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Kaufberatung: So finden Sie die optimale Gaming-Grafikkarte

22.10.2018 | 08:08 Uhr |

Schnäppchen-Alarm bei Grafikprozessoren: Endlich sinken wieder die Preise für Grafikkarten. Und deshalb ist jetzt der optimale Zeitpunkt, den PC für aktuelle Spiele und verbesserte Video-Wiedergabe aufzurüsten.

Im ersten Halbjahr 2018 erlebten die Grafikkartenpreise einen überraschenden Höhenflug: Aber nicht, weil zahllose Spielebegeisterte sich eine neue GPU kaufen wollten. Sondern weil viele Anwender auf den Boom der Kryptowährungen wie Bitcoin aufsprangen und sich eine aktuelle Grafikkarte holten, um kostengünstig ein leistungsfähiges Mining-System zu bauen. Inzwischen ist der Bitcoin-Hype abgeflaut. Außerdem greifen Profi-Miner nun zu spezialisierten Karten, die besser für Bitcoin & Co. geeignet sind.

Auch werden AMD und Nvidia bald ihre neuen GPU-Generationen vorstellen, die die aktuellen Serien ablösen werden. Viele Händler senken deshalb die Preise für ihre Lagerbestände, um Platz für kommenden Modellen zu schaffen.

Doch nicht nur die niedrigen Preise sprechen derzeit für den Kauf einer Grafikkarte: Aktuelle Modelle zeichnen sich im Gegensatz zu den Vorgängern auch durch eine hohe Energieeffizienz aus. Denn selbst Spieler legen Wert auf einen möglichst sparsamen und leisen PC: Die Hersteller haben auf diesen Trend reagiert und reduzieren die Leistungsaufnahme der Grafikkarten. Möglich wird das vor allem durch verkleinerte Strukturbreiten bei der Fertigung der Grafikprozessoren. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere interessante Techniken, die GPUs mittlerweile zu bieten haben und die wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen. Damit Sie schnell die passende Grafikkarte für Ihr System finden, haben wir empfehlenswerte Modelle aus allen Preisklassen in den Tabellen unten vorgestellt.

Siehe auch: Grafikkarten-Vergleich - Alle Tests im Überblick

Mittelklasse oder High-End: Die passende Grafikkarte für Sie

So sieht eine Grafikkarte ohne Kühlsystem aus.
Vergrößern So sieht eine Grafikkarte ohne Kühlsystem aus.
© Nvidia

Für eine gute Mittelklasse-Grafikkarte müssen Sie aktuell zwischen 200 und 250 Euro ausgeben, Einsteiger-Grafikkarten kosten um die 100 Euro. Wer in Ultra-HD oder gar in dreistelligen Bildraten (Bilder pro Sekunde) daddeln möchte, der muss zur teuren Oberklasse greifen. Mit den neuen GPUs der RTX-2000-Serie von Nvidia kommt sogar noch die Unterstützung für Raytracing hinzu, was Spiele ununterscheidbar zu Filmen machen soll – doch dazu später mehr. Unabhängig davon, wie hoch Ihr Budget für den Grafikkartenkauf ist, gibt es ein paar grundlegende Empfehlungen, die Sie zum passenden Modell führen: Holen Sie sich unbedingt ein Modell aus der aktuellen Generation. Die Vorgänger sind zwar derzeit nicht unbedingt schlechter und meist etwas günstiger. Doch aktuelle Modelle bringen zahlreiche technologische Verbesserungen mit, die künftig immer mehr Spiele nutzen werden – das macht Ihr Spielesystem zukunftssicherer. Gleiches gilt für die Speicherausstattung: Hier empfiehlt sich ein Modell mit mindestens vier Gigabyte Kapazität. Dies ermöglicht Ihnen, aktuelle Titel wie Assassins Creed Origins und Far Cry 5 mit einer hohen Bildrate zu spielen.

GPUs mit weniger Speicher eignen sich zwar nicht für topaktuelle Spiele, sind aber immerhin noch ausreichend für beliebte Multiplayer-Online-Games wie Dota 2. Wenn Sie für die nächsten Jahre speichermäßig auf der sicheren Seite stehen wollen, lohnt sich der Griff zu Modellen mit mindestens acht Gigabyte Grafikspeicher.

Doch nicht nur die Menge des Grafikspeichers ist wichtig, sondern auch die Bandbreite der Verbindung zwischen Grafik- RAM und Grafikprozessor. Beim Speichertyp GDDR5, dem aktuellen Standard, beläuft sich die Bandbreite selbst bei günstigen Karten auf über 100 Gigabyte pro Sekunde. Sie sorgt dafür, dass die GPU schnell und stetig mit neuen Inhalten gefüttert wird.

Die beste Grafikkarte für Ihren Monitor

Für die hohe Auflösung bei Ultra-HD erfordern Grafikkarten eine enorme Rechenleistung.
Vergrößern Für die hohe Auflösung bei Ultra-HD erfordern Grafikkarten eine enorme Rechenleistung.
© Google

Am besten sehen Spiele aus, wenn Sie sie mit der maximalen Auflösung laufen lassen, die Ihr Monitor beherrscht. Und diese Auflösung bestimmt den Preis der optimalen Grafikkarte: Für das Spielen in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) genügt mittlerweile die Leistung einer Einsteiger-Grafikkarte. Doch inzwischen stehen auf zahlreichen Schreibtischen schon Monitore mit einer höheren Auflösung bis zu Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel). Hier muss die GPU für ungebremsten Spielespaß deutlich mehr leisten, da sie die vierfache Menge an Bildpunkten berechnen muss. Bisher gibt es von AMD und Nvidia aber nur wenige Grafikkarten, die Spiele in diesen Auflösungen flüssig darstellen können. Dazu zählen die AMD Radeon RX Vega 64, die Nvidia Geforce GTX 1080, die GTX 1080 Ti und Titan Xp. Die Nvidia-Karten schneiden beim UHD-Gaming am besten ab, womit der Hersteller weiterhin an der Spitze in Sachen 3D-Power steht. Der Konkurrent AMD kann mit einem meist besseren Preis-Leistungs-Verhältnis punkten.

Diese Schnittstellen muss Ihre Grafikkarte haben

Nicht nur der UHD-fähige Bildschirm ist wichtig, sondern auch moderne Videoanschlüsse.
Vergrößern Nicht nur der UHD-fähige Bildschirm ist wichtig, sondern auch moderne Videoanschlüsse.
© Google

Für reibungsloses Spielen in hoher Auflösung wie etwa bei Ultra-HD benötigen Sie neben dem richtigen Bildschirm auch eine Grafikkarte mit einer passenden Videoschnittstelle. HDMI erlaubt erst ab der Version 2.0 eine flüssige Darstellung dank einer Bildwiederholrate von 60 Hertz. Die Version 1.4 hingegen liefert nur 30 Hertz bei Ultra-HD-Auflösung. Der Spieleablauf ist in diesem Fall sichtbar ruckelig.

Eine Alternative ist die Schnittstelle Displayport 1.2, die aber nicht jeder Monitor besitzt. Um einem Mangel an Anschlüssen vorzubeugen, statten AMD und Nvidia ihre Grafikkarten bereits mit beiden Anschlusstypen aus.

Um auch ultra-hochaufgelöste Videos problemlos abzuspielen, bringen aktuelle GPUs eine Video-Engine mit. Damit können sie UHD-Videos mit dem Datenübertragungsstandard HEVC (High Efficency Video Coding) wiedergeben. Bei diesem H.265-Codec benötigen hochauflösende Bilder lediglich halb so viel Bandbreite wie mit H.264: Das wiederum macht aber das Decodieren der Videos für das System anstrengender, weshalb ältere System dabei an ihre Grenzen stoßen.

Sofern Sie über einen entsprechend kompatiblen Monitor verfügen, können Sie mit den aktuellen Grafikkarten auch eine Farbtiefe von 10 bis 12 Bit wiedergeben. Somit erhalten Sie wesentlich genauere Abstufungen verschiedenster Farbtöne.

Volles Tempo! Mehr Leistung für die Grafikkarte

HDR sorgt für eine bessere Bildqualität

Links ein Bild in HDR im Verfahren Dolby Vision, rechts ohne die aktivierte Hochkontrast-Wiedergabe.
Vergrößern Links ein Bild in HDR im Verfahren Dolby Vision, rechts ohne die aktivierte Hochkontrast-Wiedergabe.
© Dolby

Ultra-HD wird auf absehbare Zeit die optimale Auflösung für Spiele bleiben. Der nächste Schritt zu einer besseren Bildqualität führt deshalb über HDR (High Dynamic Range): Diese Technik setzt auf deutlich höhere Kontrastwerte und ein breiteres Farbspektrum – das macht nicht nur Filme und Serien ansehnlicher, sondern auch Spiele. Spiele, die HDR unterstützen, sind zum Beispiel Far Cry 5, Battlefield 1, Call of Duty: WWII oder Mass Effect: Andromeda. Alle aktuellen Grafikkarten unterstützen die Wiedergabe in HDR. Jedoch muss dafür nicht nur das Spiel und die GPU HDR beherrschen, sondern auch der Monitor muss zur Technik kompatibel sein.

Noch mehr Leistung für Virtual Reality

Die höchsten Leistungsanforderungen an eine Grafikkarte stellen VR-Headsets.
Vergrößern Die höchsten Leistungsanforderungen an eine Grafikkarte stellen VR-Headsets.

Einen anderen Weg zum optimalen Spielegenuss als perfekte Bildqualität bietet Virtual Reality – kurz VR. Damit soll das Gefühl entstehen, nicht vor einem Monitor sitzend zu spielen, sondern mitten ins Spielgeschehen einzutauchen. Deshalb reicht ein einfacher Monitor zur Wiedergabe nicht, sondern Sie müssen sich ein Head Mounted Display (HMD) wie zum Beispiel die Oculus Rift oder die HTC Vive vor die Stirn spannen. Bei VR müssen Grafikkarten die Bildinhalte gleichzeitig und verzögerungsfrei auf zwei Bildschirmen darstellen – für jedes Auge einen. Nur so ist ein komfortables und realistisches Spielerlebnis möglich, ohne die sogenannte Simulation Sickness zu verursachen. Denn entsteht eine zu hohe Verzögerung zwischen dem Bildinhalt und der Bewegung des Kopfes, kann das beim Nutzer Übelkeit verursachen.

Auch die Grafikchip-Hersteller haben das Potenzial von Virtual Reality erkannt.
Vergrößern Auch die Grafikchip-Hersteller haben das Potenzial von Virtual Reality erkannt.
© Nvidia

Zudem ist für die Darstellung von Virtual- Reality-Inhalten eine sehr hohe Bildrate erforderlich, da die Oculus Rift bei 2160 x 1200 Pixel 90 Bilder pro Sekunde wiedergeben kann. Das ist dreimal so viel wie bei einem Bildschirm mit 1920 x 1080 Pixel. Um all diesen Anforderungen ohne Probleme gerecht zu sein, statten die Hersteller ihre Grafikkarten mit spezieller VR-Technologie aus. Hierbei vereinen sie Optimierungen in den Bereichen Darstellung, Rendering, Tracking (Positionserfassung) sowie der Zusammenarbeit verschiedener Grafikschnittstellen wie DirectX und der GPU. So erhält der Anwender ein überaus realistisches und angenehmes VR-Erlebnis. Wollen Sie ins VR-Erlebnis einsteigen, sollten Sie zu einer AMD-Karte mit „LiquidVR“ oder einem Nvidia-Modell mit „Gamesworks VR“ greifen. Einen Haken hat der VR-Trend jedoch noch immer: Die notwendige Hardware ist extrem teuer. Die HTC Vive kostet rund 600 Euro. Dazu empfiehlt der Hersteller mindestens eine Nvidia Geforce GTX 1060 oder AMD Radeon RX 480, die ab rund 260 Euro kosten. Im Spielesystem sollte außerdem eine Mittelklasse-CPU stecken, die Sie einen dreistelligen Betrag kostet.

Warum Grafikkarten immer weniger Strom benötigen

Das FinFET-Format ermöglicht mehr Leistung bei einem geringeren Stromverbrauch.
Vergrößern Das FinFET-Format ermöglicht mehr Leistung bei einem geringeren Stromverbrauch.
© AMD

Neben neuen Technologien zur Darstellung aktueller Spiele können aktuelle Grafikkartenmodelle stets eine bessere Leistung und einen geringeren Stromverbrauch im Vergleich zu den Vorgängern für sich verbuchen. Die erreichen die Hersteller durch einen verbesserten Fertigungsprozess, mit dem sie immer mehr Transistoren auf dem Chip unterbringen. Dadurch verringern sich die Betriebstemperaturen und -spannungen, was wiederum höhere Taktfrequenzen und damit eine höhere Rechenleistung ermöglicht, ohne dabei mehr Strom aufzunehmen.

Hardware-Upgrade: Neue CPU oder neue Grafikkarte?

Aktuelle Grafikkarten-Chips im Vergleich

Seit Jahren lautet die wichtigste Frage beim Kauf einer Grafikkarte: Soll sie einen Grafikprozessor von AMD oder Nvidia haben? Die Grafikchips der beiden Konkurrenten liegen in jeder Preisklasse nahe beieinander, was Leistung und Stromverbrauch betrifft. Allerdings gibt es auch entscheidende Unterschiede. Wir liefern Ihnen eine Einschätzung der aktuellen GPU-Generation der beiden Hersteller.

Nicht immer werden GPU-Generationen von Grund auf neu entwickelt.
Vergrößern Nicht immer werden GPU-Generationen von Grund auf neu entwickelt.

AMD Radeon RX 500: Mitte 2017 brachte AMD die Grafikkarten der Radeon-RX-500-Serie auf den Markt, bei denen es sich um leicht verbesserte Modelle der vorangegangenen RX-400-Serie handelt. Den GPUs liegt nach wie vor die Polaris-Architektur zugrunde, die AMD im 14-Nanometer-Fin-FET-Prozess fertigen lässt. Die Verbesserungen sind schnell aufgezählt: Die Base- und Boost-Taktraten fallen nun höher aus, und der Grafikspeicher erhält einen dritten Power-State, damit er im Multi-Monitor-Betrieb und im Leerlauf nicht mit vollem Takt laufen muss. Die höheren Taktraten sorgen zwar für eine verbesserte Spieleleistung im Vergleich zu den Vorgängern, jedoch steigt auch der Stromverbrauch.

AMD Radeon RX Vega: Im August 2017 folgte dann Verstärkung in der GPU-Oberklasse in Form der AMD Radeon RX Vega 56 und 64 , die vorab als heiße Konkurrenten zu den Nvidia Geforce GTX 1070 und 1080 gehandelt wurden. Bei den Grafikprozessoren setzt AMD auf die mittlerweile fünfte Ausbaustufe der GCN-Architektur (Graphics Core Next), die Ende 2011 auf dem Markt debütierte. Die Besonderheit der Vega-GPUs ist der neue Speichertyp HBM2 (High Bandwith Memory, zweite Version). Hierbei wird der Speicher direkt neben der GPU gestapelt; zusätzlich befinden sich HBM2 und der Grafikprozessor auf einer gemeinsamen Chipfläche, was flottere Speichergeschwindigkeiten als bei GDDR5- Speicher ermöglicht.

Doch trotz des innovativen Speichers ziehen die Grafikkarten in Tests gegenüber den direkten Konkurrenten Nvidia Geforce GTX 1070 und 1080 aber den Kürzeren. Letztere bieten oft eine etwas bessere Spieleleistung, verbrauchen aber deutlich weniger Strom. Hinzu kommt, dass die Vega-Grafikkarten aufgrund des Einsatzes von HBM2-Speicher sehr teuer sind – zu teuer für die gezeigte Praxisleistung.

Nvidia GTX 1000: Die GTX-10-Serie und die darin eingesetzte GPU-Architektur Pascal ist, gemessen an den üblichen Produktzyklen, vergleichsweise alt: Die erste Grafikkarte der aktuell noch erhältlichen Serie führte Nvidia bereits Mitte 2016 ein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Grafikkarten zu lahm für aktuelle Titel sind, im Gegenteil. Nvidia bietet die aktuell schnellsten Pixelschubser an, die zudem noch beeindruckend wenig Strom für ihre Leistung benötigen. Übrigens lässt Nvidia die Pascal-Chips im 16-Nanometer-FinFET-Verfahren fertigen.

Nvidia RTX 2000: Ganz frisch von Nvidia sind die Grafikkarten der RTX-2000-Serie. Sie bieten mit der neuen Turing-Architektur deutlich mehr Spieleleistung und zusätzliche Recheneinheiten fürs sogenannte Raytracing. Damit sollen in Spielen Licht, Schatten und Reflexionen fotorealistisch umgesetzt werden können. Diese Technik ist bereits seit Längerem in computergenerierten Filmen Standard, wo die Bilder allerdings aufwendig berechnet werden können. Der Einsatz von Echtzeit-Raytracing, wie es für Spiele notwendig ist, scheiterte bisher an der mangelnden Rechenleistung der GPUs – die Nvidia nun mit den Grafikkarten der Turing-Generation liefern will. Um die Raytracing-Fähigkeiten der neuen Grafikchips mehr in den Vordergrund zu stellen, ändert Nvidia die Chipbezeichnung von GTX zu RTX. Darüber hinaus werden die RTX-2000-Grafikkarten anstelle von GDDR5- wohl auch GDDR6-Speicher nutzen, der mit Rekordtransferraten beeindrucken soll. Die Speicherbandbreite soll demnach um die 672 Gigabyte pro Sekunde betragen, was rund 40 Prozent mehr wären als beim aktuellen Flaggschiff GTX 1080 Ti .

Grafikkarten der Einsteigerklasse
Vergrößern Grafikkarten der Einsteigerklasse
Grafikkarten der Mittelklasse
Vergrößern Grafikkarten der Mittelklasse
Grafikkarten der Oberklasse
Vergrößern Grafikkarten der Oberklasse

Grafikkarten-Fachbegriffe geklärt

Architektur: Die Architektur einer GPU beschreibt die Plattform und Technik, auf der ein Grafikprozessor aufgebaut ist. Diese wird meist selten neu implementiert und bleibt in der Regel für zwei Jahre gleich. Sie hat außerdem Einwirkung auf die Eigenschaften und die Leistungen einer GPU, weshalb eine neue Architektur meist auch einen großen Fortschritt mit sich bringt.

Die: Damit bezeichnet man in der Halbleitertechnik das nackte Stück Silizium, aus dem der Prozessor besteht. Deshalb wird der Begriff Die auch fälschlicherweise mit Chip gleichgesetzt.

Kerntakt: Der Kerntakt gibt an, mit welcher Frequenz die GPU arbeitet. Diese „Geschwindigkeit“ wird in Mega- oder Gigahertz angegeben und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der eingesetzten GPU-Architektur. Je höher der Takt, desto besser die Leistung. Allerdings lässt sich dieses Motto nur schwer über Grafikchip-Generationen oder gar Chip-Hersteller (AMD und Nvidia) hinweg anwenden.

Schnittstelle: Die sogenannte Schnittstelle auf dem Mainboard bestimmt weitestgehend, ob eine Grafikkarte mit dem Motherboard kompatibel ist. Denn passt eine Grafikkarte nicht in einen solchen PCI-Express-Slot, können Sie die Komponenten nicht kombinieren. Der aktuelle Standard der PCI-Express-Schnittstelle ist die Version 3.0, die im Vergleich zum Vorgänger 2.0 eine Übertragungsrate von 32 Gigabyte pro Sekunde bietet, zudem eine Frequenz von acht statt nur fünf Gigahertz. Zudem hat die „PCI Special Interest Group“ daran gearbeitet, die Latenzen zu verringern und die Effizienz zu steigern.

Shader: Die Anzahl der Shader beeinflusst die Fähigkeit, wie effektiv verschiedene Schattierungstechniken in Spielen oder Anwendungen eingesetzt werden können. Es existieren primär drei verschiedene Shader-Typen:

Pixel-Shader: Diese zählen zu den einfacheren Shadern und werden von nahezu jedem Grafikprozessor unterstützt. Sie verarbeiten einfache Farben, spiegelnde Oberflächen sowie das sogenannte Bump Mapping, das Oberflächen mit Schattierungen versieht, was für eine komplexere Optik des jeweiligen Objekts sorgen soll. Zudem können Pixel-Shader nur erkennen, welche einzelnen Pixel sie bearbeiten sollen, und nicht, was um sie herum geschieht.

Vertex-Shader: Die Vertex-Shader verarbeiten alle Eckpunkte eines 3D-Objekts.

Geometrie-Shader: Diese Shader sind wohl die aufwendigsten und komplexesten, da sie erweiterte Grafikberechnungen durchführen können, die bei Spielen notwendig sind. Ausgeführt werden sie zwar als letztes in der Shader-Pipeline, dafür verarbeiten sie fortgeschrittene Grafikeffekte und -aufgaben wie Echtzeit-Rendering oder die Tessellation; bei Letzterem werden Polygone in kleinere Teile aufgeteilt, um die daraus entstehenden Kleinteile zur Darstellung zusätzlicher Informationen zu verwenden.

Speicherbandbreite: Sie bestimmt die Effizienz des Grafikspeichers, wenn dieser unter Volllast steht. Die Bandbreite wird durch folgende Merkmale bestimmt: den Speichertyp (beispielsweise GDDR5), den physikalischen Speichertakt und der tatsächlichen Speicherbreite. Eine hohe Speicherbandbreite wirkt sich positiv auf speicherintensive Aufgaben aus.

Speicher-Interface: Das Speicher-Interface gibt die tatsächliche Busbreite des Speichers an. Diesen gibt es typischerweise in den Formaten von 128, 256 oder 384 Bit. Die Speicherschnittstelle wird außerdem dazu verwendet, um die Speicherbandbreite zu berechnen. Je breiter das Interface, desto besser; jedoch lässt sich ein schmaleres mit hohen Speichertaktraten oder verschiedenen Speichertypen kompensieren.

Speichertakt: Hierbei handelt es sich um die Geschwindigkeit des Grafikspeichers. Er hilft unter anderem bei der Berechnung der Speicherbandbreite.

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