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Japan: Drohnen sollen vor zu vielen Überstunden schützen

12.12.2017 | 16:40 Uhr |

Eine Drohne soll Mitarbeiter des japanischen Unternehmens Taisei davon abhalten, zu viele Überstunden zu machen.

In Japan versuchen Gesundheits-Organisationen bereits seit Jahren, Angestellte davon zu überzeugen, dass Überstunden ihrer Gesundheit schaden. Überstunden, Schlafmangel und wenig Urlaub gehören dort zur Arbeitsphilosophie. Wie Studien belegen, verbringen viele Japaner bis zu 13 Stunden im Büro. Laut dem japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales starben allein im Jahr 2015 fast 100 Menschen durch Überarbeitung. Hinzu kommen 92 Suizide und Suizidversuche durch Überarbeitung und 2.159 Todesfälle, die teilweise auf Überarbeitung zurückzuführen sind.

Das Sicherheits- und Reinigungsunternehmen Taisei will der Überarbeitung nun mit einer neuen Methode den Kampf ansagen. Nach Feierabend sollen Drohnen in den Büroräumen patrouillieren und Mitarbeiter mit dem Song „Auld Lang Syne“ darauf hinweisen, dass sie nach Hause gehen sollen. Für die Entwicklung der Drohnen arbeitet Taisei mit Blue Innovation und dem Telekommunikationsunternehmen NTT East zusammen. Die ersten Runden sollen die Drohnen mit dem schottischen Lied ab April 2018 in den Taisei-Büros drehen. Hat die Methode Erfolg, will Taisei seine Drohnen auch für andere Unternehmen anbieten.

Die Erfolgsaussichten für das Drohnen-Projekt hält Scott North, Soziologie-Professor an der Osaka University, allerdings für gering. Überstunden seien so fest in der japanischen Arbeitskultur verankert, dass sie nur mit derartigen Spielereien nicht langfristig verschwinden würden. Laut North sei es sehr viel effektiver, die Arbeitslast zu reduzieren oder mehr Mitarbeiter einzustellen. Projekte wie das von Taisei würden lediglich Aufmerksamkeit für das Überstunden-Problem schaffen, eindämmen könnten sie es jedoch nicht.

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