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Jeff Bezos zahlt 42 Mio. Dollar für Uhr, die 10.000 Jahre laufen soll

21.02.2018 | 10:22 Uhr |

Amazon-Chef Jeff Bezos unterstützt den Bau einer mechanischen Uhr mit 42 Millionen US-Dollar. Die rund 154 Meter große Uhr entsteht in einem Felsstollen und soll auch nach 10.000 Jahren noch genau gehen.

Amazon-Chef Jeff Bezos unterstützt den Bau einer mechanischen Uhr mit 42 Millionen US-Dollar. Das nötige Kleingeld dafür hat er jedenfalls. Der als „The Clock of the Long Now („Die Uhr des langen Jetzt“) oder auch als „10.000 Years Clock“ bezeichnete Zeitmesser soll auch in 10.000 Jahren noch ausreichend genau gehen.

Bezos hat jetzt via Twitter mitgeteilt, dass der Bau der 10.000-Jahre-Uhr auf seinem bergigen Grundstück in West-Texas begonnen hat. Dier und 154 Meter große Uhr wird sich tief in einem Stollen befinden. Sie besitzt riesige Zahnräder und ein Riesen-Pendel, die in Kalifornien gefertigt werden. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sollen die Energie für den Antrieb der Uhr liefern.

Wann die Uhr fertiggestellt sein wird und ihren Betrieb aufnimmt, steht noch nicht fest. Die Uhr soll später zur Besichtigungen frei gegeben werden. Allerdings liegt sie schwer zugänglich in den Bergen von West-Texas. Beim Bau der Uhr verzichten die Macher bewusst auf besonders kostbare Teile oder Metalle, um keine Plünderer anzulocken. Die Uhr ist zudem absichtlich sehr einfach gehalten, damit sie jede Generation ohne großen Aufwand warten und gegebenenfalls auch reparieren kann. Wobei Wartung und Reparaturen bei mechanischen Uhren, sofern sie keine besonderen Komplikationen enthalten, ohnehin eine relativ einfache Angelegenheit sind. Mechanische Uhren sind per se auf Langlebigkeit ausgelegt - im Unterschied zu einer Smartwatch wie zum Beispiel der Apple Watch, die nach einigen Jahren nur noch Elektroschrott sein wird.

Die Uhr geht auf eine Idee des amerikanischen Computerspezialisten Daniel Hills aus dem Jahr 1986 zurück. Die Uhr schlägt viel langsamer als eine herkömmliche Uhr: Nur ein Pendelschlag pro Jahr und die Jahrhundertanzeige rückt alle 100 Jahre um einen Schritt weiter.

Bezos ist sich sicher, dass die Uhr die Vereinigten Staaten von Amerika überleben wird, wie der dem Magazin Wired sagt. Damit dürfte Bezos richtig liegen. Denn rechnen Sie von jetzt an einmal 10.000 Jahre zurück: Sie landen in der Mittelsteinzeit (Mesolithikum), wenn man die Geschichte Europas zu Grunde legt. Jede Art von Staatenbildung lag damals noch in weiter Ferne.

Die Uhr ist ein Projekt der Non-Profit-Organisation Long Now Foundation, die das Denken in längeren Dimensionen als nur Monaten oder Jahren fördern will und damit die Menschen dazu anregen will, sich unser Verantwortung gegenüber unserem Planeten bewusst zu werden. In Zeiten von Diesel-Gate und Abgastests an Affen sowie der Millionen-fachen Produktion vergleichsweise kurzlebiger Wegwerf-Elektronik-Produkte ist das ein durchaus bemerkenswerter Ansatz.

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