornographie.

Im Gespräch mit Motherboard erklärte der Hacker, dass es sich bei diesem Angriff um seine erste große Aktion gehandelt habe. Im Vorfeld wurde Ende Januar von ihm bereits in Erfahrung gebracht, welche Seiten sich auf den Servern von Freedom Hosting II verbergen. Damals hatte der Hacker jedoch nur Leserechte. Bei seinem neuerlichen Angriff verschaffte er sich nach dem Anlegen eines eigenen Accounts und der Funktion zum Zurücksetzen von Passwörtern schließlich Root-Rechte. 

Eine Kopie der Systemdateien wurde vom namenlosen Hacker bereits veröffentlicht. Nutzerdaten finden sich darin aber nicht. Diese will er aber auf Wunsch den Behörden zur Verfügung stellen, damit diese weiter gegen die Urheber vorgehen können. 

Den Hoster selbst wies der Hacker darauf hin, dass er gegen seine eigenen Richtlinien verstoßen habe. FH2 hatte sich mit einer „Null-Toleranz-Politik gegen Kinderpornographie“ gebrüstet, 50 Prozent der bei FH2 geparkten Inhalte würden jedoch genau aus diesem Bereich stammen. Als Reaktion kopierte der Hacker den gesamten Datenbestand und sperrte die Seite.

Anfang 2015 wehrte sich Anonymous schon einmal gegen einen internationalen Ring von Pädophilen. Noch ein Jahr zuvor löschte ein Hacker Links zu Kinderpornographie-Inhalten von der als Einstiegstor zum Darknet geltenden Seite Hidden Wiki. 

Wie funktioniert das Darknet?

0 Kommentare zu diesem Artikel
2250937