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Job-Killer Elektro-Auto: 114.000 Jobs weniger bis 2035

06.12.2018 | 15:58 Uhr |

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat berechnet, wie sich die zunehmende Verbreitung von Elektro-Autos auf die Arbeitsplätze auswirken könnte. Das unerfreuliche Ergebnis: Viele Jobs gehen verloren, auch solche für Hochqualifizierte.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört) hat in einer Studie berechnet, wie sich die zunehmende Verbreitung von Elektro-Autos auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Forscher legten bei ihren Berechnungen zu Grunde, dass E-Autos in Deutschland im Jahr 2035 einen Anteil von 23 Prozent haben.

Die Studie berücksichtigt die Auswirkungen auf verschiedene Branchen in der Automobilindustrie, also zum Beispiel auch im KFZ-Gewerbe, und für unterschiedliche Qualifikationsstufen der Betroffenen. Spiegel Online hat die Ergebnisse zusammengefasst.

Demnach würden in den nächsten Jahren durch die zunehmende Verbreitung von Elektro-Autos zwar erst einmal Arbeitsplätze hinzukommen (Anschub-Investitionen, Aufbau der Ladesäulen-Infrastruktur, Batterien-Produktion, neue Kraftwerke, intelligente Stromnetze), wenn auch überwiegend nicht direkt bei den Automobil-Herstellern, sondern eher bei Zulieferern und IT-Unternehmen.

Doch bereits ab 2022 würde sich das Blatt wenden und die zunehmende E-Mobilisierung würde immer mehr Arbeitsplätze vernichten. Bis 2035 würden demnach insgesamt 114.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Vom Stellenabbau werden einfache Hilfsarbeiter ebenso betroffen sein wie Experten (beispielsweise im Motoren- oder Getriebebau), Spezialisten sogar ganz besonders. Und nicht nur in der Automobilbranche selbst, sondern zum Beispiel auch in der Versicherungswirtschaft.

Die E-Autos würden sogar die Wirtschaftsleistung Deutschlands schwächen. Diese soll nach den Berechnungen im Jahr 2023 um 20 Milliarden Euro oder 0,6 Prozentpunkte niedriger liegen, als es jetzt der Fall ist.

Steigt der Anteil von E-Autos im Jahr 2035 auf über 23 Prozent, dann fallen natürlich noch mehr Arbeitsplätze weg. Die IAB unterstellt bei ihrer Studie zudem, dass die deutschen Autobauer ihre führende Position, die sie derzeit bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren besitzen, auch auf E-Autos übertragen können. Das ist derzeit aber völlig ungewiss, zumal die deutschen Autobauer immer noch keine eigene Batteriezellenproduktion haben, sondern die Zellen von asiatischen Zulieferern einkaufen. Nur wenn Deutschland eine eigene leistungsfähige Batteriezellen-Fertigung auf die Beine stellt, könnte der Arbeitsplatzverlust etwas reduziert werden.

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