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Kaspersky reicht Kartellklage gegen Microsoft ein

06.06.2017 | 15:37 Uhr |

Kaspersky hat in Deutschland und bei der EU-Kommission Kartellklagen gegen Microsoft eingereicht.

Im November 2016 reichte der Kaspersky eine Kartellbeschwerde beim russischen Federal Antimonopoly Service (FAS) ein. Der Vorwurf: Microsoft benutze seine dominante Markstellung, um die Antiviren-Software von Drittherstellern aus Windows-10-Systemen zu verdrängen. Als Reaktion auf die Beschwerde nahm Microsoft in diesem Jahr einige Änderungen an seinem Betriebsstem vor . Die scheinen Kaspersky jedoch nicht zu genügen.

In dieser Woche reichte der Antivirus-Entwickler auch bei der EU-Kommission und beim Bundeskartellamt Kartellklagen gegen Microsoft ein . Wie Kasperky-CEO Eugene Kaspersky im Firmenblog erklärt, nutze Microsoft seine dominante Position als Windows-10-Entwickler agressiv aus, um die hauseigene Sicherheitssoftware Windows Defender zu bewerben. Diese Taktik gehe auf Kosten der vom Nutzer zuvor gewählten Sicherheitslösung. Kaspersky wirft Microsoft vor, Sicherheitssoftware zu deaktivieren, wenn Nutzer ihren PC auf Windows 10 upgraden. Nach der Installation werde einfach der Windows Defender aktiviert. Microsoft verwende laut Kaspersky zudem nicht genügend Zeit darauf, Windows-10-Upgrades auf ihre Kompatibilität mit bereits existierender Software zu testen.

Nutzt Microsoft seine Marktmacht für den Windows Defender aus?
Vergrößern Nutzt Microsoft seine Marktmacht für den Windows Defender aus?
© Microsoft

Microsoft hat seinen Windows Defender in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert und die Software nun in Windows 10 integriert. Während Microsoft eigenen Aussagen zufolge seine Nutzer besser schützen will, sehen Dritthersteller diesen Schritt als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Vor dem Kartellamt und der EU-Kommission hat der Konzern keine Angst. In einer Stellungnahme gegenüber The Verge betont Microsoft, dass Windows 10 nicht gegen Gesetze verstoße und man alle Fragen der Wettbewerbshüter beantworen werde.

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