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Kaputtes Display? So retten Sie Ihre Dateien

24.01.2018 | 09:05 Uhr |

Sie nutzen als Hauptrechner ein Notebook. Dessen Bildschirm bleibt nun beim Hochfahren schwarz, obwohl Sie am Lüftergeräusch hören, dass das System startet. Sie benötigen aber gerade jetzt ganz dringend einige Dateien, die auf dem Laptop gespeichert sind. Wir liefern Ihnen zwei Lösungsansätze.

Lösung 1: Wenn es sehr schnell gehen soll, schließen Sie das Notebook an einen anderen Monitor an. Dann können Sie wie gewohnt am Laptop arbeiten und die benötigten Dateien per Windows-Explorer auf eine externe Festplatte übertragen. Wie Sie einen externen Monitor mit dem Notebook verbinden, hängt von den Anschlüssen am Laptop ab: Wenn das Notebook-Gehäuse einen HDMI-Ausgang bietet, können Sie zum Beispiel auch den Fernseher als Sichtgerät für den Laptop nutzen, denn TVs haben auf jeden Fall mindestens einen HDMI-Eingang. Hat der Laptop noch einen VGA-Ausgang, kann ein alter Monitor mit einem entsprechenden Eingang weiterhelfen – vielleicht haben Sie ja noch einen vor Jahren ausrangierten 15- oder 17-Zöller mit VGA-Anschluss im Keller stehen? Zur Not können Sie das Notebook auch zu einem Bekannten transportieren, falls er einen passenden Monitor hat.

Ein Smartphone oder Tablet, das Sie gerade zur Hand haben, hilft Ihnen in dieser Situation übrigens nicht weiter: Selbst, wenn es einen (Micro-) HDMI-Anschluss hat. Denn dieser arbeitet wie der am Laptop als HDMI-Ausgang für die Verbindung zu einem externen Monitor – Sie wollen aber das Mobilgerät selbst als Monitor nutzen. Es gibt zwar die Möglichkeit, den Bildschirminhalt eines Windows-Notebooks per WLAN oder USB an ein Smartphone oder Tablet zu übertragen: Dafür müssten Sie aber sowohl auf dem Mobilgerät wie auf dem Windows-Rechner eine App installieren, was ohne Sichtgerät beim Notebook unmöglich ist. Haben Sie einen passenden Monitor oder Fernseher gefunden, schließen Sie ihn mit dem passenden Kabel ans Notebook an. Üblicherweise sollte das Bild sofort auf dem externen Display dargestellt werden.

Dies können Sie bei defektem Smartphone-Display tun  

Ist das nicht der Fall, müssen Sie eventuell per Tastenkombination am Notebook auf den angeschlossenen Monitor umschalten: Meist funktioniert das mit der FN-Taste und einer Funktionstaste wie F8 oder mit der Kombination Windows-Taste und der Taste P: Welche Tastenkombination Sie bei Ihrem Laptop weiterbringt, steht im Handbuch des Notebooks.

Lösung 2: Haben Sie keinen passenden Monitor zur Hand oder ist die Grafikkarte im Laptop beschädigt und Sie sehen auch an einem externen Display kein Bild, können Sie die Notebook-Festplatte ausbauen.

Dazu entfernen Sie entweder eine Schraube auf der Gehäuseunterseite, um die Festplatte seitlich aus dem Gehäuse zu schieben. Oder Sie müssen eine durch mehrere Schrauben fixierte Abdeckung auf der Unterseite entfernen, um an die Festplatte zu kommen. Bei einigen Notebooks gibt es keine einzelne Abdeckung für die Festplatte: Dann müssen Sie den kompletten Deckel von der Unterseite des Gehäuses entfernen. Sie schließen dann die Notebook-Festplatte an einen anderen Windows-Rechner an, um Zugriff auf die Dateien zu bekommen.

Handelt es sich um eine Platte mit SATA-Anschluss, können Sie sie direkt mit einem SATA-Daten- und Stromkabel eines Windows-PCs verbinden, denn bei SATA sind die Anschlüsse für Notebook- und PC-Festplatten identisch. Auch unterschiedliche SATA-Standards bei den beiden Festplatten sind kein Problem, denn neuere SATA-Versionen sind abwärtskompatibel zu älteren. Wollen Sie nur schnell die Daten von der Laptop-Festplatte auf eine Platte des PCs oder eine am PC angeschlossene externe HDD übertragen, reicht das aus.

Mit einem passenden Adapter und eventuell einem Einbaurahmen lässt sich eine Notebook-Festplatte im PC einbauen.
Vergrößern Mit einem passenden Adapter und eventuell einem Einbaurahmen lässt sich eine Notebook-Festplatte im PC einbauen.
© www.adaptare.de

Soll die Laptop-Festplatte im PC verbleiben, können Sie sich einen passenden Einbaurahmen für rund fünf Euro besorgen, um die 2,5-Zoll-Platte des Laptops im 3,5-Zoll-Schacht des PCs zu fixieren. Arbeitet entweder das Notebook-Laufwerk oder die Hautplatine des PCs noch mit dem älteren IDE-Standard, benötigen Sie einen passenden Adapter. Hier müssen Sie allerdings genau aufpassen, ob der Adapter den Weg von einer IDE-Notebook-Festplatte zu einem SATA-Platinenanschluss ebnet oder von einer SATA-Laptop-Platte zu einem IDE-Anschluss im PC: Denn anders als bei SATA unterscheidet sich der IDE-Anschluss bei 2,5- und 3,5-Zoll-Platten.

Selbst wenn im Laptop eine SSD als M.2.Steckkarte verbaut ist, lässt sie sich über einen passenden Adapter mit SATA-Strom- und Datenkabel mit dem SATA-Anschluss einer PC-Platine verbinden, um die Daten zu übertragen. Alle genannten Adapter finden Sie zum Beispiel bei www.adaptare.de .

Tipp: Festplattenfehler und Datenverluste sind ein Alptraum für jeden PC-Nutzer. Mit diesen Tricks und Tools können Sie Dateien von CDs, DVDs, Festplatten, Speicherkarten und USB-Sticks doch noch retten.

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