2319807

Kaspersky geht gegen Software-Verbot bei US-Behörden vor

19.12.2017 | 16:25 Uhr |

Kaspersky Labs hat beim Bundesgericht Einspruch gegen die „Binding Operational Directive 17-01“ des US-Bundesministeriums für Heimatschutz eingelegt.

Ab 1. Oktober 2018 ist der Einsatz von Kaspersky-Software auf US-Behördencomputern gesetzlich verboten . Die „Binding Operational Directive 17-01“ der US-Heimatschutzbehörde DHS wurde in der vergangenen Woche durch die Unterschrift des US-Präsidenten Donald Trump zu einem vollwertigen Bundesgesetz. Kaspersky Labs hat nun vor dem US-amerikanischen Bundesgericht Einspruch gegen das DHS-Verbot eingelegt .

Kaspersky will den verpflichtenden Verwaltungserlass des DHS anfechten. Laut dem Antiviren-Software-Entwickler sei die „Binding Operational Directive 17-01“ verfassungwidrig. Die Entscheidung stütze sich auf „subjektive, nicht fachliche öffentliche Quellen, wie unbestätigte und häufig auf anonymen Quellen beruhende Medienberichte und damit in Zusammenhang stehende Behauptungen und Gerüchte“, erklärt das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung.

Das DHS habe außerdem versäumt, Kaspersky Labs „ein angemessenes ordnungsgemäßes Verfahren zu ermöglichen, um die unbegründeten Behauptungen, die dem Erlass zugrunde liegen, zu widerlegen.“ Auch habe das DHS keine Beweise für ein Fehlverhalten des Unternehmens vorgelegt. Kaspersky Lab sei eigenen Angaben zufolge kooperationsbereit gewesen und habe dem US-Heimatschutzministerium seine Unterstützung und die Bereitstellung von Informationen angeboten. Im August habe das Ministerium den Erhalt bestätigt und eine Zusammenarbeit begrüßt. Dazu sei es laut Kaspersky jedoch nicht mehr gekommen. „Bei der nächsten Mitteilung des DHS an Kaspersky Lab am 13. September 2017 handelte es sich dann jedoch um die Benachrichtigung zur Veröffentlichung der ‚Binding Operational Directive 17-01‘,“ heißt es in der Kaspersky-Stellungnahme weiter.

Durch das Nutzungsverbot für Kaspersky-Produkte in US-Behörden sei „ sowohl dem Ansehen des Unternehmens in der IT-Sicherheitsbranche als auch dem Absatz der Kaspersky-Produkte in den USA ein übermäßiger Schaden zugefügt“ worden. „Durch die Maßnahmen werden die grundlegenden Prinzipien von Kaspersky Lab in Bezug auf den Schutz seiner Kunden und die Bekämpfung von Cyberbedrohungen, unabhängig von deren Ursprung oder Zweck, in unfairer Art und Weise in Zweifel gezogen,“ klagt das Unternehmen weiter. Mit dem Einspruch beim Bundesgericht will Kaspersky seine Rechte schützen und den durch das Verbot verursachten Schaden beheben.

Kaspersky Labs wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Verbindungen zur russischen Regierung nachgesagt. Nach Auffassung der US-Geheimdienste könnte Russland den Entwickler und dessen Software nutzen, um Ziele in den USA auszuspähen. Kaspersky-Labs-Gründer Eugene Kaspersky war nicht müde geworden, diese Vorwürfe immer wieder zu bestreiten.  

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2319807