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IT-Experten - was kaum jemand über die Profis weiß

11.10.2017 | 13:11 Uhr |

Was macht der IT-Experte? Seine Funktion erscheint oft rätselhaft, auch wenn man in Unternehmen weiß, dass man ohne ihn nicht bestehen kann und sich zudem stärker auf die IT-Profis verlässt als jemals zuvor.

Am 19. September 2017 war wieder internationaler IT Pro Day , der Tag, an dem IT-Profis aller Fachbereiche gefeiert werden und gezeigt werden soll, wie fundamental wichtig ihre Arbeit in jedem Unternehmen ist. Solarwinds veröffentlichte dazu die Ergebnisse seiner Umfrage „ Was kaum jemand weiß ”. Die Umfrage zeigt nicht nur das Offensichtliche auf – ohne IT-Experten wären wir alle dem Untergang geweiht – sondern zum Beispiel auch, was IT-Profis von Künstlicher Intelligenz (KI) halten und was ihnen am meisten Zeit raubt. In Zeiten der zunehmenden Automatisierung wird diese Perspektive umso interessanter.

Erblühende Freundschaften zwischen Menschen und Robotern

Für eine Karriere im IT-Bereich gilt die Leidenschaft für Technologie (üblicherweise) als Voraussetzung – zumindest für den Anfang. Doch es ginge sicherlich einen Schritt zu weit, Familie und Freunde durch intelligente IT-Überwachungssysteme zu ersetzen – oder? Überraschenderweise stellte sich heraus, dass über ein Drittel der befragten deutschen IT-Experten angeben, dass sie in einer typischen Woche mehr Zeit damit verbringen, mit ihren Überwachungssystemen zu kommunizieren als mit ihren nächsten Angehörigen.

Andererseits haben nur 26 Prozent der Befragten die Befürchtung, dass Künstliche Intelligenz sich eines Tages so weit entwickeln wird, dass sie ihre Jobs übernimmt. Möglicherweise liegt das an der Überzeugung, dass die Aufgaben von IT-Experten viel zu komplex für Roboter sind. Vielleicht ist aber auch die Freundschaft zwischen IT-Profis und Maschinen einfach so partnerschaftlich, dass es unvorstellbar scheint, von den Maschinen betrogen zu werden.

Aufklärung der Massen

Es klingt vielleicht überraschend, aber eigenen Angaben zufolge verbringen IT-Experten nur 53 Prozent ihrer Arbeitszeit tatsächlich damit, die IT und IT-bezogene Dienste zu verwalten. Den Rest der Zeit verbringen sie jedoch nicht damit, Wiederholungen von „The Big Bang Theory” anzusehen (...zumindest ging dies nicht aus den Umfrageergebnissen hervor), sondern sie nutzen diese Zeit  hauptsächlich dafür, alle anderen mit den Technologien vertraut zu machen, mit denen sie arbeiten:

12 Prozent der Arbeitszeit eines IT-Experten ist der Schulung von Unternehmensleitern und Endanwendern zu IT-Themen gewidmet. Das ist ziemlich viel Zeit für eine Aufgabe, die strenggenommen nicht in den Zuständigkeitsbereich eines IT-Experten fällt, und zeigt, wie stark die Kollegen von den IT-Profis abhängig sind.

Je mehr neue Technologien am Arbeitsplatz eingeführt werden und je stärker die Digitalisierung traditionelle Unternehmensstrukturen aufbricht und umgestaltet, desto deutlicher wird diese Situation werden. Jetzt denken Sie vielleicht: Wenn so viel zusätzliche Zeit in die Verbesserung von jedermanns IT-Kompetenzen investiert wird, dann sind die Unternehmen doch bald bestens mit technisch versierten Mitarbeitern ausgestattet. Oder etwa nicht?

Leider nicht wirklich. Fast ein Fünftel der Befragten gab an, dass Endnutzer, die versuchen, ein IT-Problem selber zu lösen, es in mindestens jedem zweiten Fall noch schlimmer machen. Der Versuch in allen Ehren, doch manchmal ist es besser, Dinge den Profis zu überlassen und um Hilfe zu bitten.

Jetzt werden Sie sich fragen, welche Mitarbeiter die kostbare Zeit der IT-Experten am stärksten beanspruchen: Es ist die Vorstandsebene, die beschämt zu Boden blicken sollte:

45 Prozent der befragten IT-Experten gaben an, dass Führungskräfte und Vorstandsmitglieder zu den Top 3 der Mitarbeiter gehören, die die meisten IT-Probleme verursachen. Dies könnte daran liegen, dass der Vorstand leicht technophob veranlagt ist, oder aber daran, dass den Mitarbeitern auf dieser Ebene schlicht viel daran liegt, einen klaren ROI (Return on Investment) ihrer IT-Fachkräfte zu sehen. Um aller IT-Karrieren willen tendiere ich zu letzterer Annahme.

Ständige Überstunden

Man kann mit Sicherheit sagen, dass IT-Experten häufig genug über das übliche Maß hinausgehen, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, die tagtäglich an sie gestellt werden. Entsprechend wenig überraschend sind die diesbezüglichen Umfrageergebnisse: 97 Prozent der Teilnehmer leisten Überstunden, 48 Prozent davon ohne jeglichen Ausgleich. Diese Statistiken belegen die "Always-on"-Mentalität, die IT-Experten angenommen haben, wenn es um Aufgaben außerhalb ihrer IT-Kernaufgaben geht.

Nichtsdestotrotz macht 95 Prozent der befragten IT-Profis ihr Job richtig Spaß und fast zwei Drittel lieben, was sie tun. Tatsächlich gab kein einziger Befragter an, seinen Job zu hassen. Wie viele Berufstätige können das schon sagen?

Als Dank für ihren Einsatz und ihren Enthusiasmus sollten Unternehmen bestrebt sein, ihre IT-Experten besser kennenzulernen und ihre Leistungen wertzuschätzen.

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