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Kaspersky-Verbot für alle US-Bundesbehörden

14.09.2017 | 11:59 Uhr |

Die US-Bundesbehörden dürfen auf Anweisung der US-Regierung keine Software mehr von Kaspersky Lab verwenden. Die Gründe.

Produkte der russischen Sicherheitsexperten von Kaspersky dürfen künftig nicht mehr auf Rechnern in US-Behörden zum Einsatz kommen. Diese Entscheidung der US-Regierung teilt das Heimatschutzministerium  (U.S. Department of Homeland Security, DHS) auf seiner Website mit. Als Grund für die Entscheidung wird angegeben, dass man besorgt über Verbindungen zwischen „gewissen“ Kaspersky-Mitarbeitern und den Mitgliedern des russischen Geheimdienstes sei.

Es bestehe die Gefahr, so heißt es weiter, dass die russische Regierung über ihre Kontakte zu Kaspersky an Informationen gelangen könne, die auf Systemen von US-Behörden gespeichert seien. Gemäß der Anweisung des Heimatschutzministeriums haben US-Behörden, die Kaspersky-Software einsetzen, nun 60 Tage Zeit, Pläne für einen Wechsel entwickeln und 90 Tage um diese umzusetzen.

Kaspersky wehrt sich gegen die Vorwürfe

Kaspersky weist die Vorwürfe in einer Mitteilung vehement zurück. Das Unternehmen habe keine unangemessenen Beziehungen zu irgendeiner Regierung und daher sei man auch enttäuscht über die Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums.  Man werde die Gelegenheit nutzen, jegliche Informationen vorzulegen, die belegen, dass die Vorwürfe nicht zutreffen. " Dies betrifft auch die Behauptungen zu russischen Regulierungen, denen das Unternehmen angeblich unterliegt. Kaspersky Lab hat immer erklärt, dass es Regierungen weltweit mit geeigneten Produkten und Dienstleistungen beliefert, um diese Organisationen vor Cybergefahren zu schützen", so Kaspersky und weiter: "Aber Kaspersky Lab unterhält keine unethischen Beziehungen oder Verbindungen zu irgendeiner Regierung, auch nicht zur russischen."

Laut Kaspersky gelten die falsch interpretierten russischen Regulierungen und Gesetze nur "für Telekommunikationsunternehmen und Internet Service Provider (ISPs)". Kaspersky Lab unterliege nicht diesen Gesetzen oder anderen Verordnungen, einschließlich des russischen Systems der operativ-investigativen Maßnahmen (SORM), da das Unternehmen keine Kommunikationsdienste anbietete.

Beziehungen zwischen USA und Russland angespannt


Die US-Händlerkette BestBuy hatte erst kürzlich erklärt, keine Kaspersky-Produkte mehr verkaufen zu wollen. Ein konkreter Grund wurde aber nicht genannt. Seit Mitte Juli gehört die Software des Antivirus-Software-Entwicklers Kaspersky nicht mehr zu den zertifizierten Tools des US-Verteidigungsministeriums. Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist aktuell ohnehin angespannt. Zuletzt gab es Streit wegen der diplomatischen Vertretungen.

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