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Kein App Store mehr bei iTunes 12.7

09.10.2017 | 13:17 Uhr |

Der Mac war auf der iPhone-Keynote nur ein Randthema, aber dennoch hat Apple für macOS wichtige Entscheidungen getroffen. iTunes wird endlich ein wenig übersichtlicher.

Update vom 09.10.2017:

Etwas versteckt und wohl nur für System-Administratoren in Unternehmen gedacht, hat Apple doch noch einen Nachfolger von iTunes 12.6.2 auf die eigenen Download-Server hochgestellt, der im Unterschied zu der derzeit aktuellen iTunes-Version 12.7 einen Bereich für den App Store und auch einen für Klingeltöne hat. Auf der Support-Seite weist der Entwickler darauf hin, dass Administratoren in Unternehmen eigentlich für die App-Verwaltung den Configurator 2 und das Programm für die Volumenlizenzen dafür nutzen sollen. Wer auf diese Tools nicht zurückgreifen kann, für den steht iTunes 12.6.3 zur Verfügung. Mit dieser Version ist die Verwaltung der iOS-Apps möglich. Im Support-Artikel sind drei Versionen – eine für den Mac und zwei für den PC – verlinkt. Nach der Installation wird es nötig sein, die eigene Mediathek neu anzulegen und die Inhalte dorthin zu bewegen. Dafür hält man bei dem Start von iTunes die Wahltaste gedrückt und legt die Mediathek neu.

Ursprüngliche Meldung vom 14.09.2017:

Entscheidung mit Folgen: iTunes 12.7 verabschiedet sich vom App Store und damit der Verwaltung von Apps. Wie Glenn Fleishman festgestellt hat, entfernt das Update aber keine auf dem Mac gespeicherten und bisher mit iPhone und/oder iPad synchronisierten Apps. Will man diese nutzlosen .ipa-Dateien los werden, muss man sie manuell aus dem Ordner  ~/Music/iTunes Library/Mobile Applications/ entfernen. Backups von seinen mobilen Geräten kann man nach wie vor auf dem Rechner anfertigen respektive von dort aus seine Geräte wiederherstellen. Nur spielt iTunes 12.7 eben nicht die Apps über das USB-Lightning-Kabel zurück auf das Mobilgerät, sondern lädt bei der Wiederherstellung diese aus dem App Store. Je nach Internetverbindung kann das also entweder etwas länger dauern oder hohe Kosten verursachen, wenn man nicht gerade in einem WLAN sich aufhält. File Transfers von iCLoud zu Dropbox oder Google Drive und wieder zurück sind von dem Ende der Apps in iTunes nicht betroffen. Indes häufen sich die Stimmen, die Apple für diese Entscheidung kritisieren. Bryan Chaffin bekennt sich auf The Mac Observer dazu, dass er es genossen habe, auf dem Mac nach neuen Apps zu stöbern, weil der dort einen größeren Bildschirm und eine vernünftige Tastatur habe. iTunes wieder zu verschlanken sie ja keine schlechte Idee, aber warum gebe es für den iOS-App-Store denn keine eigene Mac-App? Ähnlich äußert sich Lory Gil auf iMore , die auch Verständnis dafür äußert, dass nur noch die wenigsten Anwender wie sie nach iOS-Apps auf dem Rechner suchen und nicht auf dem iPhone oder iPad direkt.

In Sachen Mac hatte Apple in diesem Jahr vermutlich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Ende des Jahres wird der iMac Pro in den Handel kommen, alle anderen Produkte sind auf dem aktuellen Stand der Technik, sieht man vom vermeintlichen Auslaufmodell Mac Mini ab. Dennoch hatte Apple gestern auch zwei wesentliche Informationen für macOS. Erstens: Die neue Version macOS 10.13 High Sierra wird ab dem 25. September in finaler Fassung bereitstehen. Zweitens: Schon jetzt kommt mit iTunes 12.7 eine wesentliche Neufassung der Jukebox-Software, die Apple in den letzten 16 Jahren nach der Übernahme des einst Soundjam genannten Programms stets weiter entwickelt und ein wenig aufgeblasen hat.

Nun hat Apple entschieden, sich von einem Bereich zu trennen, der auf dem Mac (und PC) ohnehin nur noch wenig sinnvoll ist: Apps. Ab iTunes 12.7 bekommt man keinen Zugriff mehr auf den App Store, Programme für iPhone, iPad, iPod Touch muss man direkt auf den Geräten erwerben und darauf laden. Das ist sechs Jahre nachdem Apple mit iOS 5 die Zwangsverbindung von iPhone und iTunes gelöst hat, auch mehr als sinnvoll, kaum jemand stöbert auf dem Mac noch nach Apps für seine mobilen Geräte. Vor 2011 war das der gängige Weg, das iPhone mit frischer Software zu versorgen: Über iTunes einkaufen und mit der nächsten Synchronisierung auf das Gerät spielen. Umgekehrt wurden mit dem mobilen Gerät direkt geladene und gekaufte Inhalte dabei auf den Rechner gespielt – und dort dann auch auf Wunsch aktualisiert.

Mit den Jahren war iTunes immer unübersichtlicher geworden und so sah sich Apple mit Forderungen mancher Nutzer konfrontiert, die eine Aufteilung in mehrere Programme wünschten. So wie auf dem iPhone Apps getrennt von der Musik oder Videos behandelt würden, wäre eine Ausgliederung der App-Verwaltung aus iTunes eine Option gewesen. Apple hat nun beschlossen, die App-Verwaltung komplett vom Mac zu entfernen. Schon im August war iTunes U unter die Aufräumarbeiten geraten, die Bildungsinhalte gibt es seither in der Podcast-Sektion, die neben der für Musik, Filme, TV-Sendungen und Audiobüchern weiter in iTunes 12.7 besteht.

Konsequenzen hat das Ende der App-Verwaltung auch für diejenigen, die sich Klingeltöne gekauft haben. Die Einkäufe sind aber nicht verschwunden, sondern lassen sich nun über die App Store App von iOS laden. Die Backups der mobilen Geräte sind nach wie vor möglich. Die neue Version kann man sich unter dem Link herunterladen.

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