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K.im: Kim Dotcom startet „revolutionären“ Megaupload-Nachfolger

01.09.2017 | 14:33 Uhr |

Kim Dotcom will mit seinem neuen Bezahldienst Bitcache und der Plattform K.im die Internetpiraterie bekämpfen.

Internet-Schwergewicht Kim „Dotcom“ Schmitz werkelt nach der Hosting-Plattform Mega an zwei neuen Projekten. Mit der Datenplattform K.im und dem digitalen Bezahldienst Bitcache will Dotcom eigenen Aussagen zufolge eine „Copyright-Revolution“ starten und die Internetpiraterie bekämpfen. Für deren Verbreitung war Dotcom vor einigen Jahren mit der Hosting-Plattform Megaupload noch selbst verantwortlich . Ob der Internet-Unternehmer nun geläutert ist, scheint fraglich. Vielmehr wittert der aus Deutschland stammende Kim Schmitz wohl das nächste große Geschäft.

Eine erste Demo von Bitcache präsentiert Dotcom heute auf seiner Datenplattform K.im . Öffentlich zugänglich ist diese noch nicht. Bitcache kann nur über eine vorherige Anmeldung testweise genutzt werden. Heise online bekam einen Zugang und konnte bereits einen ersten Blick auf die digitale Währung werfen.

K.im und Bitcache sollen den Verkauf von digitalen Waren vereinfachen. Dazu wird jede hochgeladene Datei – wie etwa Ebooks, Videos oder Fotos – mit einem vom Nutzer festgelegten Preis versehen. Nach dem Upload-Prozess generiert K.im eine URL und ein HTML-Widget inklusive Kaufen-Button. Dieses Widget kann anschließend in Websites eingebunden werden. Kaufen Kunden das Produkt mit Klick auf den Kaufen-Button, bekommen sie eine verschlüsselte Datei als Download, die dann über ein eigenes Programm nach Bestätigung der Zahlung entschlüsselt wird.

Bei der Zahlung für die digitalen Waren will Dotcom auf die Kryptowährung Bitcoin setzen. Diese ist jedoch für kleinere Zahlungen weniger gut geeignet. Hier kommt Bitcache ins Spiel. Die Währung nutzt eine eigene Verrechnungseinheit, die jedoch auf die Bitcoin-Blockchain aufsetzt. Der Vorteil für Nutzer liegt laut Dotcom in geringeren Transaktionsgebühren und einer schnelleren Verrechnung. Dotcom plant für Bitcache eine Mobil-App sowie eine Browser-Erweiterung und will die Krypto-Währung auch anderen Händlern zur Verfügung stellen.

K.im und Bitcache sollen Internetpiraterie eindämmen, indem digitale Inhalte über die Datenplattform weltweit zum selben Preis verfügbar gemacht werden. Das soll Nutzer wiederum dazu bewegen, für die Inhalte zu zahlen, anstatt sie über illegale Kanäle herunterzuladen. Ob die eingeschränkte Verfügbarkeit von Filmen, Serien oder Spielen tatsächlich die Hauptmotivation für Raubkopierer ist, sei dahingestellt. Laut Dotcom könnten nun zumindest die Nutzer legal an Inhalte kommen, die bereit sind, dafür zu zahlen.

Um zu verhindern, dass illegale Inhalte über K.im hochgeladen und verkauft werden, müssten alle Uploads kontrolliert werden, so Dotcom. Dafür will der Unternehmer mit Rechteinhabern zusammenarbeiten. Dotcom sucht derzeit noch nach Investoren, die 4,2 Millionen Euro für die Realisierung des Projekts beisteuern sollen. Im Rahmen einer Crowd-Funding-Kampagne konnte der Unternehmen bislang jedoch nur rund ein Fünftel dieser Summe eintreiben.

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